Fachspezifischer Teil - Violoncello
1. Repertoire – inhaltliche Breite
Basierend auf einem natürlichen Zugang zum Cellospiel sollte es den SchülerInnen
ermöglicht werden, verschiedene Stilepochen, stilistische Vielfalt, unterschiedliche
Gattungen und die breite Einsatzmöglichkeit des Instrumentes kennen zu lernen. Eine
Balance zwischen inhaltlicher Breite und individueller Schwerpunktsetzung sollte
gesucht werden.
Das Violoncello bietet eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten – als
Bassbegleitung, in der Kammermusik, im Orchester und als Soloinstrument.
Das vielfältige Repertoire umfasst alle Epochen und unterschiedliche Tonsprachen. Es
reicht von mittelalterlicher Musik, Renaissance, Barock, Klassik und Romantik bis zu
den verschiedenen Strömungen der Moderne.
Als Ergänzung des Repertoires an klassischer Originalliteratur kann angeboten
werden:
- Pop, Rock
- Jazz, Improvisierte Musik
- Regionale Stile: Volksmusik, Kinderlieder
- Fiddle-Musik
- Musik aus anderen Kulturen, Ethnologische Musik
- Musik mit elektronisch verfremdeten (verstärkten) Instrumenten
2. Musizierformen
Gemeinsames Musizieren sollte von Anfang an Bestandteil der musikalischen
Ausbildung sein, um das Hörvermögen, interaktive Fähigkeiten und soziale
Kompetenzen zu fördern und zu erweitern.
- Solo
- Solo mit Begleitung
- Zwei oder mehrere Celli (Duo, Trio, Quartett etc.)
- Streichduo, Streichtrio, Streichquartett etc.
- Größere, gemischte und variable Besetzung
- Interaktionen mit anderen Instrumental- oder Vokalgruppen sowie TänzerInnen
und SchauspielerInnen oder mit anderen Kunstrichtungen
- Formationen der Popular- und Volksmusik
- Orchester
- Kammerorchester
- Jugendorchester
- Streichorchester
- Symphonieorchester
- Kapelle
- Klassenmusizieren
Hilfsmittel:
- Improvisation
- Elektronische Medien
- Play along-CD
3. Eignung, Lernvoraussetzungen
Ein Unterricht am Violoncello ist schon im Vorschulalter möglich. Empfehlenswert ist
bei Kindern (egal welchen Alters) ein Beratungsgespräch mit den Eltern, um Eignung
und Rahmenbedingungen abzuklären.
Anhaltspunkte für die Entscheidung sind:
- Motivation – Interesse (die Instrumentenwahl sollte Entscheidung des Kindes sein)
- Neugierde – Lernbereitschaft
- Dem Alter entsprechend Konzentrationsfähigkeit
- Motorik – Koordination
- Geeignetes Lernumfeld
Rahmenbedingungen:
- Es muss ein geeignetes Instrument zur Verfügung stehen, das gewisse
Qualitätsnormen erfüllt (Höhe des Steges, Klang, passender Bogen, funktionierende
Wirbel usw.), ebenso eine der Größe entsprechende Sitzgelegenheit und ein
Notenständer.
- Ungestörtes Üben zu Hause muss möglich sein.
- Die SchülerInnen müssen genügend Zeit haben, um sich auch außerhalb der
Musikschule regelmäßig mit dem Instrument befassen zu können.
- Geeignete Unterrichtsräumlichkeiten und Unterrichtsbedingungen müssen
vorhanden sein.
4. Ganzheitliche Pädagogik
Verschiedene Methoden können zum Ziel führen (Methodenvielfalt,
Methodenfreiheit). Die Lehrkraft wählt die entsprechende Methode je nach
Entwicklungstand und Wahrnehmungstyp der SchülerInnen, wobei ein Lern-Zielorientierter
Instrumentalunterricht empfohlen wird.
- Prozessorientiertes Lernen mit allen Sinnen
- Körperbewusstsein (siehe auch Punkt 5):
- Atemtechnik
- Instrumentenspezifische Bewegungsabläufe
- Körpersprache als Hilfsmittel zur Unterstützung der musikalischen
Ausdruckfähigkeit (Dynamik, Klangfarbe, Artikulation)
- Sprache als Hilfe für musikalische Abläufe, bzw. Kommunikation und
Rollengestaltung (z.B. in der Kammermusik)
- Musikalische Allgemeinbildung (siehe auch Punkt 6):
- Singen und Bewegung (siehe auch Punkt 5)
- Gehörbildung (Sensibilisierung intervallspezifischen Hörens)
- Harmonielehre
- Rhythmustraining
- SchülerInnen dort „abholen“, wo sie stehen
- Partnerschaft LehrerIn – SchülerIn
- Bereicherung zur emotionalen Entwicklung
- Kommunikativer Instrumentalunterricht:
- Gruppenverhalten
- Soziale Empfindsamkeit fördern
- Gemeinsames Erarbeiten
- Handlungsorientierter Instrumentalunterricht:
- Selbstständigkeit
- Auftritte
- Erproben einer Auftrittstechnik (Stimmen auf der Bühne, Verbeugen,
Auftrittsreihenfolgen, Sitzpositionen auf der Bühne, Wirkung und Kontakt zum
Publikum, Kleidung)
5. Körper und Instrument, Technik
Verschiedene Methoden können zum Ziel führen (Methodenvielfalt,
Methodenfreiheit). Die Lehrkraft wählt die entsprechende Methode je nach
Entwicklungstand und Wahrnehmungstyp der SchülerInnen, wobei ein Lern-Zielorientierter
Instrumentalunterricht empfohlen wird.
- Prozessorientiertes Lernen mit allen Sinnen
- Körperbewusstsein (siehe auch Punkt 5):
- Atemtechnik
- Instrumentenspezifische Bewegungsabläufe
- Körpersprache als Hilfsmittel zur Unterstützung der musikalischen
Ausdruckfähigkeit (Dynamik, Klangfarbe, Artikulation)
- Sprache als Hilfe für musikalische Abläufe, bzw. Kommunikation und
Rollengestaltung (z.B. in der Kammermusik)
- Musikalische Allgemeinbildung (siehe auch Punkt 6):
- Singen und Bewegung (siehe auch Punkt 5)
- Gehörbildung (Sensibilisierung intervallspezifischen Hörens)
- Harmonielehre
- Rhythmustraining
- SchülerInnen dort „abholen“, wo sie stehen
- Partnerschaft LehrerIn – SchülerIn
- Bereicherung zur emotionalen Entwicklung
- Kommunikativer Instrumentalunterricht:
- Gruppenverhalten
- Soziale Empfindsamkeit fördern
- Gemeinsames Erarbeiten
- Handlungsorientierter Instrumentalunterricht:
- Selbstständigkeit
- Auftritte
- Erproben einer Auftrittstechnik (Stimmen auf der Bühne, Verbeugen,
Auftrittsreihenfolgen, Sitzpositionen auf der Bühne, Wirkung und Kontakt zum
Publikum, Kleidung)
6. Kultur-, musikhistorisches und musikkundliches Wissen
Musikalische Bildung umfasst nicht nur die Fertigkeiten am Instrument sondern auch
musikhistorisches, musikkundliches und allgemeines Kulturwissen. Dabei muss
ausreichend Unterrichtszeit zur Verfügung stehen und auf die Notwendigkeit von
Ergänzungsfächern und Projekten hingewiesen werden. Hier kann auch die Mitarbeit
der Eltern hilfreich sein.
- Geschichte und Entwicklung der Instrumente: Barockcello, Gambe, Barockbogen
- Kennenlernen epochenspezifischer Instrumente
- Virtuosentum, berühmte CelistInnen (Boccherini, Casals, Rostropowitsch etc.)
- Erlebbar und Erfahrbar machen von musikhistorischem und musikkundlichem
Wissen:
- Den allgemeinen Theorieunterricht durch praktisches Erleben am Instrument
ergänzen
- Aufführungspraxis permanent in den Unterricht einbauen
- Stilistische Möglichkeiten ausloten
- Zusammenarbeit mit dem begleitendem Theorieunterricht
- Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen
- Konzert- und Theaterbesuche
- Bezugnahme auf Bildende Kunst und Dichtung
- Moderation von Konzerten und Klassenabenden
- Medien (CDs, DVDs) – gemeinsames Hören und Besprechen von Aufnahmen
7. Lebendiger Unterricht und vielfältige Unterrichtsformen
Einzel-, Partner-, Gruppen-, Ensemble- und Klassenunterricht
Methodische Flexibilität bezieht sich auch auf Unterrichtsformen – diese sind weder
grundsätzlich gut noch schlecht, sondern lediglich danach zu beurteilen, ob sie in
Bezug auf die definierten Intentionen und die anstehenden Inhalte zielführend sind.
Auch wenn zunehmend neue Unterrichtsformen den traditionellen Einzelunterricht
ergänzen: Eine wichtige Quelle positiver persönlicher und musikalischer Entwicklung
der SchülerInnen an einer Musikschule ist eine persönliche, vertrauensvolle und
beständige Beziehung zu ihren LehrerInnen.
Traditionell spielt der Einzelunterricht gerade im Bereich der Streichinstrumente die
wichtigste Rolle. Andere Unterrichtsformen (z.B. Partner- oder Gruppenunterricht)
können aber hilfreich für das Erreichen mancher pädagogischer und musikalischer
Ziele sein. Die Wahl der Unterrichtsformen sollte im Ermessen der Lehrkraft liegen
und nach fachlichen und pädagogischen Gesichtspunkten erfolgen.
So früh wie möglich sollten die SchülerInnen zum Ensemblespiel hingeführt werden.
Den Anfang bildet meist das Zusammenspiel innerhalb der Klasse – vom Duo bis zum
Violoncelloensemble.
- Fach- und klassenübergreifender Unterricht (Korrepetition, SchülerInnen begleitet
SchülerInnen)
- Gruppenunterricht als zusätzliche Möglichkeit – für Kinder am Beginn des
Musikunterrichts ist die Kleingruppe eine vertraute Lernform
- Kammermusik
- Orchester
- Die Lehrkraft als Vorbild: Die eigene künstlerische Tätigkeit soll nicht unterbunden
werden, wofür die Möglichkeit zur flexiblen Gestaltung der Unterrichtszeit von
Vorteil ist.
- Projekte
- Teamteaching
- Multidimensionaler Unterricht
- Methoden wie z.B. Roland, Colourstrings, Suzuki, Dowani
- Einsatz von Play along-CDs
Die Förderung von besonders begabten und talentierten SchülerInnen mit zusätzlicher
Unterrichtszeit wird empfohlen.
Klassenunterricht (Roland, Essential Elements etc.) ist im Hinblick auf die Zielsetzung
des Unterrichts und die Leistungsstufen gesondert zu betrachten.
8. Übeformen/Übepraxis
- Spielfreude als Motivation zum Üben
- Bewusstmachen der verschiedenen Lernfelder:
- Rhythmus
- Intonation
- Bewegungsabläufe
- Bogentechnik
- Vibrato
- Auswendigspiel
- Mentales Training
- Konkrete Lernziele festlegen:
- kurz- und mittelfristig (technische Anforderungen), um den Fortschritt erlebbar
und kontrollierbar zu machen
- mittel- und langfristig wie z.B. Konzerte, Wettbewerbsteilnahmen, Prüfungen
oder Dokumentationen auf Tonträgern
- Regelmäßigkeit des Trainings (Übeplan, Zeitmanagement) ist für ein
Weiterkommen (Sinn des Übens) unerlässlich ebenso wie ein positives Umfeld
- Anleitung zum effizienten Üben (Übetechniken: z.B. rotierende Aufmerksamkeit)
durch die Lehrkraft, Analyse und Hinführen zum selbstständigen Lösen von
Schwierigkeiten
- Übestrategien kennenlernen, ausprobieren und erarbeiten, je nach Persönlichkeit
der SchülerInnen
- Einbeziehung und Mitarbeit der Eltern, Elternbrief
- Positives Feedback zum Üben
- Unterstützung durch Medien (Play along-CD, CD, DVD)
9. Einbeziehung und Mitarbeit der Eltern
Die Eltern sollen allgemein in das Musikschulleben aktiv integriert werden. Beim
Unterricht stehen die SchülerInnen im Mittelpunkt, die Mitarbeit der Eltern ist daher
individuell anzupassen.
Es gilt die reine Elterninformation von der aktiven Elternarbeit zu unterscheiden und
einen geeigneten Mittelweg zwischen zu wenig Interesse und zu viel Engagement zu
finden, um auch die Selbstständigkeit der SchülerInnen zu fördern. Ein positives
Zusammenwirken von Musikschule, LehrerInnen, SchülerInnen und
Erziehungsberechtigen fördert den Bildungsweg.
Einige hilfreiche Punkte:
- Das gegenseitige Interesse (Eltern – LehrerIn – SchülerIn)
- Abklärung der Erwartungen und Zielvorstellungen, Förderung realistischer
Erwartungshaltungen
- Elterninformation (Rundschreiben, Elternabende, Gespräche)
- Individuelle Einbeziehung der Eltern, regelmäßiger persönlicher Austausch
zwischen Eltern und LehrerInnen
- Zeitweise Anwesenheit eines Elternteiles nicht nur im Anfangsunterricht
- Erwerb eines adäquaten Instrumentes
- Gestalten eines idealen Übeumfeldes
- Übeanleitung für SchülerInnen und Eltern
- Vermittlung der Grundbegriffe an die Eltern
- Unterstützung, Motivation, Anteilnahme und Freude am Fortschritt und Erfolg – es
hängt auch von den Eltern ab, ob und wie ein Kind übt
- Mitmusizieren der Eltern, Hausmusik
- Teilnahme an zusätzlichen Veranstaltungen
- Gesellschaftliche Aspekte (Stadt – Land – gesellschaftspolitische Wertschätzung –
regionale Einflüsse und Vorbilder)
- Elternverein
10. Vorbereitung und Nachbereitung des Unterrichts
Je besser die Vorbereitung und das Konzept, desto effizienter kann der Unterricht
sein.
Es gilt, verschiedene Punkte der Vorbereitung zu unterscheiden:
- Allgemeine Unterrichtsvorbereitung und Organisation/Administration in jeglicher
Form
- Spezielle Unterrichtsvorbereitung – die SchülerInnen betreffend – projektbezogen
- Individuelle Vorbereitung der Lehrkraft – eigenes Üben – Fortbildung – Literatur –
Lehrplan
- Wöchentliche/längerfristige Vorbereitungen – Zielsetzungen sowie die
wöchentliche/längerfristige Nachbereitung und Reflektieren
- Zielsetzung (ad 1, 2)
- Konzepterstellung: längerfristiges Konzept – mittelfristiges Konzept –
Stundenkonzept (ad 2, 4)
- Literaturauswahl (ad 2, 4)
- Erstellen von Arrangements und Bearbeiten von Unterrichtsmaterial (ad 2)
- Zusammenarbeit mit anderen KollegInnen (fach- und klassenübergreifender
Unterricht) (ad 1, 2, 4)
- Planung, Organisation, Zeitmanagement, Dokumentation (ad 1, 4)
- Analyse von Erreichtem – persönliches Ziel, Konzerte, Übestrategien,
Vorspielstunden (ad 4)
- Supervision und Selbstreflexion – z.B. Aufnahme (ad 3)
- Eigenes Üben – Vorbildfunktion (ad 3)
- Individuelle Schwerpunkte setzen (ad 2)
- Fachlicher Austausch (ad 1, 3, 4)
- Kommunikation und Korrespondenz mit SchülerInnen, Eltern, KollegInnen und
LeiterInnen (ad 1, 4)
11. Lernziele/Bildungsziele (nach Entwicklungsstufen/Leistungsstufen)
Als Grundstruktur wird von vier Entwicklungsstufen ausgegangen: Elementar-,
Unter-, Mittel- und Oberstufe.
Die Stufen dauern je nach Alter, Vorbildung (z.B. Musikalische Früherziehung),
Unterrichtsform, Unterrichtsdichte und Unterrichtsdauer zwischen 2 (Elementarstufe)
und mehreren Jahren. Ebenso müssen Faktoren wie das Anfangsalter, das
psychologische und soziale Umfeld der SchülerInnen, ein Wechsel der Lehrkraft und
etwaige Erkrankungen berücksichtigt werden.
Es sollten in allen Stufen neben der Technik am Instrument und der Musikalität die
folgenden Punkte gefördert werden:
- Förderung der Liebe zum Instrument und zur Musik
- Freude am Musizieren
- Allgemeine musikalische Fertigkeiten und Fähigkeiten
- Gemeinsames Musizieren
- Gehörbildung und Rhythmus
- Auswendig- und Blattspiel
- Improvisation
- Aufmerksamkeit und Konzentration
- Das Instrument als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel
- Phantasie
- Interesse am kulturellen Geschehen
- Präsentation auf der Bühne und Auftrittstechnik (Stimmen auf der Bühne,
Verbeugen, Auftrittsreihenfolgen, Sitzpositionen auf der Bühne, Wirkung und
Kontakt zum Publikum, Kleidung)
Entsprechend den Stufen müssen an der Musikschule Theoriekurse (Elementare
Musikkunde, Musikkunde 1, 2, und 3) angeboten und von den SchülerInnen besucht
werden. Die im Theorieunterricht erworbenen Kenntnisse sollen in die Praxis
umgesetzt werden (z.B. Tonleiter spielen etc.). Der Besuch eines Elementaren
Musikkundekurses wird empfohlen.
Aktivitäten der SchülerInnen wie Auftritte, Konzerte und Konzertbesuche sind für das
Fortkommen am Instrument sehr wichtig und sollen von der Lehrkraft unterstützt und
gefördert werden.
Durch eine abwechslungsreiche Gestaltung und Auswahl der Unterrichtsliteratur in
allen Leistungsstufen wird den SchülerInnen die Möglichkeit gegeben, verschiedene
Epochen und Stile kennen zu lernen.
Die vorgeschlagenen Zielvorstellungen geben einen groben Anhaltspunkt für die
Entwicklung bzw. die Mindestanforderungen in einer Entwicklungsstufe. Da es aber
sehr unterschiedliche Methoden gibt, kann es sein, dass eine Lehrkraft die eine oder
andere Fertigkeit schon früher einführt und dafür etwas anderes erst später (z.B. früher
mit dem Lagenspiel und dafür erst später mit der Streckung der Hand beginnt.)
Die Ziele und Anforderungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, das
hier Angeführte kann als Leitfaden dienen.
Elementarstufe
In der Elementarstufe werden mit den ersten Schritten am Instrument Basiswissen und
musikalische Grundfertigkeiten angelegt: Elementare Spieltechnik, technische und
musikalische Grundlagen (z.B. Notenlesen, Rhythmik, Spiel nach Gehör, Tonleitern)
und erstes gemeinsames Musizieren.
Anregungen, Anhaltspunkte:
- Haltung des Instrumentes
- Bogenhaltung, Haltung der linken Hand
- Getrennte Übungen für rechte und linke Hand – Kombinieren beider Hände
- Erwecken des Klangbewusstseins – Tongebung!
- Erstes Auswendigspiel
- Enge Position (erst wenn die enge Position gefestigt ist, soll mit der weiten Position
begonnen werden – was durch das Abstrecken des 1. Fingers erreicht wird)
Unterstufe
In der Unterstufe werden die technischen Fertigkeiten am Instrument und die
allgemeinen musikalischen Fähigkeiten gefestigt und weiter ausgebaut. Das bedeutet
auch, Einblick in verschiedene Epochen und Stile zu erhalten, sowie erste
Kammermusikerfahrungen zu machen.
- Enge Position (erst wenn die enge Position gefestigt ist soll mit der weiten Position
begonnen werden – was durch das Abstrecken des 1. Fingers erreicht wird)
- Einfache Lagenbewegungen
- Anfang des Vibrato
- Funktionelle Bogenhaltung und Führung
- Differenzierte Tongebung
- Grundlagen der Stricharten
- Kennenlernen anderer Schlüssel am Cello (Tenor- und Violinschlüssel)
Mittelstufe
In der Mittelstufe werden die bisher erworbenen Fähigkeiten weiter ausgebaut,
außerdem wird auf größere Werke der Celloliteratur eingegangen und die
Selbstständigkeit der SchülerInnen noch mehr gefördert, sowohl im Solospiel als auch
in der Kammermusik.
- Festigung und Ausbau der in der Unterstufe erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten
- Erziehung der SchülerInnen zum selbstständigen Arbeiten
- Differenzierungen in Dynamik und Klangfarbe
- Ausbau der Stricharten
Oberstufe
In der Oberstufe sollten die SchülerInnen einen hohen Grad an Selbstständigkeit
erlangt haben und einen Einblick in Werke aus allen Epochen besitzen. Weiters sollte
die Oberstufe als Vorbereitung für eine musikalische Berufsausbildung dienen.
- Weiterentwicklung und Perfektionierung der bisher angelegten und erworbenen
Fähigkeiten und Fertigkeiten
- Förderung der Selbstständigkeit und Eigeninitiative
12. Empfehlungen für Übertrittsprüfungen
Da es teilweise unterschiedliche Kriterien für Übertrittsprüfungen in den
Bundesländern gibt, kann das hier Angeführte als Leitfaden dienen.
Studienabschnitte:
- Elementarstufe: Lernziele der Elementarstufe
- Unterstufe: Lernziele der Unterstufe, 1. Übertrittsprüfung
- Mittelstufe: Lernziele der Mittelstufe, 2. Übertrittsprüfung
- Oberstufe: Lernziele der Oberstufe, Abschlussprüfung
Bei den Prüfungsanforderungen ist die Unterrichtsform zu berücksichtigen.
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um in die nächste Ausbildungsstufe zu
gelangen (in Verknüpfung mit einem besuchten Theorieunterricht):
- Prüfung
- Klassenabend
- Projekt
- Sammelpass
Der Vorteil bei einem Sammelpass liegt darin, dass es für die SchülerInnen leicht
nachvollziehbar ist, was notwendig ist, um in die nächste Stufe zu gelangen (z.B.
Theorie, Ensemblespiel, Konzertbesuch, bestimmte instrumentale Fertigkeiten).
Motivierende "Feed back"-Gespräche zwischen Lehrkraft und SchülerInnen (bzw.
Eltern) werden angeregt.
Die Wertschätzung über die abgelegte Prüfung soll in einer dem Anlass
entsprechenden Feier zum Ausdruck gebracht werden, z.B. durch Überreichung einer
Urkunde (Abzeichen oder Ähnliches) durch Persönlichkeiten aus dem Kulturleben.
Elementarprüfung
(von der Elementar- in die Unterstufe)
Eignungsfeststellung (Überprüfung der Lernziele der Elementarstufe) in kindgerechter Form.
1. Übertrittsprüfung
(von der Unter- in die Mittelstufe)
Es wird empfohlen, die 1. Übertrittsprüfung nicht vor dem 12. Lebensjahr anzusetzen.
Dauer des Vorspiels: ca. 10 Minuten
- Drei Stücke freier Wahl, aber unterschiedlichen Stils, davon ein
kammermusikalisches Werk
Technische Anforderungen:
- Beherrschung der Grundstricharten
- Anwendung des Vibrato
2. Übertrittsprüfung
(von der Mittel- in die Oberstufe)
Dauer des Vorspiels: ca. 15 bis 20 Minuten
- Vier Stücke freier Wahl, aber unterschiedlichen Stils, davon ein
kammermusikalisches Werk
Technische Anforderungen:
- Ausbau und Vertiefung der Cello- und Bogentechnik
Abschlussprüfung
(am Ende der Oberstufe)
Dauer des Vorspiels: ca. 25 bis 30 Minuten
Repräsentativer Querschnitt des bisherigen musikalischen Werdegangs.
StudienanwärterInnen orientieren sich an den Anforderungen einer Aufnahmeprüfung
der weiterführenden Institutionen.
13. Besondere Hinweise zum „frühinstrumentalen Unterricht“ und zum Unterricht mit
„jugendlichen und erwachsenen AnfängerInnen“
Frühinstrumentaler Unterricht
Ein Beginn im Vorschulalter ist wegen der Unbefangenheit, Offenheit und
Entwicklungsmöglichkeit der Kinder empfehlenswert.
Voraussetzungen und Aspekte:
- Besonders kindgerechte Methoden und spezielle Berücksichtigung der geistigen
und körperlichen Entwicklung
- Unterricht ohne Noten
- Spielerische Herangehensweise
- Nachahmen und Ausprobieren
- Geeignete Instrumente und Rahmenbedingungen
- Besondere Unterstützung durch die Eltern
- Nahtstelle zu musikalischer Früherziehung, Kombination mit musikalischer
Früherziehung
- Frühkindlichen Stimmumfang beachten
- Entwicklungspsychologie
Jugendliche und erwachsene AnfängerInnen
Die Struktur und das Bildungsangebot ermöglichen einen Zugang zur Musik in jedem
Alter. Durch die pädagogische Betreuung soll eine bleibende Beziehung zur Musik
geschaffen werden.
- Altersgerechte Unterrichts- und Prüfungsgestaltung
- Vorbildfunktion der Lehrkraft
- Einbeziehung aktueller Musiktrends, bzw. der Vorlieben der SchülerInnen
- Freude am Instrument wecken
- Die individuellen Wachstumsmöglichkeiten beim Spielen berücksichtigen
(Körperarbeit, emotionelle Erweiterung – Ausdruck)
- Mobilisierung aller Sinne
- Gemeinschaftliches Musizieren, Betreuung ehemaliger MusikschülerInnen
(Ensemblespiel, Kammermusik, Orchester, Laienmusik, Hausmusik, Volksmusik)
- Stärkung des regionalen Kulturlebens durch Erwachsenenbildung
- Bestärkung von selbstständigen LaienmusikerInnen
14. Hinweise zum Unterricht mit „Menschen mit Behinderungen“
Sonderpädagogik soll in der Musikschule grundsätzlich möglich sein, die Bereitschaft
und Fähigkeit der Lehrkraft ist jedoch Voraussetzung. Bei Bedarf muss eine Aus- oder
Fortbildung und/oder zusätzliche fachliche Hilfestellung möglich sein.
- Integration
- Abkopplung von den Leistungsstandards, keine Lehrplanbindung
- Austausch mit PsychologInnen und SupervisorInnen
15. Instrumentenkundliches (Sonderformen, Pflege, Kauf, ...)
- Beim Erwerb beratende Funktion durch GeigenbauerInnen und/oder LehrerInnen –
Vorsicht bei Sonderangeboten!
- Informationen zu Pflege und Wartung:
- Bewusstsein bilden für den Wert des Instrumentes
- Auf sorgfältigen Umgang mit dem Instrument und Pflege von Anfang an Wert
legen
- Transportproblem: Instrument reagiert empfindlich auf Hitze und Kälte
- Kolophonium
- Stegkontrolle
- Fachgerechte Wartung und Reparatur durch GeigenbauerInnen
- Regelmäßige Kontrolle der Schülerinstrumente durch die Lehrkraft
- Aufgeschlossenheit gegenüber modernen (E-Cello) und alten Instrumenten
(Barockgeige, Gambe)
- Es wäre wünschenswert, dass SchülerInnen diese Instrumente in der Schule
ausprobieren könnten.
An der Musikschule sollten Leihinstrumente vorhanden sein. Die Eltern sollten auf
Leihinstrumente Leasing-Systeme für Celli in allen Größen aufmerksam gemacht
werden.
16. Fachspezifische Besonderheiten
- Der Stellenwert der Intonation ist beim Cellospiel besonders hoch, daher wird eine
aufbauende Gehörbildung (Solmisation etc.) empfohlen.
- Ensembles und Orchester haben für StreicherInnen große Bedeutung und sollten
allen interessierten SchülerInnen offen stehen.
- Die eigene künstlerische Tätigkeit der Lehrkraft ist von großer Wichtigkeit. Dafür
ist die Möglichkeit einer flexiblen Gestaltung der Unterrichtszeit von Vorteil.
Gleiches gilt für regelmäßige Fortbildungen.
- Barocke und alte Meisterinstrumente können z.B. bei GeigenbauerInnen
kennengelernt werden.
- Für die Aufnahme und Verstärkung von Streichinstrumenten ist eine hochwertige
technische Ausstattung (Mikrofone, Tonabnehmer, Verstärker etc.) erforderlich.
- Im Unterrichtsraum sollte ein Cello für die Lehrkraft vorhanden sein.