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Lehrplan
Grußworte des BMUKK
Über diesen Lehrplan
Visionärer Wegweiser
Allgemeiner Teil
Fachspezifischer Teil
Literaturteil
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Wer hat mitgearbeitet?
Fachspezifischer Teil - Elementare Musikpädagogik
 Lehrplan Elementares Musizieren zum Download
 Präsentation neuer Lehrplan Elementares Musizieren
Vorwort
Die Elementare Musikpädagogik (EMP) hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem vielseitigen und facettenreichen Fachbereich entwickelt. Im Auftrag der Konferenz der österreichischen Musikschulwerke (KOMU) wurde mit Unterstützung des Bundeskanzleramts im Zeitraum 2004 bis 2007 von den EMP-Fachgruppenleiter/innen der Musikschulwerke Österreichs und Südtirols ein Lehrplan für den Bereich Elementare Musikpädagogik erarbeitet. Erstmals wurden alle Fächerangebote innerhalb der EMP erfasst und mit ihren speziellen Erfordernissen in Unterrichtszielen, Unterrichtsinhalten und methodisch-didaktischen Besonderheiten charakterisiert. Dieses Werk bildete seither die inhaltliche Basis für den fachspezifischen Teil des neuen KOMU-Lehrplans für Elementare Musikpädagogik.
Die Arbeitsgruppe setzte sich aus folgenden Fachgruppenleiter/innen für Elementare Musikpädagogik (EMP) der Bundesländer Österreichs und Südtirol zusammen:
Burgenland: Christine Baumgartner
Kärnten: Peter Töplitzer
Niederösterreich: Christina Kanitz-Pock
Oberösterreich: Martina Kroboth-Kolasch
Salzburg: Verena Brunner
Steiermark: Margit Painsi
Tirol: Andrea Albrecht
Vorarlberg: Renate Pöcheim
Wien: Elisabet Lemmel, Edgar Popelak, Christina Kanitz-Pock
Südtirol: Laura Cazzanelli
Aufgrund der ständigen Weiterentwicklung des Faches sowie der Erweiterung von Anwendungsfeldern und Zielgruppen wurde der Lehrplan 2018/19 von einem Team (bestehend aus: Andrea Albrecht, Dieter Bucher, Christina Kanitz-Pock, Birgit Kastenhuber) aus der Bundesfachgruppe in Rücksprache mit den anderen Fachgruppenleiterinnen und unter Einholung fachspezifischer Beratung von Expert/innen unten genannter Ausbildungsstätten überarbeitet und aktualisiert und heißt ab nun an Lehrplan für Elementares Musizieren. Die Gliederung der ursprünglichen Version des Lehrplans in einen allgemeinen und einen fachspezifischen Teil, der den Unterricht mit unterschiedlichen Zielgruppen näher erläutert, wurde beibehalten.
Fachgruppenleiter/innen 2018/19:
Burgenland: Maria Lucsanics
Kärnten: Dieter Bucher
Niederösterreich: Sonja Wurm / Veronika Larsen
Oberösterreich: Birgit Kastenhuber
Salzburg: Marlies Karl-Kremsmair
Tirol: Andrea Albrecht
Vorarlberg: Daniela Ossenbrink
Wien: Christina Kanitz-Pock
Südtirol: Johanna Psaier
Wir danken all jenen Professor/innen und Dozent/innen folgender Institutionen, die bei der Entstehung des Lehrplans sowie bei dessen Überarbeitung beratend und unterstützend mitgewirkt haben:
Anton Bruckner Privatuniversität Linz
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Universität Mozarteum Salzburg
Musikhochschule Mannheim (D) Kärntner Landeskonservatorium Konservatorium Wien Privatuniversität Joseph Haydn Konservatorium Eisenstadt
Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
Ein weiterer Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen der EMP-Fachgruppen der Musikschulwerke für ihre Mitarbeit sowie den Autor/innen der Facettenberichte.
1. Allgemeiner Teil
Elementare Musikpädagogik/ Elementares Musizieren
Der Fachbereich Elementare Musikpädagogik (EMP) beschäftigt sich mit Zielen, Inhalten und Methoden des Elementaren Musizierens. Dabei sind Musik, Bewegung, Tanz, Stimme und Sprache eng miteinander verbunden. Alle Grundsätze der EMP gelten unabhängig von Alter oder Vorbildung gleichermaßen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Elementares Musizieren ist für jede und jeden erleb- und erlernbar. Der Unterricht findet in der Gruppe statt und ermöglicht einen ganzheitlichen, kreativen, prozess- und handlungsorientierten Umgang mit Musik und Bewegung. Kreative Betätigung, aktive Beteiligung, Mitbestimmung und Mitgestaltung sowie die Ausrichtung an den individuellen Voraussetzungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen im Vordergrund. Dadurch ermöglicht die EMP auch jenen Menschen die Teilhabe am kulturellen Leben und an einem einbeziehenden (inklusiven) Bildungssystem, denen aus körperlichen, kognitiven, sozialen, kulturellen oder sprachlichen Gründen oder wegen ihrer speziellen Lebenssituation der Zugang dazu erschwert ist.
Im Fachbereich EMP gibt es folgende Angebote:
  • Elementares Musizieren in Eltern-Kind-Gruppen
  • Elementares Musizieren mit Kindern von 4 bis 6 Jahren
  • Elementares Musizieren mit Kindern von 6 bis 12 Jahren
  • Elementares Musizieren mit Jugendlichen
  • Elementares Musizieren mit Erwachsenen
  • Elementares Musizieren mit Seniorinnen und Senioren
  • Elementares Musizieren mit Menschen mit Behinderung
  • sowie Elementares Musizieren mit speziellen Schwerpunkten wie zum Beispiel:
  • Percussion
  • Komposition
  • Singen
  • Musiktheater
  • Tanz
  • Improvisation
  • Instrumentalspiel
  • Bildende Kunst
  • Ergänzende und begleitende Unterrichtsformen:
  • Teamteaching-Modelle
  • Fächerübergreifende Unterrichtsformen
  • Projekte, Kooperationen mit anderen Bildungseinrichtungen und Institutionen
  • 1.1 Unterrichtsziele
    Kompetenzerweiterung im musikalischen Bereich:
  • mit Musik kreativ umgehen (experimentieren, erforschen, improvisieren, komponieren etc.)
  • Freude an Musik, am Klang, an der eigenen Stimme, am Körper, am Instrumentalspiel erleben
  • Musik als Ausdrucksmittel erleben, bewusst machen und nutzen lernen (Emotionen, Geschichten, Bilder etc.)
  • von Musik berührt sein können
  • ein vielfältiges Repertoire an Liedern und Texten kennen lernen
  • Musik in ihrer Vielfalt erfahren – verschiedene Stile, Kulturen und Epochen kennen lernen und wertschätzen lernen
  • die Fähigkeit erwerben, visuelle, tänzerische, taktile und verbale Eindrücke in Klang und Musik zu übertragen und umgekehrt Höreindrücke sichtbar zu machen
  • musikalische Phänomene wahrnehmen, erkennen, verstehen und reflektieren
  • differenzierte Handlungs- und Ausdrucksmöglichkeiten mit Stimme, Körper, Instrumenten und anderen Objekten finden
  • Wahrnehmung und Ausdruck in Beziehung zueinander setzen
  • Kompetenzerweiterung im Bewegungs- und Tanzbereich:
  • mit Bewegung, Tanz und Materialien kreativ umgehen (experimentieren, erforschen, improvisieren, choreographieren etc.)
  • Freude an Bewegung und Tanz erleben
  • Körperbewusstsein durch Bewegung, Tanz und Umgang mit Materialien entwickeln
  • propriozeptive, taktile und vestibuläre Wahrnehmung sensibilisieren und differenzieren (Körperwahrnehmung, Tast- und Gleichgewichtssinn)
  • den Körper in verschiedenen Spannungszuständen erleben
  • Bewegung und Tanz als Ausdrucksmöglichkeit erleben, sich diese bewusst machen und als solche nutzen lernen
  • ein vielfältiges Repertoire an Bewegungsmöglichkeiten und Tanzformen kennenlernen und wertschätzen lernen
  • die Fähigkeit weiter entwickeln, visuelle und akustische Eindrücke sowie Emotionen in Bewegung und Tanz umzusetzen
  • Koordinationsfähigkeit und Geschicklichkeit weiter entwickeln
  • Musizieren und Kompetenzerweiterung im musikalischen und im Bewegungs- und Tanzbereich stehen im Zentrum des Unterrichts.
    Elementares Musizieren kann zusätzlich Kompetenzen in folgenden Bereichen fördern:
  • Wahrnehmung (Sensibilisierung der Sinne, sich selbst und die Umwelt wahrnehmen)
  • Kognition (Konzentrations- und Merkfähigkeit, Ausdauer, Flexibilität, Orientierung in Zeit und Raum etc.)
  • Sprache (Artikulation, Sprachverständnis, Ausdrucksmöglichkeit, Zusammen- hänge erkennen etc.)
  • Kommunikation und Sozialverhalten (rücksichtsvoller Umgang, gegenseitige Anerkennung und Respekt, Regelbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein, Kooperationsfähigkeit, Problemlösungsverhalten, Anpassungs- und Durchsetzungsvermögen etc.)
  • Fantasie, Vorstellungsvermögen, Kreativität und Ausdruck
  • Ich-Kompetenz (Eigenständigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit, Eigeninitiative, Eigenverantwortung, Ich-Findung, Entscheidungsfähigkeit, Frustrationstoleranz, Umgang mit Emotionen etc.)
  • Motivation und Lernverhalten
  • 1.2 Methodisch-didaktische Grundsätze
    Ganzheitlichkeit
    Elementare Musikpädagogik spricht den Menschen in seiner Gesamtheit von Körper, Intellekt und Emotionalität an. EMP nimmt den ganzen Menschen in den Blick, indem sinnliches und emotionales Erleben ermöglicht und kognitive Einsichten gefördert werden.
    Handlungsorientierter Unterricht
    Elementare Musikpädagogik ermöglicht eigenständiges Handeln in den Bereichen Musik, Bewegung und Tanz, Stimme und Sprache. Die aktive Auseinandersetzung mit diesen Ausdrucksmitteln steht im Mittelpunkt.
    Verknüpfung und Wechselwirkung
    Musik, Bewegung, Tanz, Stimme, Sprache und Formen der Visualisierung werden methodisch verknüpft und dadurch in Beziehung zueinander gestellt.
    Verbindung von Aktionsbereichen
    Die Planung der Einheiten berücksichtigt eine sinnvolle Wechselwirkung, Verbindung und Abwechslung folgender Aktionsbereiche:
  • Stimme und Sprache
  • Bewegung und Tanz
  • Sinneserfahrungen
  • Elementares Musizieren mit Instrumenten
  • Musik hören
  • Visualisierung
  • Musikkunde
  • Instrumenteninformation (Details zu den Aktionsbereichen siehe Aktionsbereiche und Inhalte > 1.3)
  • Lernform Spiel
    Das Spiel ermöglicht dem Menschen grundlegende Erfahrungen, die eine wesentliche Basis für das spätere rationale Erschließen bilden. Spielerisches Lernen steht im Mittelpunkt und ermöglicht einen lustvollen Zugang zu den Themen. Dabei kann auch Raum für freie Spielphasen entstehen.
    Erleben <=> Erkennen <=> Benennen
    Der Lernprozess führt aus der Praxis zur Theorie und somit zum Verständnis. Die Einbeziehung und Vernetzung verschiedener Wahrnehmungsbereiche (auditiv, visuell, taktil, kinästhetisch, vestibulär) ermöglicht individuelle Erfahrungen, die durch die Reflexion in der Gruppe bereichert werden und zum buchstäblichen "Be- greifen" führen.
    Prozessorientierter Unterricht
    In der EMP stehen nicht das Resultat, sondern Phasen des Erkundens, Entdeckens und Übens im Vordergrund. Dem individuellen Lernprozess – primär in der musikalischen, aber auch in der kreativen, sozialen, körperlichen, kognitiven und emotionalen Entwicklung - kommt besondere Bedeutung zu. Die abrufbare Leistung tritt in den Hintergrund.
    Raum für kreative Prozesse
    Die EMP bietet Frei- und Spielräume für persönlichen Ausdruck und individuelle Lösungen. Exploration und Improvisation haben genauso Platz wie Komposition, Gestaltung, Variation und Reproduktion.
    Struktur in der Unterrichtsgestaltung
    Durch eine sinnvolle Reihung der Phasen einer Einheit (Aufbau mit Einstimmung – Entwicklung – Vertiefung – Abschluss) soll sich ein Spannungsbogen ergeben. In der längerfristigen Planung ist auf eine Entwicklung und Fortführung der Inhalte zu achten. Reflexion ist Bestandteil jeder Planung. Rituale und Wiederholungen geben Sicherheit und Struktur.
    Flexibilität in der Durchführung
    Stundenplanung ist wichtig und gibt allen Beteiligten Sicherheit. Dennoch haben der Dialog zwischen Pädagogin/Pädagoge und der Gruppe sowie die Interaktion innerhalb der Gruppe einen hohen Stellenwert. Daher agiert und reagiert die Lehrperson situationsbezogen und flexibel.
    Anpassung der Inhalte und Methoden an die Zielgruppe
    Die Auseinandersetzung mit Musik über Bewegung, Sinne, Körper, Stimme, Sprache, Instrumente und bildnerisches Gestalten ist unabhängig von Alter und Entwicklungsstand. Alters- und entwicklungsabhängig sind die Auswahl der Inhalte, die Komplexität des Angebots, das Fortschreiten beziehungsweise die Steigerung, die Betrachtungsweise sowie die Methoden des elementaren Umgangs mit Musik und Bewegung.
    Wechsel der Aktionsphasen
    In einer elementaren Musiziereinheit wechseln die Aktionsphasen ab, um einerseits jeden Menschen in seiner Ganzheitlichkeit und andererseits unterschiedliche Persönlichkeiten und Lerntypen anzusprechen.
    Die Inhalte werden durch verschiedene Herangehensweisen erlebt und erarbeitet. Wechsel finden statt:
  • auf sozialer Ebene (allein, mit Partner, in der Klein- oder Großgruppe, Führungswechsel)
  • im Einsatz unterschiedlicher Medien (Materialien, Instrumente, visuelle Medien, Tonträger etc.)
  • zwischen Experimentier-, Produktions- und Reproduktionsphasen
  • zwischen Spannungs- und Entspannungsphasen
  • zwischen Bewegungs- und Ruhephasen
  • durch Aktivierung verschiedener Wahrnehmungskanäle
  • Bedeutung der sozialen Komponente
    Elementares Musizieren findet aus methodisch-didaktischen Gründen in der Gruppe statt. Musik, Bewegung, Tanz, Stimme, Sprache und Formen der Visualisierung sind Ausdrucks- und Kommunikationsmittel. Gemeinsames Tun ist immer mit sozialen Prozessen verknüpft. Diese beeinflussen wiederum die musikalische und tänzerische Entwicklung positiv. Die EMP bietet gute Voraussetzungen für die Arbeit mit heterogenen Gruppen, beispielsweise mit kultureller Durchmischung oder unterschiedlicher Alterszusammensetzung, sowie mit inklusiv geführten Gruppen.
    Position der Pädagogin/des Pädagogen
    Die Pädagogin/Der Pädagoge tritt den Teilnehmenden mit Wertschätzung und Respekt gegenüber. Sie/Er ist Bezugsperson, schafft als Leiter/in eine angenehme Atmosphäre, unterstützt eine positive Gruppendynamik und vermittelt in schwierigen Situationen. Ihr/Sein pädagogisches Handeln ist von der eigenen Freude an Musik, Bewegung und Tanz geprägt, die sich motivierend auf die Teilnehmenden auswirkt.
    Die Qualität des Unterrichts ergibt sich aus der Vernetzung der methodisch- didaktischen Grundsätze.
    Gruppenkonstellationen, gruppendynamische und kreative Prozesse, Alter der Zielgruppe und andere Komponenten bewirken, dass bestimmte methodisch- didaktische Grundsätze phasenweise in den Vordergrund treten.
    1.3 Aktionsbereiche und Inhalte
    Eine Elementare Musiziereinheit lebt von der vielfältigen Kombination verschiedener Aktionsbereiche. Diese sind miteinander verknüpft, ergänzen einander und stehen in Wechselwirkung zueinander.
    Aktionsbereiche
    Stimme und Sprache
    Bewegung und Tanz
    Sinneserfahrungen
    Elementares Musizieren mit Instrumenten
    Musikhören
    Visualisierung
    Musikkunde
    Instrumenteninformation
    Stimme und Sprache
    Die Stimme ist als vielseitiges und ureigenes Instrument ein wesentliches Ausdrucksmittel des Menschen, das ihn sein ganzes Leben hindurch begleitet.
    Inhalte:
  • verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme entdecken, erkennen und anwenden
  • akustische Phänomene aus der Umwelt nachahmen
  • Singendes Erzählen
  • Lieder, Sprechverse und Gedichte gestalten
  • Erarbeiten und Aufführen von Liedern oder Sprechstücken
  • Tonraum entwickeln und erweitern (z.B. Solmisation)
  • Lieder in Dur-, Moll-, pentatonischen und modalen Tonarten sowie in geraden und ungeraden Taktarten singen
  • mehrstimmiges Singen
  • Emotionen und Stimmungen ausdrücken
  • Stimmbildungsspiele, Intonation, richtiges Atmen und bewusste Atemführung, sichere Tongebung und Stimmführung, gute Artikulation
  • improvisieren und kreativ gestalten
  • Bewegung und Tanz
    Bewegung ist ebenso wie die Stimme ein elementares Ausdrucksmittel des Menschen. Tänzerische und szenische Gestaltungen sprechen Kinder und Erwachsene ganzheitlich auf mehreren Ebenen an und sind gute Voraussetzungen für ein weiterführendes musikalisches Lernen.
    Inhalte:
  • Körperbewusstsein, Geschicklichkeit, Koordination in Grob- und Feinmotorik entwickeln
  • Körper in Spannung und Entspannung erleben
  • Fortbewegungsarten
  • das eigene Bewegungsrepertoire erweitern
  • improvisieren und kreativ gestalten
  • musikalische Eindrücke wahrnehmen und in Bewegung umsetzen
  • Klang und Ausdruck von Sprache in Bewegung umsetzen
  • metrische, rhythmische, melodische, dynamische und formale Strukturen als wechselwirkende Faktoren zwischen Musik und Bewegung erfahren
  • Bewegungsspiele und -gestaltungen mit und ohne Materialien ausführen
  • Inhalte von Versen, Reimen, Geschichten, Märchen, Bilderbüchern und Situationen darstellen
  • Tänze, Spiellieder, Tanzlieder, Singspiele tanzen, singen, spielen und erfinden
  • Bildnerische Elemente (z.B. Malerei, Skulptur) und visuelle Eindrücke in Bewegung umsetzen
  • Sinneserfahrungen
    Die Sensibilisierung der Sinne ist Voraussetzung für eine differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit. Sie wirkt mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen in alle anderen Aktionsbereiche der EMP hinein.
    Inhalte:
    Entwickeln und Sensibilisieren des auditiven Wahrnehmungsvermögens
  • Geräusche der Umwelt bewusst wahrnehmen und reflektieren
  • Klänge und Geräusche mit den entsprechenden Schallerzeugern identifizieren
  • Schallereignisse beschreiben und unterscheiden (Höhe, Dauer, Lautstärke, Klangfarbe)
  • auf akustische Signale und Höreindrücke reagieren
  • Richtungshören verfeinern
  • Stille wahrnehmen
  • Entwickeln und Sensibilisieren des taktilen Wahrnehmungsvermögens
  • Gegenstände berühren, ertasten, wahrnehmen und beschreiben
  • Vibrationen spüren
  • Entwickeln und Sensibilisieren der propriozeptiven Wahrnehmung
  • Körperkraft erfahren, einschätzen, einsetzen und aus der Erinnerung abrufen, Gefühl der Anspannung und Entspannung erfahren (Kraftsinn)
  • Bewegung empfinden und Bewegungsrichtung erkennen (Bewegungssinn/ kinästhetische Wahrnehmung)
  • Körperpositionen wahrnehmen (Lagesinn)
  • Entwickeln und Sensibilisieren der visuellen Wahrnehmung
  • sich im Raum orientieren
  • Bewegungsabläufe beobachten und nachahmen
  • auf Zeichen reagieren
  • Entwickeln und Sensibilisieren der vestibulären Wahrnehmung
  • Gleichgewicht finden
  • Raumlage wahrnehmen
  • Orientierung im Raum
  • Elementares Musizieren mit Instrumenten
    Das Spiel auf Instrumenten (z.B. auf Stabspielen, Perkussionsinstrumenten, körpereigenen Instrumenten und anderen Klangerzeugern) weckt die Freude am gemeinsamen Musizieren. Es können aber auch traditionelle Instrumente in der Elementaren Musizierpraxis eingesetzt werden. Durch klare Aufgabenstellungen und strukturierte Aktionen wird Raum geschaffen, Musik erleben zu können. Strukturen des Instrumentalspiels sind z.B. Imitation, geplante Gestaltung, Reproduktion und Improvisation.
    Inhalte:
  • musikalische Phänomene durch spielerischen Umgang mit Materialien, Objekten und Instrumenten entdecken und erfahren, erkennen und unterscheiden
  • körpereigene Instrumente kennenlernen und anwenden (Bodypercussion)
  • mit Stabspielen, Perkussionsinstrumenten sowie anderen Klangerzeugern und deren Spieltechnik vertraut werden (z.B. Schlägelhaltung und Schlägelbewegung) und in klanglich und dynamisch differenzierter Weise umgehen lernen
  • auf selbst gebauten Instrumenten und anderen Schallerzeugern spielen
  • Elementares Musizieren auf traditionellen Instrumenten
  • verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten finden, erkennen und anwenden
  • Erfahrungen im Zusammenspiel mit anderen sammeln (auf Mitspielende hören, eingehen und diese nachahmen)
  • auf visuelle Zeichen am Instrument reagieren
  • Melodien und Rhythmen nachspielen und erfinden
  • in unterschiedlichen Tonalitäten musizieren
  • freies Improvisieren
  • einfache rhythmische und melodische Ostinati wiedergeben
  • einfache Formen gestalten (z.B. Imitation, Frage - Antwort, Rondo, Variation)
  • Bewegungsbegleitung
  • Liedbegleitung
  • Ensemblestücke erarbeiten und aufführen
  • zu eingespielter Musik musizieren
  • Stimmungen und Charaktere vertonen
  • Musikhören
    Musikhören bedeutet, sich bewusst und aufmerksam der Musik zuzuwenden und die Eindrücke in verschiedener Weise wirken zu lassen. Strukturelles Hören von Musik ist ebenso von Bedeutung wie das subjektive Empfinden des emotionalen Gehalts.
    Inhalte:
  • die Fähigkeit entwickeln, Musik in Gliederungen und Strukturen zu erleben, wahrzunehmen, zu erkennen und zu beschreiben
  • Intervalle, Tonalitäten, Rhythmen, Tempi, Dynamik, Artikulation und Phrasierung erkennen und differenzieren
  • Inneres Hören (z.B. musikalisches Vorstellungsvermögen, Tonvorstellung)
  • Pausen als Gestaltungselement der Musik wahrnehmen
  • Stille im Zusammenhang mit Musik wahrnehmen
  • Musik malen, beschreiben, vergleichen, in Bewegung umsetzen
  • unterschiedliche Stilrichtungen, Epochen und Kulturen von Musik kennenlernen
  • Musik hören als Unterstützung für Entspannung bzw. Aktivierung
  • den emotionalen Gehalt von Musik wahrnehmen
  • Konzerte besuchen
  • Visualisierung
    Visualisierung ergänzt die unmittelbare Klangerfahrung und übersetzt ausgewählte Aspekte in Sichtbares. Komplexe Inhalte können aufgrund der gemeinsamen Parameter von Musik, Tanz und bildender Kunst vereinfacht dargestellt werden und daher können visuelle Darstellungen zum Erleben und Verstehen von Musik beitragen. Die sichtbare Inszenierung kann die individuelle Wahrnehmung und Erfahrung von Musik bereichern. Strukturbilder (strukturelle Visualisierung wie z.B. Notenbilder, Formbilder oder Zeichen) beziehen sich auf Eigenschaften der Musik und unterstützen die Analyse. Sinnbilder (bildhafte Visualisierung wie z.B. Stimmungen oder Handlungen) ergänzen Wirkungen von Musik und dienen der Bedeutungszuweisung und Interpretation. Körperbilder (figurale Visualisierung) transformieren Musik in figurale Darstellungen, Bewegung und Tanz.
    Inhalte:
  • die musikalische Wahrnehmung durch Visualisierung fokussieren und das Hören in bestimmte Richtungen lenken lassen
  • anhand von Anschauungsbildern, die Musik visuell darstellen, Parameter von Musik erleben und in der Reflexion erkennen und benennen
  • Klangverläufe grafisch skizzieren und Klangerwartungen aus Notenbildern herleiten
  • grafische Partituren musikalisch umsetzen (strukturelle Visualisierung)
  • mit visuellen Elementen Musik und Tanz planvoll gestalten und Improvisationen kreieren sowie Kompositionen erarbeiten
  • Bilder als Improvisationsanregung nutzen und Kompositionen in Bezug zu Bildern erarbeiten
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Musik und Bildern ergründen
  • zu einem Musikstück individuell passende Bilder malen (bildhafte Visualisierung)
  • Musik in Körperbilder, Bewegung und Tanz transformieren (figurale Visualisierung) und umgekehrt zu figuralen Darstellungen oder Dirigat musizieren
  • Bildhafte Sprache (Sprachbilder) in Musik und Tanz umsetzen und umgekehrt Musik und Tanz bildhaft beschreiben
  • ein Video oder Fotos zu einem Musikstück produzieren (Medienbilder)
  • Musikkunde
    Musikkunde umfasst Informationen über allgemeine Grundlagen der Musik. Das Besondere des Elementaren Musizierens ist, dass die Teilnehmer/innen alle Inhalte dieses Aktionsbereiches durch eigene praktische Erfahrungen selbst erleben, kognitiv erfassen und gestaltend damit umgehen können.
    Inhalte:
  • akustische Eindrücke in freie Notation übertragen
  • aus freier und traditioneller Notation Klangvorstellungen ableiten
  • musikalische Grundbegriffe und Parameter erarbeiten
  • mit graphischer Notation umgehen
  • ein Grundverständnis von traditioneller Notation entwickeln
  • sich verschiedener musikalischer Formen bewusst werden
  • grundlegende Erfahrungen im Bereich der Gehörbildung sammeln und trainieren: Tonhöhenbewegungen, melodische Motive, Intervalle (z.B. unter Verwendung von Solmisation), Tonalität, Rhythmen, Tempi, Dynamik, Artikulation und Phrasierung
  • Erfahrungen im Bereich von Metrum, Rhythmus und Takt sammeln und trainieren (z.B. unter Verwendung von Rhythmussprache)
  • kompositorische Schaffensprozesse erleben und nachvollziehen
  • Instrumenteninformation
    Im Unterricht werden auch verschiedene Instrumente und deren Einsatzmöglichkeiten vorgestellt. Die Instrumenteninformation hat in den verschiedenen Zielgruppen der EMP unterschiedliche Gewichtung.
    Inhalte:
  • einen achtsamen Umgang mit Instrumenten pflegen
  • Instrumente kennenlernen, ausprobieren, beschreiben und in verschiedene Gruppen einordnen
  • verschiedene Arten der Tonerzeugung kennenlernen
  • Material und Klangeigenschaften kennenlernen
  • Instrumente selber bauen
  • 1.4 Rahmenbedingungen
    Raum
    Der Raum sollte folgende Kriterien erfüllen:
  • Freifläche mindestens 50 m2 (Bei geringerer Freifläche soll die Gruppengröße reduziert werden.)
  • möglichst quadratisch
  • hell
  • akustisch geeignet
  • Holz- oder Korkboden in gutem Zustand
  • evtl. ausrollbarer Teppich
  • Garderobe und Toiletten in der Nähe
  • der Körpergröße der teilnehmenden Personen angepasste Sitzmöglichkeiten
  • Dieser Raum darf auch bei anderweitiger Benützung nicht mit Straßenschuhen betreten werden, andernfalls ist er vor der Musiziereinheit zu reinigen. Bei den Einrichtungsgegenständen des Raumes sind mögliche Gefahrenquellen (scharfe Kanten, spitze Ecken, hängende Lampen, usw.) zu vermeiden und es sollten keine ungenutzten Gegenstände im Raum stehen. Instrumentarium und andere Materialien müssen im gleichen oder angrenzenden Raum gelagert sein.
    Arbeitsmittel
  • Gymnastikmatten
  • Wandtafel (mit und ohne Notenlinien)
  • Stereoanlage mit USB- und Klinkenkabeleingang
  • Aufnahmegerät mit guter Aufnahme- und Wiedergabeleistung
  • Arbeitsmittel für die Teilnehmer/innen
  • bequeme und bewegungstaugliche Kleidung
  • evtl. Malstifte
  • evtl. Mappe oder Heft
  • Grundausstattung an Instrumenten und Materialien für Elementares Musizieren (für eine Gruppe von 12 Teilnehmer/innen):
    1 Altglockenspiel diatonisch (16 Stäbe) + Schlägel
    1 Sopran-Metallophon diatonisch (16 Stäbe) + Schlägel
    1 Alt-Metallophon diatonisch (16 Stäbe) + Schlägel
    2 Sopran-Xylophone diatonisch (16 Stäbe) + Schlägel
    3 Alt-Xylophone diatonisch (16 Stäbe) + Schlägel Bassklangstäbe (C, D, E, F, Fis, G, A, B, H) oder
    1 Bass-Xylophon diatonisch (16 Stäbe) + 2 Paar Schlägel
    13 Paar Xylophonschlägel
    1 Kasten Metallophon-Klangbausteine
    2 Drehpauken (Ø 40 cm und 60 cm) + Schlägel
    10 Trommeln (z.B. Rahmentrommeln, Floor Drums) (Ø 20/25/30 cm, Naturfell)
    2 Rahmenschellentrommeln (Ø 25 cm, Naturfell)
    1 Paar Cymbeln (Ø 15 cm)
    2 Paar Fingercymbeln
    1 Becken (Ø 30 cm)
    13 Paar Claves (Ø 18 cm)
    2 Holzblocktrommeln + Schlägel 2 Holzröhrentrommeln + Schlägel
    3 Paar Maracas
    12 Caxixis
    1 Wooden Agogo
    1 Agogo Bells
    1 Cabasa
    2 Triangeln (15 cm)
    1 Triangel (20 cm)
    2 Guiros
    1 Schellenrassel
    2 Schellenkränze
    1 Glockenkranz
    4 - 6 Chicken Eggs (Rasseleier)
    1 Paar Bongos
    1 Djembe
    1 Gitarre und/oder Klavier
    Effektinstrumente je 1 Mal:
    Lotosflöte
    Vibraslap (Eselsgebiss) Flexaton
    Vibraton (Wahwah-Tubes) Rührtrommel
    Frosch Spring Drum Waldteufel Regenstab
    folgende Materialien in ausreichender Menge:
    Bälle Reifen Stäbe Seile
    Chiffontücher Tücher Sandsäckchen Papier Malutensilien
    Chinesische Stäbchen
    Zusatzausstattung:
    Kontra-Bassklangstäbe (C, D, E, F, Fis, G, A, B, H) verschiedene Schlägel (Plastik-, Wollköpfe,...)
    1 Satz Boomwhackers mit Oktavkappen
    1 Satz Granitblocks (Tempelblocksatz, 5 Stück mit Ständer) 1 Chimes
    1 Gong
    1 Schlitztrommel
    1 Oceandrum Sen Plates Kalimbas
    1 - 2 Congas
    Saiteninstrumente (wie Zupf- und Streichpsalter, Kantele, kleine Harfe, Dulcimer, Ukulele)
    Weitere Zusatzausstattung siehe fachspezifische Teile.
    1.5 Fächerbezeichnungen
    Den regional verwendeten Begriffen wird die jeweilige offizielle Fachbezeichnung beigefügt.
    Verschiedene Beispiele aus den Bundesländern: „Musikgarten – Elementares Musizieren in Eltern-Kind-Gruppen“ oder „EM II - Elementares Musizieren mit Kindern von 4 bis 6 Jahren“ oder „musik.experimente - Elementares Musizieren mit Kindern von 6 bis 12 Jahren“ oder „Kreatives Musikgestalten – Elementares Musizieren mit Menschen mit Behinderung“ usw.
    2. Fachspezifischer Teil
    2.1 Elementares Musizieren in Eltern-Kind-Gruppen
    In der Eltern-Kind-Gruppe musiziert ein Elternteil oder eine andere Bezugsperson mit einem Baby/Kleinkind in der Gruppe miteinander. Dadurch werden Musik und Bewegung aktiv erlebt und in das soziale Umfeld und Elternhaus getragen. Erwachsene und Kinder sind gleichwertige Teilnehmer/innen. Die Inhalte und Methoden sind so ausgewählt, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene Freude an Musik und Bewegung erleben können und in ihren jeweiligen Fähigkeiten angesprochen werden. Im Hinblick auf die prägende Wirkung erster Erfahrungen werden Musik und Bewegung in einer großen Vielfalt angeboten. Ausgehend von der intensiven Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind kann das Kind erste soziale Erfahrungen in der Gruppe sammeln.
    Rahmenbedingungen:
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.4)
    Alterszusammensetzung:
    Eltern-Kind-Gruppen sind grundsätzlich ab der Geburt möglich. Empfehlenswert sind altershomogene Gruppen (bis zu 6 Monate Unterschied), um gezielt auf die altersspezifischen Bedürfnisse des Kindes eingehen zu können. Aber auch altersheterogene Gruppen (z.B. 18 bis 36 Monate) können für alle Teilnehmenden bereichernd sein. Wenn möglich sollte sich jede erwachsene Person nur einem Kind widmen. Ein Besuch über mehrere Jahre ist zu empfehlen.
    Gruppengröße:
    Eine Gruppe kann, je nach Raumgröße, maximal acht Erwachsenen-Kind-Paare umfassen.
    Unterrichtsdauer:
    Wöchentlich 40 bis 50 Minuten
    Zusatzausstattung:
    18 Trommeln ohne Schrauben (Ø 20 cm) 18 kleine Claves
    Schlägel mit kurzen Griffen (z.B. Studio 49 PKS1) 18 Rasseleier
    18 kleine Schellen
    9 Gymnastikmatten oder Decken 1 große Standtrommel
    1 Tischtrommel
    Position der Pädagogin/des Pädagogen:
    Die Pädagogin/Der Pädagoge ist Moderator/in, Spielleiter/in und zunehmend Bezugsperson.
    Die Erwachsenen sollen in ihrer Doppelrolle als Bezugspersonen und selbständige Teilnehmer/innen angesprochen werden.
    Kontakt zu den Erwachsenen, Elternarbeit:
    Regelmäßige Kontakte mit den Erwachsenen in Form von Informationsabenden und persönlichen Gesprächen ergänzen den Unterricht. Der erste Informationsabend sollte vor der ersten Unterrichtsstunde stattfinden. Unter anderem werden bei diesem ersten Kontakt folgende Gruppenregeln mit den Erwachsenen geklärt: Die Erwachsenen tragen die Verantwortung für ihre Kinder. Die Erwachsenen sind aktive Spielpartner. Die Kinder entscheiden selbst, ob sie aktiv mitmachen wollen. Unterrichtsstörungen sollten vermieden werden (trinken, essen, private Gespräche, eingeschaltetes Mobiltelefon, fotografieren und filmen etc.).
    Fachspezifische Unterrichtsziele:
    (Diese ergänzen die Unterrichtsziele im Allgemeinen Teil > 1.1)
  • Gemeinsames Musizieren von Kindern und Erwachsenen
  • Unterstützung der senso-motorischen Entwicklung der Kinder (vom Be-greifen zur Begriffsbildung)
  • Unterstützung der Sprachentwicklung der Kinder (z.B. Artikulation, Begriffsbildung, Wortschatz)
  • Förderung der Entwicklung der Ich-Kompetenz der Kinder als Voraussetzung für soziale Entwicklung
  • Die Erwachsenen werden ermutigt, den Kindern Entwicklungsfreiraum zu lassen (z.B. Freiwilligkeit, Eigenverantwortung, Gefahrenbewusstsein, eigene Ideen)
  • Den Erwachsenen wird die Möglichkeit gegeben, ihren persönlichen Zugang zur Musik weiter zu entwickeln (einerseits indem sie den Zugang des Kindes zur Musik miterleben und andererseits indem sie auf ihrer eigenen Ebene angesprochen werden)
  • Methodisch-didaktische Besonderheiten:
    (Diese ergänzen die Methodisch-didaktischen Grundsätze im Allgemeinen Teil > 1.2)
  • Kenntnisse über die Entwicklung des Kleinkindes sind Voraussetzung für eine sinnvolle Unterrichtsplanung und deren Umsetzung.
  • Wiederholungen, Variationen und eine immer wiederkehrende Struktur (Rituale) sind unerlässlich. Sie geben Sicherheit und Orientierung.
  • Die Abwechslung der Aktionsbereiche kann Priorität gegenüber dem thematischen "roten Faden" haben.
  • Tonlage und Tonumfang der Lieder sollten für die Erwachsenen angenehm zu singen sein und auch der Stimmlage der Kinder entsprechen, wenn diese mit zunehmendem Alter aktiv mitsingen. Daher sollte die Tonlage häufig variiert werden.
  • Die Musikauswahl sollte auch die Erwachsenen ansprechen und dazu anregen, sich musikalisch kreativ zu betätigen.
  • Je jünger das Kind ist, desto mehr soll die musikalische Initiative vom Erwachsenen ausgehen, da Imitation ein wichtiges Lernprinzip dieser Altersstufe ist.
  • Fachspezifische Inhalte:
    (Diese ergänzen die Aktionsbereiche und Inhalte im Allgemeinen Teil > 1.3)
    Im Kleinkindalter findet Lernen vorwiegend durch Bewegungs- und Sinneserfahrungen (Sensomotorik) statt. Die Gehirnentwicklung und somit auch die kognitiven Fähigkeiten wie z.B. der Spracherwerb basieren darauf. Die drei Unterrichtsinhalte Stimme und Sprache, Bewegung und Tanz und Sinneserfahrungen sind daher besonders eng miteinander verknüpft.
    Stimme und Sprache
  • Kniereiter und Fingerspiele kennenlernen und wiederholen
  • Bewegung und Tanz
  • vielfältige Bewegungserfahrungen mit unterschiedlichem Material sammeln
  • Bewegt werden
  • (Schaukel-, Wiege-, Fliegespiele etc.)
  • Sinneserfahrungen
  • Vielseitiges Materialangebot bietet Anreiz für Sinneserfahrungen.
  • Elementares Musizieren mit Instrumenten
  • Erwachsene verfeinern ihre Spieltechnik
  • Musikhören
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
    Visualisierung
  • Dirigieren mit Medien wie Handpuppen, Spielfiguren und Bildkarten
  • Musikkunde
  • Erwachsene erweitern ihre Kenntnisse
  • Kinder sammeln basale Erfahrungen
  • Instrumenteninformation
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
    2.2 Elementares Musizieren mit Kindern von 4 bis 6 Jahren
    Dieses Angebot ermöglicht Kindern im Vorschulalter den spielerischen und ganzheitlichen Umgang mit Musik. Zentrales Anliegen ist es, Neugierde, Begeisterung und Lust auf Musik und Bewegung zu wecken, zu erhalten und Raum zu geben, um Interessen auszubauen.
    Rahmenbedingungen:
    (siehe Allgemeiner Teil ? 1.4)
    Gruppenzusammensetzung:
    Zu empfehlen sind altershomogene Gruppen, mit denen über zwei Jahre aufbauend gearbeitet wird.
    Gruppengröße:
    Die ideale Gruppengröße liegt bei acht bis zehn Kindern. Mit Zustimmung der Pädagogin/des Pädagogen und unter geeigneten räumlichen Voraussetzungen kann die Gruppengröße bis maximal zwölf Kinder betragen. Bei besonderen Bedingungen (geographische Randlage, Raumgröße geringer als in den Rahmenbedingungen angegeben, Fortsetzungskurse) ist eine Gruppe ab fünf Kindern möglich.
    Unterrichtsdauer:
    Wöchentlich 50 oder 60 Minuten Position der Pädagogin/des Pädagogen: (siehe Allgemeiner Teil > 1.2)
    Elternarbeit:
    Regelmäßiger Kontakt zu den Eltern soll in vielfältiger Form gesucht und entwickelt werden. Persönliche Gespräche, Elternbriefe, Informations- und Elternabende, Austausch über Zielvorstellungen, Elternmusizierstunden (ohne Kinder), offene Stunden, Mitmach-Gelegenheiten usw. machen das Unterrichtsgeschehen transparent und fördern das Interesse und Verständnis für die Unterrichtsinhalte. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich beim Elementaren Musizieren um ein prozessorientiertes Konzept handelt und daher einer Vorführung nicht dieselbe Bedeutung zukommt wie Vorspielstunden oder Konzerten im Instrumental-, Gesangs- und Tanzunterricht. Lehrer/in und Eltern sollten über die Entwicklung des Kindes im Austausch bleiben.
    Fachspezifische Unterrichtsziele:
    (Diese ergänzen die Unterrichtsziele im Allgemeinen Teil > 1.1)
  • Interesse für Musik und Bewegung fördern
  • dem Kind ermöglichen seine Neigungen zu entdecken
  • Methodisch-didaktische Besonderheiten:
    (Diese ergänzen die Methodisch-didaktischen Grundsätze im Allgemeinen Teil > 1.2)
  • Kenntnisse über die Entwicklung des Vorschulkindes sind Voraussetzung für eine gezielte und sinnvolle Unterrichtsplanung und Umsetzung.
  • Das Spiel ist die bedeutendste Lernform dieser Altersgruppe und hat deshalb einen besonders hohen Stellenwert.
  • Bei der Unterrichtsplanung und Umsetzung sollte der Loslösungsprozess von den primären Bezugspersonen berücksichtigt werden.
  • Dem Gruppenbildungsprozess sollte genügend Zeit eingeräumt werden.
  • Eine angenehme, wertschätzende Atmosphäre ermöglicht das Entstehen von Vertrauen und Geborgenheit. In dieser Altersstufe sind kreative Prozesse nur auf dieser Basis möglich.
  • Unterstützung der Kinder beim Finden ihrer musikalischen Präferenzen und ihres Wunsch-Instruments findet sowohl im Unterricht als auch in Gesprächen mit den Eltern statt.
  • Fachspezifische Inhalte:
    (Es gelten alle Aktionsbereiche und Inhalte des Allgemeinen Teils > 1.3)
    2.3 Elementares Musizieren mit Kindern von 6 bis 12 Jahren
    Elementares Musizieren in dieser Altersstufe kann eine Weiterführung des Unterrichts mit Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren sein, wobei eine Erweiterung und Vertiefung der bisher erlangten Fähigkeiten und Fertigkeiten ermöglicht werden. Grundsätzlich ist es aber ein eigenständiges Angebot. Ebenso ist es für Schüler/innen sinnvoll, den Unterricht parallel zum Instrumental- und Gesangsunterricht zu besuchen, da sich die Inhalte aus beiden Bereichen gut ergänzen. Durch das Miteinanderlernen wird neben motivationalen und sozialen Aspekten auch das Zusammenspiel gefördert, welches beim Musizieren in Ensembles, Orchestern und Chören eine wesentliche Rolle einnimmt.
    In diesem Fall ist eine Zusammenarbeit zwischen der Elementaren Musikpädagogin/ dem Elementaren Musikpädagogen und den Instrumental- und Gesangslehrpersonen wünschenswert.
    Die vielseitige Beschäftigung mit Musik bietet den Kindern die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, Interessen zu entwickeln und ihren persönlichen musikalischen Weg zu finden.
    Rahmenbedingungen:
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.4)
    Gruppenzusammensetzung:
    Sowohl altershomogene als auch altersheterogene Gruppen sind möglich.
    Gruppengröße:
    Die Größe der Gruppe kann je nach Unterrichtsmodell, nach Schwerpunktsetzung und Raumgröße zwischen vier und zehn Kindern variieren.
    Unterrichtsdauer:
    50 bis 60 Minuten wöchentlich oder geblockte Unterrichtseinheiten
    Position der Pädagogin/des Pädagogen:
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.2)
    Elternarbeit:
    Regelmäßiger Kontakt zu den Eltern soll in vielfältiger Form gesucht und entwickelt werden. Persönliche Gespräche, Elternbriefe, Informations- und Elternabende, Austausch über Zielvorstellungen, Elternmusizierstunden (ohne Kinder), offene Stunden, Mitmach-Gelegenheiten usw. machen das Unterrichtsgeschehen transparent und fördern das Interesse und Verständnis für die Unterrichtsinhalte. Pädagog/in und Eltern sollten über die Entwicklung des Kindes im Austausch bleiben. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich beim Elementaren Musizieren um ein prozessorientiertes Konzept handelt und daher einer Vorführung nicht dieselbe Bedeutung zukommt wie Vorspielstunden oder Konzerten im Instrumental-, Gesangs- und Tanzunterricht. Für diese Altersgruppe gewinnen jedoch auch Vorführungen an Relevanz und können motivierend und bereichernd sein.
    Fachspezifische Unterrichtsziele:
    (Es gelten alle Unterrichtsziele des Allgemeinen Teils > 1.1)
    Methodisch-didaktische Besonderheiten:
    (Diese ergänzen die Methodisch-didaktischen Grundsätze im Allgemeinen Teil > 1.2)
  • Der Entwicklungsstand der Kinder ermöglicht vermehrt eigenständiges Arbeiten: allein, mit Partner, in Kleingruppen und in der Großgruppe.
  • Die Lernform Spiel ist in dieser Altersgruppe nach wie vor von großer Bedeutung.
  • Eigenem Erfinden, Improvisieren und Komponieren soll genügend Raum gegeben werden.
  • Die unterschiedlichen entwicklungsbedingten kognitiven, motorischen, emotionalen und sozialen Möglichkeiten der Kinder sind zu berücksichtigen.
  • Die veränderte Lern- und Leistungsbereitschaft der Schüler/innen kann durch den Unterricht in der Gruppe in besonderer Form genutzt und gelenkt werden.
  • Der Entwicklungsstand der Kinder ermöglicht die gemeinsame Reflexion von gruppendynamischen Prozessen.
  • Die Lehrperson unterstützt die Kinder beim Finden ihrer musikalischen Vorlieben und ihres Wunsch-Instruments sowohl im Unterricht als auch in Gesprächen mit den Eltern.
  • Eine Zusammenarbeit mit Instrumental- und Gesangslehrpersonen einer Musikschule, etwa bei Konzerten oder Projekten, ist wünschenswert.
  • Geblockte Angebote machen eine Vertiefung der Themen möglich.
  • Bei Schwerpunktsetzungen bieten sich Teamteaching-Modelle mit anderen Fachbereichen an.
  • Fachspezifische Inhalte:
    (Diese ergänzen die Aktionsbereiche und Inhalte im Allgemeinen Teil > 1.3)
    Elementares Musizieren mit Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren ist mit verschiedenen Schwerpunktsetzungen möglich. Zum Beispiel mit Schwerpunkt
  • Singen
  • Instrumentalspiel
  • Percussion
  • Improvisation
  • Komposition
  • Musiktheater
  • Musical
  • Rhythmik/ Musik und Bewegung
  • Tanz
  • Bildende Kunst
  • 2.4 Elementares Musizieren mit Jugendlichen
    Einer der wichtigsten Aspekte der Jugendarbeit ist die Hilfestellung bei der Findung einer eigenen Identität. Das Elementare Musizieren kann hier einen positiven Beitrag leisten. Die Teilnehmer/innen haben die Möglichkeit, sich kreativ zu betätigen, und erleben durch die Zugehörigkeit zur Gruppe ein Gefühl der Sicherheit. Durch das Verfolgen von gemeinsamen Interessen kommt ein Prozess des Sich-Abgrenzens von der Erwachsenenwelt und zugleich des Hineinwachsens in diese in Gang.
    Rahmenbedingungen:
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.4)
    Gruppenzusammensetzung:
    Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Altershomogene und altersheterogene Gruppenkonstellationen sind möglich.
    Gruppengröße:
    Eine Gruppe kann je nach Raumgröße sechs bis zwölf Jugendliche umfassen.
    Dauer der Einheiten:
    Wöchentlich 50 bis 100 Minuten, Blockunterricht ist möglich
    Zusatzausstattung:
  • Elektronische Instrumente wie Drumpads, Drumcomputer, Synthesizer, E- Piano, E-Bass, E-Gitarre etc., evtl. auch Sampler und Loopstation
  • Tonanlage mit Mischpult und Mikrophonen
  • eine vielfältige Auswahl an gestimmten und ungestimmten Perkussions- instrumenten (z.B. Schlitztrommeln, Steeldrum, Hang, Congas, Bongos, Djemben) und Drumset
  • Neue Medien wie Video, Social-Media etc.
  • Position der Pädagogin/des Pädagogen:
    Die Pädagogin/Der Pädagoge nimmt vor allem eine unterstützende Rolle ein. Sie/Er ist Gestaltungspartner/in, Koordinator/in, Initialzünder/in und falls notwendig letzte Entscheidungsinstanz. Sie/Er steht dem sozialen und kulturellen Umfeld der Jugendlichen offen gegenüber.
    Fachspezifische Unterrichtsziele:
    (Es gelten alle Unterrichtsziele des Allgemeinen Teils > 1.1)
  • Verantwortung für den Gestaltungsprozess übernehmen können
  • sich als schöpferische Persönlichkeit wahrnehmen können
  • musikalische und interaktive Freiräume erobern
  • die Gruppe als Motor für künstlerische Prozesse erleben und nutzen lernen
  • Methodisch-didaktische Besonderheiten:
    (Diese ergänzen die Methodisch-didaktischen Grundsätze im Allgemeinen Teil > 1.2)
  • Improvisation und Komposition haben den höchsten Stellenwert.
  • Den Kompetenzen der Jugendlichen soll mit besonderer Wertschätzung begegnet werden. Spezielle Zugänge zu unterschiedlichen Musikstilen und musikalischen Strömungen, zu aktuellen Tanz- und Bewegungsformen sowie der Einsatz von außergewöhnlichen Instrumenten (z. B. Didgeridoo, Drumpads) und Vokaltechniken (z. B. Beatbox, Rap) können in die musikalische Arbeit einfließen.
  • Die Jugendlichen sollen die Musikstücke, Lieder und Tanzformen nach Möglichkeit selbst auswählen können. Die Pädagogin/der Pädagoge soll die Jugendlichen aber auch mit Inhalten und Methoden konfrontieren, die diesen nicht bekannt sind. Dabei soll aber auf die Interessen und allgemeinen Voraussetzungen der Teilnehmer/innen Rücksicht genommen werden.
  • Sensibilität im Umgang mit den heranwachsenden Jugendlichen im Hinblick auf Veränderung und Weiterentwicklung der Sprech- und Singstimme, des Körpergefühls, der Persönlichkeit und vor allem der besonderen Situation in einer Gruppe von Gleichaltrigen ist wichtig.
  • Reflexion findet einerseits auf der persönlichen Ebene statt (Selbstreflexion, Feedback), andererseits auf der sachlichen Ebene in Form von Erkenntnissen und Informationen über Musik, Tanz und andere Kunstformen, basierend auf Respekt und Akzeptanz.
  • Obwohl Elementares Musizieren grundsätzlich prozessorientiert ist, kann auch projektbezogene und ergebnisorientierte Arbeit stattfinden.
  • Gruppendynamischen Prozessen soll genügend Raum gegeben werden.
  • Geblockte Angebote machen eine Vertiefung der Themen möglich.
  • Fachspezifische Inhalte:
    (Diese ergänzen die Aktionsbereiche und Inhalte im Allgemeinen Teil > 1.3)
    Folgende inhaltliche Schwerpunkte sind zum Beispiel möglich:
  • Elementares Musiktheater
  • Rhythmischer Schwerpunkt (Trommelkurse, Stücke à la "Stomp", Latin Percussion etc.)
  • Teamteaching-Modelle mit anderen Fachbereichen (Komposition, Pop-Rock, Schlagwerk, Malerei, Schauspiel, Tanz, Musical etc.)
  • Stimme und Sprache
  • Lieder und Sprechstücke selbst entwickeln
  • zu einfachen Ostinati (Riffs) oder Akkordfolgen (Changes) improvisieren (Freestyle)
  • mit Sprache und Rhythmus kreativ umgehen, insbesondere in Form von Rap/ Sprechgesang
  • Lieder aus verschiedenen Kulturen kennen lernen und erarbeiten
  • sich mit Liedern verschiedener Stilrichtungen und Epochen beschäftigen
  • Bewegung und Tanz
  • eine breite Palette von freien und vorgegebenen Bewegungs- und Tanzformen anbieten und die Kompetenzen der Jugendlichen einbinden (z.B. von trendig populären Tanzformen wie Urban Dance, sowie Kreativer Tanz, Improvisation bis zu Volkstänzen, Folkloretänzen, ethnischen Tänzen, etc.)
  • Sinneserfahrungen
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
    Elementares Musizieren mit Instrumenten
  • einfache Ostinati (Riffs) oder Akkordfolgen (Changes) spielen lernen und darüber improvisieren
  • stilistische und kulturelle Vielfalt anbieten und ermöglichen
  • Musikhören
    (siehe Allgemeiner Teil ? 1.3)
    Visualisierung
  • mit Musik in Verknüpfung mit Visuals auf Medien wie Smartphones, Tablets u.ä. experimentieren, improvisieren und komponieren
  • Musikkunde
  • Kenntnisse erweitern und anwenden
  • Lieder aus verschiedenen Musikstilen und Epochen bearbeiten (Coverversions)
  • Instrumenteninformation
  • Kenntnisse erweitern
  • 2.5 Elementares Musizieren mit Erwachsenen
    Elementares Musizieren wird für interessierte Erwachsene unabhängig von deren musikalischen Vorkenntnissen angeboten. Der Unterricht ermöglicht eine gute Alternative und einen Ausgleich zu den oft kognitiv orientierten Tätigkeiten im Alltag. Kreative Betätigung, aktive Beteiligung, körperliches und emotionales Erleben stehen im Vordergrund. Dabei werden das intellektuelle Potenzial und musikalische Vorkenntnisse, die Erwachsene mitbringen, genutzt. Dem menschlichen Grundbedürfnis nach Rhythmus, Singen, Tanzen, Bewegen, Musizieren, Lieder begleiten, Malen, Hören, Improvisieren und Komponieren soll Raum gegeben werden.
    Rahmenbedingungen:
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.4)
    Alterszusammensetzung/Gruppenzusammensetzung:
    Homogene und heterogene Gruppenkonstellationen von jungen über ältere Erwachsene bis zu Menschen im späten Erwachsenenalter sind möglich.
    Gruppengröße:
    Eine Gruppe kann je nach Raumgröße maximal zwölf Teilnehmer/innen umfassen.
    Dauer der Einheiten:
    Wöchentlich 50 bis 100 Minuten oder geblockte Unterrichtseinheiten
    Zusatzausstattung:
    Attraktives Instrumentarium (z.B. Djemben, Cajons, Mallets)
    Position der Pädagogin/des Pädagogen:
    Ziel ist es, von der leitenden auch zur begleitenden Rolle zu finden. Die Lehrperson wird zunehmend zur Partnerin/zum Partner im Unterrichtsgeschehen, und gibt den Teilnehmer/innen die Möglichkeit, den Prozess selbständig mitzugestalten.
    Fachspezifische Unterrichtsziele:
    (Es gelten alle Unterrichtsziele des Allgemeinen Teils > 1.1)
    Methodisch-didaktische Besonderheiten:
    (Diese ergänzen die Methodisch-didaktischen Grundsätze im Allgemeinen Teil > 1.2)
  • Das Erarbeiten eines gemeinsamen Repertoires gibt am Anfang Sicherheit. Die Teilnehmer/innen werden schrittweise vom Ausprobieren verschiedener Gestaltungsideen zu freien, kreativen Prozessen hingeführt.
  • Eine ungezwungene, spielerische Atmosphäre ermöglicht den Abbau von eventuell vorhandenen Hemmungen.
  • Ausgehend von rhythmischen Spielen in Verbindung mit Bewegung, Stimme, Sprache, Bodypercussion und Instrumenten können komplexe Gestaltungen entstehen.
  • Improvisation und Komposition haben einen hohen Stellenwert.
  • Der Abbau von ausschließlicher Leistungsorientierung ist anzustreben.
  • Gruppendynamischen Prozessen soll genügend Raum gegeben werden.
  • Reflexion findet einerseits auf persönlicher Ebene (Selbstreflexion, Feedback) und andererseits auf sachlicher Ebene (Erkenntnisse und Informationen über Musik und andere Kunstformen) statt.
  • Geblockte Angebote machen eine Vertiefung der Themen möglich.
  • Fachspezifische Inhalte:
    (Diese ergänzen die Aktionsbereiche und Inhalte im Allgemeinen Teil > 1.3)
    Stimme und Sprache
  • die Vielfalt der Stimmlagen nutzen
  • allmählich den Stimmumfang auch in höhere und tiefere Lagen erweitern
  • Lieder aus verschiedenen Kulturen einbeziehen
  • Bewegung und Tanz
  • eine breite Palette von vorgegebenen und freien Bewegungs- und Tanzformen anbieten (vom Historischen Tanz zum Charaktertanz/ Nationaltanz, von Volkstänzen, Folkloretänzen, ethnische Tänzen zum Kreativen Tanz und zur Improvisation, soziale Tanzformen wie Kreistänze, Sitztänze, Tanzkanon etc.)
  • Entspannungsangebote
  • Sinneserfahrungen
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
    Elementares Musizieren mit Instrumenten
  • Modelle anbieten, die kognitive und technische Anforderungen bewusst zurücksetzen und das gemeinsame Musiziererlebnis in den Vordergrund stellen (z.B. pentatonische Skala als Improvisationsmaterial verwenden)
  • Musikhören
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
    Visualisierung
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
    Musikkunde
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
    Instrumenteninformation
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
    2.6 Elementares Musizieren mit Seniorinnen und Senioren
    Elementares Musizieren ist ein sinnvolles und förderndes Bildungsangebot für Menschen im späten Erwachsenenalter unabhängig von deren musikalischen Vorkenntnissen. Der kreative, unbefangene Kontakt mit Musik, Bewegung und Tanz gibt vielseitige, wichtige Anregungen auf emotionaler, kognitiver, physiologischer und sozialer Ebene. Im Vordergrund stehen nicht Lernziele im klassischen Sinne, sondern viel mehr Freude und Interesse an neuen Erfahrungen und am gemeinsamen Tun in einer Gruppe. Besonders beim Musizieren mit hochbetagten Menschen stehen Aspekte wie den Moment zu leben, in Gemeinschaft zu sein sowie durch Musik Lebendigkeit und Intensität des Lebens zu spüren, im Mittelpunkt.
    Rahmenbedingungen:
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.4)
    Alterszusammensetzung/Gruppenzusammensetzung:
    Zielgruppe sind Menschen im späten Erwachsenenalter, die mobil sind und selbständig am Angebot teilnehmen bzw. Menschen jeglichen Alters, die aus unterschiedlichen Gründen, z. B. wegen eines Schlaganfalles oder einer Demenzerkrankung, in Einrichtungen wie beispielweise in Pflegeheimen leben und dort das Angebot nutzen können. Auch gemeinsame Projekte mit Kindergartenkindern und Menschen im Seniorenheim sind eine Möglichkeit.
    Gruppengröße:
    Die maximale Gruppengröße kann, abhängig von Gruppenzusammensetzung und Raumgröße, nach eigenem Ermessen der/des Unterrichtenden festgelegt werden. Empfohlen wird eine Anzahl von sechs bis vierzehn Teilnehmer/innen. Gegebenenfalls ist die Begleitung und Unterstützung einzelner Teilnehmer/innen durch eine zweite Lehrkraft oder eine Betreuungsperson notwendig und sinnvoll.
    Dauer der Einheiten:
    50 bis 100 Minuten wöchentlich
    Zusatzausstattung:
    Genügend Platz für Bewegung und zum Sitzen (altersgerechte Sitzmöbel)
    Position der Pädagogin/des Pädagogen:
    Die Aufgabe der Pädagogin/des Pädagogen ist es, in leitender Position die Teilnehmenden zu begleiten, sie zu motivieren und zu unterstützen. Der Umgang mit älteren Menschen erfordert besondere Rücksichtnahme und zugleich Respekt, da sie der Lehrperson in der Regel an Lebensjahren und vor allem an Lebenserfahrung um Einiges voraus sind.
    Fachspezifische Unterrichtsziele:
    (Diese ergänzen die Unterrichtsziele im Allgemeinen Teil > 1.1)
  • Unterstützen, Erhalten bzw. Wecken der Lebensfreude und der eigenen kreativen Fähigkeiten
  • Erhalten und Entwickeln von Freude an Geselligkeit und Kommunikation, von Neugier und Interesse an anderen Menschen und Geschehnissen in der Welt
  • Durchbrechen möglicher Isolierungstendenzen, Resignation oder Antriebslosigkeit
  • Hervorrufen positiver Jugenderlebnisse durch das Singen bekannter Volkslieder, Kinderlieder und Schlager
  • Aktivierung der Psychomotorik durch das Spiel mit Instrumenten
  • Ansprechen der Menschen im späten Erwachsenenalter in ihrer Ganzheitlichkeit (Geist, Körper, Seele, Gefühle und Beziehungsebene)
  • Altersbedingten Einschränkungen, die in physiologische, kognitive, affektive und soziale Aspekte unterteilt werden, wird mit den nonverbalen Medien Musik und Bewegung entgegengesteuert.
  • Anregen, Wecken und Erhalten von
    - Beweglichkeit und Wahrnehmungsfähigkeit
    - Merkfähigkeit und Erinnerungsvermögen, Konzentration
    - Motivationsbereitschaft, Frustrationstoleranz, Offenheit
    - Begeisterungsfähigkeit, emotionalem Gleichgewicht
    - Interaktion mit der Umwelt, Geborgenheit in der Gruppe
  • Methodisch-didaktische Besonderheiten:
    (Diese ergänzen die Methodisch-didaktischen Grundsätze im Allgemeinen Teil > 1.2)
  • Die Auswahl von vertrauter Musik knüpft an frühere Erfahrungen an.
  • Das individuell unterschiedliche Nachlassen einzelner Sinnesfunktionen wird durch ein wechselndes Ansprechen der Wahrnehmungskanäle berücksichtigt, sodass auch Teilnehmer/innen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen oder Behinderungen angesprochen werden.
  • Die zunehmende Labilität in der körperlichen Standfestigkeit bedingt Bewegungsaufgaben, die auch im Sitzen durchgeführt werden können.
  • Die zunehmende Langsamkeit psychomotorischer Abläufe sowie die Verlangsamung der Wahrnehmungsverarbeitung und die Verlängerung der Reaktionszeit erfordern ein entsprechend langsames Tempo bei den verschiedenen Aktivitäten.
  • Im Umgang mit Materialien und Musikinstrumenten sollte schon in der Stundenplanung auf eine eventuell beeinträchtigte Feinmotorik Rücksicht genommen werden.
  • Einfache Bewegungen und geeignete Materialien (z.B. Chiffontücher) ermöglichen körperliches und seelisches Wohlbehagen. Bei komplizierten Aufgabenstellungen können Verspannungen einsetzen, da motorische Entspannung zunehmend schwieriger wird.
  • Durch wiederholte Übungen und die Wahl geeigneter Themen werden die Teilnehmer/innen zum eigenen Bewegungsausdruck motiviert. Besonders für hochbetagte Menschen ab 80 Jahren ist es wichtig, in der Themenwahl an ihren Lebenserfahrungen anzuknüpfen.
  • Schaffen von Vertrautheit und Motivation sowie eine gute Balance zwischen Vertrautem und Neuem spielen eine bedeutende Rolle. Den Menschen soll Sicherheit und Orientierung vermittelt, aber gleichzeitig auch Raum gegeben werden, Neues zu wagen, an sich und in sich Neues zu entdecken, ihren Horizont zu erweitern und in ihrer Persönlichkeit weiter zu wachsen.
  • Eine positive soziale Atmosphäre fördert die Gemeinschaft in der Gruppe und ermöglicht, dass Kontakte zwischen den Teilnehmer/innen auch während der Woche fortgesetzt werden können.
  • Fachspezifische Inhalte:
    (Diese ergänzen die Aktionsbereiche und Inhalte im Allgemeinen Teil > 1.3)
    Stimme und Sprache
  • bekannte Volkslieder, aber auch neue Lieder, die zu weiteren Aktionen wie Darstellung in der Bewegung, eigenständige Variationen, Malen usw. einladen
  • Bewegung und Tanz
  • freies Bewegen und Tanzen - auch im Sitzen (je nach körperlichen Möglichkeiten)
  • Tanzen von einfachen Kreis- und Reihentänzen, die evtl. in Sitztänze umgewandelt werden
  • Sinneserfahrungen
  • Aktivierung der Sinne mit und ohne Material
  • Elementares Musizieren mit Instrumenten
  • Instrumente, die die Teilnehmer/innen spielen oder früher gespielt haben, einbeziehen
  • ein breites Spektrum an Instrumenten anbieten, um mitunter unbekannte Klänge zu erleben
  • Musikhören
  • ausgewählte Stücke aus dem Bereich klassischer Musik
  • Musik aus verschiedenen Kulturen und Genres als einen für manche ältere Menschen neu zu entdeckenden Bereich anbieten
  • Visualisierung
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
    Musikkunde
  • Erinnerung und Interesse wecken
  • Zusammenhänge knüpfen
  • Instrumenteninformation
  • Erinnerung und Interesse wecken
  • Zusammenhänge knüpfen
    2.7 Elementares Musizieren mit Menschen mit Behinderung
    Das Angebot richtet sich an Menschen jeder Altersstufe mit verschiedenen Behinderungsgraden und Behinderungsarten. Menschen mit Behinderung können auch in integrativ und inklusiv geführten Gruppen musizieren. Bei Integration öffnet sich das Bildungssystem für unterschiedlichste Menschen, Inklusion hingegen verlangt die Anpassung des Systems an die Bedürfnisse des einzelnen Menschen und eine individuelle Förderung durch ein zugeschnittenes Angebot. Die Hauptaufgabe besteht darin, Menschen zu ermöglichen, ihrer Persönlichkeit entsprechend in der Gruppe zu musizieren. Die Teilnehmer/innen werden so bei der Gestaltung ihres Lebens in weitgehender Selbstständigkeit und Normalität unterstützt. Gemeinsames Elementares Musizieren soll zur Steigerung der Lebensqualität beitragen. Die Schaffung einer angenehmen Atmosphäre, entsprechende Zuwendung, das Gefühl des "Angenommen-Seins" und die Vermittlung von Geborgenheit sind wichtige Komponenten des Unterrichts. Auf dieser Basis und in der für alle Teilnehmer/innen überschaubaren Gemeinschaft steht die Freude am gemeinsamen Agieren, am aktiven Erleben und Gestalten über das Medium Musik im Vordergrund. Es sollen aber auch individuelle musikalische und bewegungsmäßige Kompetenzen erweitert und die reproduktive, rezeptive und vor allem produktive Musikalität der Teilnehmer/innen gefördert werden.
    Rahmenbedingungen:
    (Diese ergänzen die Rahmenbedingungen im Allgemeinen Teil > 1.4)
    Der Unterricht kann sowohl in der Musikschule als auch in Betreuungseinrichtungen stattfinden. Vor allem für Menschen, die in einer Institution leben, ist ein Angebot außerhalb der Betreuungseinrichtung ein wichtiger Schritt zur Integration. Voraussetzung für den Unterricht sind folgende zusätzliche Rahmenbedingungen:
  • behindertengerechter Zugang zum Haus und zum Unterrichtsraum
  • Toiletten auf der gleichen Ebene und behindertengerechter Zugang
  • Garderoben mit Sitzmöglichkeiten
  • belastbares Instrumentarium (z.B. Schlägel mit stärkeren Griffen, massive Trommeln, ...)
  • Zusatzausstattung:
  • Gymnastikmatte, Hängesessel, Klangwiege
  • Instrumente, die Schwingungen gut weitergeben (z.B. Big Boom, Tischtrommel, Bassstäbe oder Kontrabassstäbe, Klangschalen, Monochord)
  • Für manche der Teilnehmer/innen kann gerade beim Spiel mit der Stimme der Einsatz von Kazoos motivierend und hilfreich sein.
  • Erweitertes Instrumentarium (z.B.dwenn das Halten eines Schlägels nicht möglich ist) wie verschiedene Zupf- und Blasinstrumente. Um barrierefreies Musizieren zu ermöglichen, können auch neue elektronische Medien wie bestimmte Apps für Notebooks und Tablets etc. verwendet werden oder neue elektronische Instrumente wie Skoog oder Sound Beam, vorausgesetzt die Lehrperson ist bereit, sich mit diesen Instrumenten auseinandersetzen.
  • Tonanlage
  • Induktionsanlagen (für Menschen mit Hörschädigung)
  • Besondere Kompetenzen der Pädagogin/des Pädagogen:
    Alle Menschen haben dieselben Grundbedürfnisse. Erfüllung und Freude durch menschliche Nähe und kulturelle Betätigung gehören zu den vorrangigen darunter. Menschen mit einer Behinderung müssen ihrer Persönlichkeit, nicht ihrer Behinderung entsprechend behandelt werden. Zu den Kompetenzen der Pädagogin/des Pädagogen muss also gehören, die Teilnehmer/innen in ihrer Normalität anzunehmen und allenfalls dort, wo es die jeweilige Behinderung erfordert, respektvoll Assistenz zu leisten.
    Zusammenarbeit mit den Betreuungsinstitutionen:
    Kontakt und Austausch mit den betreuenden Personen und Einrichtungen sind wichtig. Bei Bedarf ist zu gewährleisten, dass eine zu Handlungen wie der Gabe von krampflösenden Medikamenten, Unterstützung beim Toilettenbesuch o. ä. befugte Person an der Musikeinheit teilnimmt. Außerdem ist es äußerst positiv, wenn Mitarbeiter/innen, Praktikant/innen oder Zivildiener aktiv am Musizierprozess teilhaben.
    Gruppenzusammensetzung:
    Empfehlenswert sind Gruppen mit Teilnehmer/innen, deren Interessen sich überschneiden. Gegebenenfalls ist die Begleitung und Unterstützung einzelner Teilnehmer/innen durch eine zweite Lehrkraft oder eine Assistenzperson notwendig und sinnvoll. Die Rolle dieser Person soll klar abgesprochen sein.
    Gruppengröße:
    Je nach den Voraussetzungen der Teilnehmer/innen kann die Gruppengröße zwischen zwei und etwa zwölf variieren. Für größere Gruppen empfiehlt sich Teamteaching oder Unterstützung durch eine Betreuungsperson.
    Dauer der Einheiten:
    Wöchentlich 30 bis 90 Minuten
    Position der Pädagogin/des Pädagogen:
    Die Pädagogin/der Pädagoge leitet und strukturiert den Musizierprozess, bietet an ohne aufzudrängen (Instrumente und Handlungsformen), unterstützt ohne zu bevormunden, greift spontan Vorschläge auf und wirkt insgesamt animierend, motivierend, in natürlicher fröhlicher Unbefangenheit.
    Fachspezifische Unterrichtsziele:
    (Diese ergänzen die Unterrichtsziele im Allgemeinen Teil > 1.1)
  • Freude am gemeinsamen Erleben und Gestalten mit Musik und Bewegung erleben
  • individuelle Kompetenzen in Musik und Bewegung anwenden und entwickeln
  • individuelle Ausdrucksmöglichkeiten finden
  • Fähigkeiten und Talente entdecken
  • sowohl nonverbal als auch durch gebärdenunterstützte Kommunikation miteinander in Kontakt treten
  • Lebensqualität steigern
  • Ausgleich und Abwechslung zum Alltag erleben
  • Methodisch-didaktische Besonderheiten:
    (Diese ergänzen die Methodisch-didaktischen Grundsätze im Allgemeinen Teil > 1.2)
  • Produktives Musizieren (Experimentieren, Improvisieren) sowie rezeptive Angebote (Musik hören, sich dazu mit oder ohne Material bewegen) stehen im Mittelpunkt der Arbeit, vor allem auch, da reproduktives Musizieren (Lernen und Wiederholen von Rhythmen, Ostinati, Melodieteilen, Begleitungen, Texten usw.) oft nicht möglich und sinnvoll ist.
  • Die Orientierung an den Stärken, Interessen und Möglichkeiten der einzelnen Gruppenmitglieder steht im Mittelpunkt, um den Bedürfnissen, Wünschen und Anforderungen entsprechend handeln zu können (ressourcenorientiertes Arbeiten).
  • Das Arbeiten mit starken Kontrasten erleichtert das Verständnis der Inhalte.
  • Rituale, didaktische Differenzierung und variantenreiche Wiederholungen sind unerlässlich. Sie geben Sicherheit, Orientierung, ermöglichen Eigenaktivität und machen Freude.
  • In ausgiebige Experimentierphasen soll viel Zeit investiert werden, da sie das Repertoire an Erfahrungen erweitern, den differenzierten persönlichen Ausdruck fördern und somit der Kommunikation dienen.
  • Auf die unterschiedlich langen Reaktionszeiten sowie auf Lernstile und Lerntempo der Teilnehmer/innen wird Rücksicht genommen.
  • Kleine Schritte, Reduzierung und Wiederholung sind wichtig.
  • Für das Üben von verschiedenen individuellen Aufgaben soll genügend Zeit gegeben werden.
  • Die Pädagogin/der Pädagoge bietet nur dann Unterstützung an, wenn sie/er von der Teilnehmerin/dem Teilnehmer dazu aufgefordert wird. Die Teilnehmer/innen dürfen in ihrer Selbständigkeit nicht gestört werden. Es muss ihnen genügend Zeit, bei Verlangen aber auch Unterstützung gegeben werden, um die Entstehung von Frustrationen zu verhindern.
  • Neugierde und Experimentierfreude sollen geweckt und gefördert werden, um die Eigenmotivation der Teilnehmer/innen zu steigern.
  • Durch das Anbieten verschiedener Bewegungsaktivitäten und Tänze wird die Mobilität der Teilnehmer/innen angeregt, erweitert bzw. erhalten.
  • Eine wesentliche Rolle spielen verschiedene Elemente, Objekte und Materialien, die zur Mitarbeit und zum Bewegen motivieren, die Koordination und Wahrnehmung fördern, Inhalte (z.B. jahreszeitliche Themen, Lieder, Gedichte) veranschaulichen und verdeutlichen, diese über einen anderen Wahrnehmungskanal zugänglich machen und ein multisensorisches Aufnehmen ermöglichen.
  • Klare Sprache und einfache Anweisungen, oft verbunden mit Gestik und Mimik, sowie nonverbale Kommunikation und der Einsatz von visuellen Materialien wie Bilder, Objekte, Symbole sind wichtige Komponenten zur Anleitung und Interaktion.
  • Im Sinne der Barrierefreiheit soll bei schriftlichen Informationen die „Leichte Sprache“ verwendet werden.
  • Im Sinne des Normalitätsgebotes soll nach Möglichkeit eine gemeinsame, vielleicht auch schriftlich zu fixierende Planungsarbeit erfolgen und etwa von den Teilnehmer/innen zu unterfertigende Anwesenheitslisten geführt werden.
  • Fachspezifische Inhalte:
    (Diese ergänzen die Aktionsbereiche und Inhalte im Allgemeinen Teil > 1.3)
    Verschiedene Schwerpunktsetzungen sind möglich. Zum Beispiel
  • Instrument
  • Orchester
  • Band
  • Chor
  • Bewegung und Tanz
  • Elementares Musiktheater
  • Stimme und Sprache
  • die stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten der Teilnehmer/innen aufnehmen, damit spielen und kommunizieren
  • Möglichkeiten des Tönens (ohne Silben oder Wörter) bzw. Mundgeräusche entdecken und in Spielformen bringen
  • Nonsens- und Silbenspielereien auch in Verbindung mit Melodien und/oder Rhythmen anwenden
  • den persönlichen Vorlieben der Teilnehmer/innen entsprechendes Liedgut anbieten und wenn notwendig Melodie, Text oder Rhythmus vereinfachen bzw. abändern (z.B. Melodien auf einer Silbe singen oder die gesamte Melodie mit nur einer Textzeile bestreiten)
  • unbekannte neue Reime, Gedichte, Singspiele, Lieder usw. anbieten (auch aus anderen Ländern/ Kulturen)
  • Bewegung und Tanz
  • Bewegungsaktivitäten und -spiele mit hohem Motivationscharakter auswählen, um die Freude an der Eigenaktivität zu unterstützen
  • zu Bewegung anregende Musik und Materialien altersadäquat einsetzen
  • Bewegungsexperimente und -improvisationen mit und ohne Musik, mit und ohne Materialien anbieten, um auch Teilnehmer/innen zu erreichen, die (noch) nicht imitieren können
  • Tänze für die Gruppe so adaptieren bzw. unterschiedliche Rollen (er)finden, dass alle mitkönnen: von Menschen, die sich uneingeschränkt bewegen können, bis hin zu Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind
  • Sinneserfahrungen
  • Bei Beeinträchtigung eines Wahrnehmungskanals ist es notwendig, Zugänge über andere Sinne zu finden. Nach Möglichkeit wird auch der beeinträchtigte Sinneskanal gezielt angeregt und stimuliert.
  • Der Einsatz unterschiedlicher Materialien ermöglicht bzw. intensiviert die Sinneserfahrungen und sensorische Sensibilisierung.
  • Elementares Musizieren mit Instrumenten
  • In ausgiebige Experimentierphasen auf den Instrumenten soll viel Zeit investiert werden.
  • Die Auswahl der Instrumente erfolgt nach den Fähigkeiten und Interessen der Teilnehmer/innen. Manche Instrumente bzw. Schlägel müssen adaptiert werden bzw. neue Spielweisen gefunden werden (z.B. wenn das Halten eines Schlägels nicht möglich ist). Es soll eine Auswahl von Schlag-, Zupf- und Blasinstrumenten (auch elementare Formen) geben.
  • Auch prärhythmische und prämelodische Spielformen sollen eingesetzt werden bzw. auch als Zwischenteile eines Liedes, eines Rondos usw. verwendet werden.
  • Erkunden, Experimentieren, Improvisation
  • Liedgestaltung und -begleitung (z.B. rhythmisch, melodisch, prämelodisch, prärhythmisch, atmosphärisch)
  • Musikhören
  • Das Mitspielen zu und Gestalten von Hörbeispielen kann als motivierendes Klangerlebnis erfahren werden.
  • Visualisierung
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
    Musikkunde
    Das Erleben von Musik steht im Vordergrund, die Wissensvermittlung ist sekundär. Einige Informationen z.B. über Herkunft eines Liedes, Titel und Komponist eines gehörten Musikstückes können für die Teilnehmer/innen aber interessant sein.
    Instrumenteninformation
    (siehe Allgemeiner Teil > 1.3)
     KOMU - Konferenz der österreichischen Musikschulwerke
    VESCON Systemtechnik GmbH