Fachspezifischer Teil - Elektronische Tasteninstrumente
Einleitung „Elektronische Tasteninstrumente“
Der Bereich „Elektronische Tasteninstrumente“ ist vielfältig. Bereits die genaue Definition
des Instrumentariums ist problematisch, da es auf dem Markt eine Fülle von
verschiedenen Keyboards, Synthesizern, Samplern, Workstations etc. gibt und ständig
Neuentwicklungen präsentiert werden.
In der Unterrichtspraxis werden folgende Instrumente (im Sinne eines weit gefassten
Instrumentenbegriffs) verwendet:
- E-Piano, Stage Piano (88 gewichtete Tasten)
- Keyboard mit Begleitautomatik
- E-Orgel
- Heim-Orgel
- Hammond-Orgel
- Fender Rhodes
- Synthesizer
- Sampler
- Workstation
- Masterkeyboard in Verbindung mit verschiedenen Devices und PC oder Mac
Das Unterrichtsangebot reicht von der Befähigung zum eigenständigen Musizieren (unter
Einsatz verschiedener Begleitautomatiken – „Alleinunterhalter“, was zum Teil kritisch
gesehen wird) über den Unterricht an verschiedenen elektronischen Tasteninstrumenten
(unter Einbindung von Midi, Samplern etc.) bis zu einem Unterricht am Instrument mit
integriertem Musikcomputerpraktikum.
Die Lern- und Bildungsziele variieren je nach verwendetem Instrumentarium und (oben
beschriebenem) Unterrichtsangebot, wobei das Spannungsfeld „Lehrplan versus
Schülerwunsch“ in diesem Bereich besonders groß ist.
In didaktischer Hinsicht ist vor allem zwischen dem Unterricht von „Keyboard ohne
Begleitautomatik“, der sich in weiten Bereichen sinngemäß auch am Lehrplan für JPRKlavier
orientieren kann und dem Unterricht von „Keyboard mit Begleitautomatik“ zu
unterscheiden.
Ziel aller Unterrichtsangebote sollte neben der Freude am (gemeinsamen) Musizieren die
freie und individuelle Entwicklung einer persönlichen musikalischen Sprache und die
Mündigkeit der SchülerInnen im Umgang mit dem Instrumentarium sein.
1. Repertoire – inhaltliche Breite
Jazz/Pop/Rock (im Folgenden kurz JPR genannt) und seine verwandten Gattungen
sind vergleichsweise junge Musikstile mit rasch voranschreitender Entwicklung in
unterschiedlichste Richtungen. Es gilt daher bei der Auswahl des Repertoires die
entwicklungsgeschichtliche Relevanz aber auch aktuelle Tendenzen zu
berücksichtigen.
- Stilistische Vielfalt
- Originalliteratur (Transkriptionen – „Wie spielt wer in welcher Band?“)
- Lehrwerke, Solo, Bandliteratur
- Songbegleitung (SängerInnen, Soloinstrumente etc.)
- Improvisation
Die Absicht ist nicht, alle Stile zu erlernen, sondern sich – ausgehend von den Stärken
und Vorlieben der SchülerInnen – der Rolle der elektronischen Tasteninstrumente von
verschiedenen Seiten zu nähern.
Ein ebenfalls wichtiger Ansatz ist die Beschäftigung mit stilbildenden
Musikerpersönlichkeiten (Joe Zawinul, Chick Corea, Jimmy Smith etc.).
Im Unterricht an elektronischen Tasteninstrumenten ist das Spielen nach Noten nicht
das zentrale Lernziel, vielmehr werden schon im frühen Lernalter Themen wie
Improvisation, Arrangement und Komposition in den Unterricht miteinbezogen.
2. Musizierformen
- Solo
- Duo bis Ensemble (Keyboard-Ensemble)
- Band, Combo
- Improvisation
- Begleitung (SängerInnen, InstrumentalistInnen)
- Spiel mit Play along, Sequenzer, Computer (Midifiles), DJ
- Aufnahmen am PC oder Mac selbst erstellen und weiterentwickeln mit
Kontrollmöglichkeit im Notenbild, Editor etc.
- Interaktives Zusammenspiel
Das gemeinsame Musizieren (Spielen in der Band oder im Keyboard-Ensemble) nimmt
eine wichtige Rolle ein und sollte daher so früh als möglich in den Unterricht integriert
oder in Ergänzungsfächern angeboten werden. Das kann auch schon im „Beginner-
Bereich“ sehr lustig sein und ist pädagogisch wertvoll.
3. Eignung, Lernvoraussetzungen
Das mögliche Einstiegsalter liegt je nach körperlicher und geistiger Eignung bei 5 bis 6
Jahren. Eine „klassische“ Vorbildung ist grundsätzlich nicht Voraussetzung.
Ein Informationsgespräch der Lehrkraft mit Eltern und SchülerInnen vor Beginn des
Unterrichts (und vor dem Instrumentenkauf!) über die Ziele, Wünsche und
Erwartungen der SchülerInnen auf der einen Seite und die pädagogischen Ziele und
Möglichkeiten auf der anderen Seite wird empfohlen.
Wünschenswert ist ein eigenes Instrument mit Anschlagsdynamik, genormter
Tastenbreite und einem Tonumfang von mindestens 5 Oktaven.
Allgemeine Voraussetzungen der SchülerInnen sind:
- Allgemeine kognitive, motorische und musikalische Fähigkeiten
- Gehör, rhythmische Begabung
- Zeit, sich mit dem Instrument zu beschäftigen
- Freude an Klängen
- Kreativität
4. Ganzheitliche Pädagogik
Aus den oben genannten Gründen gibt es in der Regel einen individuellen Zugang
zum Instrument und zu den Lerninhalten. Trotzdem sind die allgemeinen Grundlagen
der Popularmusik (Intervalllehre, Harmonielehre, Gehörbildung, rhythmische
Schulung) im Sinne einer angewandten Theorie als Konstanten im Unterricht
vorzusehen.
Die Einbeziehung des Computers (Notensatz- und multifunktionale
Musikprogramme, Sequenzing, Sampling, Life-Performance etc.) kann wesentlich zu
Effizienz und Flexibilität im Unterricht beitragen und ermöglicht der Lehrkraft eine
den SchülerInnen individuell angepasste Unterrichtsgestaltung. Dies beinhaltet auch
Soundkunde und das Wissen über Sound-Banks (Sound-Libraries).
Aus den oben genannten Gründen gibt es in der Regel einen individuellen Zugang
zum Instrument und zu den Lerninhalten. Trotzdem sind die allgemeinen Grundlagen
der Popularmusik (Intervalllehre, Harmonielehre, Gehörbildung, rhythmische
Schulung) im Sinne einer angewandten Theorie als Konstanten im Unterricht
vorzusehen.
Die Einbeziehung des Computers (Notensatz- und multifunktionale
Musikprogramme, Sequenzing, Sampling, Life-Performance etc.) kann wesentlich zu
Effizienz und Flexibilität im Unterricht beitragen und ermöglicht der Lehrkraft eine
den SchülerInnen individuell angepasste Unterrichtsgestaltung. Dies beinhaltet auch
Soundkunde und das Wissen über Sound-Banks (Sound-Libraries).
Ganzheitliche Pädagogik bedeutet im JPR-Bereich auch das Einbeziehen von nicht direkt
instrumentenbezogenen Elementen in den Unterricht wie:
- Ear-Training unter Einbindung der Stimme
- Einbindung der Stimme in den Instrumentalunterricht
- Angewandte Theorie
- Körperbezogenes Rhythmustraining (Bodypercussion, Vokalpercussion)
- Parameter, die alle Sinne beanspruchen (Augen, Ohren, Körperbewusstsein), Eingehen
auf verschiedene Wahrnehmungstypen
- Komposition
- Arrangement
- Transkribieren
- Songwriting
- Leadsheet Notation
- Suche von alternativen Performancemöglichkeiten, Umgang mit Lampenfieber
- Ausfüllen verschiedener Rollen im Bandgefüge
- Ausdruck eines gewissen Lebensgefühls und einer Geisteshaltung, die untrennbar mit
der Persönlichkeitsentwicklung verbunden sind
Diese nicht auf die instrumentenspezifische Ebene reduzierten Elemente ermöglichen die
individuelle Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der SchülerInnen mit ihren
unterschiedlichen Bedürfnissen auf dem Weg zur Eigenständigkeit. Sie geben behutsam
Hilfestellungen bei der Entwicklung eines ausgeprägten musikalischen
Differenzierungsvermögens – vor allem auch in Bezug auf Modeströmungen und Fragen
wie:
- Was macht die besondere Qualität eines Songs aus?
- Welche Stilmittel werden verwendet?
- Worin besteht die Originalität einer Komposition?
- Hat der Text eine starke Aussage und wie wird diese kompositorisch und/oder
arrangementtechnisch transportiert (unterstützt)?
- Gibt es eine politische oder gesellschaftskritische Aussage?
- Pure Kommerzialität versus Eigenständigkeit – „Unterhaltungsmusik“ contra
künstlerischer Anspruch
5. Körper und Instrument, Technik
Empfohlen wird eine Beratung durch die Lehrkraft vor dem Kauf und bei der
Zusammenstellung des Equipments (siehe auch Punkt 3).
- Überwindung der Distanz zum Instrument durch Arbeit an der inneren
Klangvorstellung
- Lockerheit – Haltung – Atmung – Spielapparat – Sitzhöhe
- Spiel im Stehen, Spiel in Bewegung
- Eine symmetrische Haltung beim Spiel ist anatomisch günstig
- Es gibt viele Möglichkeiten der Konfiguration eines idealen Instrumenten-Setups
(Instrumentenhöhe und -neigung, Anschlagsdynamik, Art der Tastatur, etc.)
- Improvisieren üben ist gleichzeitig Technik üben (Technik durch Vorstellung: „Ich
kann alles spielen, was ich voraushöre.“)
- Individuell angepasste verfeinerte Fingertechnik-Übungen
6. Kultur-, musikhistorisches und musikkundliches Wissen
- Die Vermittlung von musikhistorischen Inhalten ist aufgrund des reichhaltigen
Angebotes an qualitativ hochwertigen Dokumentationen JPR-geschichtlicher
Ereignisse (international gültige Referenzaufnahmen und Meisterwerke
stilbildender MusikerInnen wie z.B. Keith Emerson, Joe Zawinul, Chick Corea u.a.)
sehr gut möglich. Dies bezieht sich auch auf die Spezifika der verschiedenen
Stilistiken in unterschiedlichen kulturellen und regionalen Kontexten zu
verschiedenen Zeiten.
- Musikkundliches Wissen
Es wird ein begleitender Theorieunterricht empfohlen, der möglichst breit
gefächert und praxisnah sein soll. Gleichzeitig sollte den SchülerInnen ein Einblick
in das gesamte musikalische Universum jenseits aller stilistischen Grenzen eröffnet
und sie ermuntert werden, musikalisch offen zu denken und möglichst viel
unterschiedliche Musik zu hören. Ziel sollte die Bildung eines Bewusstseins für
Ästhetik, Geschmacksbildung, Horizonterweiterung etc. sein.
7. Lebendiger Unterricht und vielfältige Unterrichtsformen
Einzel-, Partner-, Gruppen-, Ensemble- und Klassenunterricht
Methodische Flexibilität bezieht sich auch auf Unterrichtsformen – diese sind weder
grundsätzlich gut noch schlecht, sondern lediglich danach zu beurteilen, ob sie in
Bezug auf die definierten Intentionen und die anstehenden Inhalte zielführend sind.
Auch wenn zunehmend neue Unterrichtsformen den traditionellen Einzelunterricht
ergänzen: Eine wichtige Quelle positiver persönlicher und musikalischer Entwicklung
der SchülerInnen an einer Musikschule ist eine persönliche, vertrauensvolle und
beständige Beziehung zu ihren LehrerInnen.
Der Einzelunterricht stellt die effizienteste Unterrichtsform für die Vielfalt der zu
vermittelnden instrumentaltechnischen Inhalte dar.
Der Partnerunterricht kann durch Aufgaben- und Rollenverteilung interessant gestaltet
werden, wobei eine individuelle Förderung noch sehr gut möglich ist.
Gruppenunterricht gibt es in der Praxis vor allem im Anfängerbereich. Möglichkeit
und Sinn dieses Unterrichts hängen auch von der weiter oben beschriebenen
Zielsetzung des Unterrichts ab.
Zum Klassenmusizieren (Keyboardklassen) gibt es unterschiedliche Konzepte und
Materialien, diese Unterrichtsform ist umstritten.
Die SchülerInnen sollten ergänzend zu allen Unterrichtsformen so bald wie möglich –
schon ab der Elementar- und Unterstufe – in Ensembles (Keyboard-Ensembles, Bands)
eingebunden werden, um ihnen die damit verbundene soziale Komponente des
Musizierens zu vermitteln. Zuhören lernen, den Blick für das „musikalische Ganze“
entwickeln und Kritikfähigkeit erwerben sind Qualitäten, die in der Ensemblearbeit
ausgebildet werden.
In Workshops können Inhalte angeboten werden, die in den anderen
Unterrichtsformen nicht oder nur begrenzt vermittelbar sind:
- Studiopraxis
- Bühnentraining
- Theorie
- Komposition
- Eartraining
- Improvisation
Diese Workshops eignen sich auch für eine schulübergreifende Zusammenarbeit und
den Einsatz von GastdozentInnen.
Weitere Möglichkeiten:
- Multidimensionaler Unterricht
- Teamteaching
- Vorübergehender Klassentausch
- Projekte, Reisen, Austauschprojekte, Partnerschaften
- Konzertbesuche (Show-Dramaturgie, Bandbesetzung, Songaufbau, Arrangement,
Stimmen, Texte usw.)
8. Übeformen/Übepraxis
- Konzentration
- Motivation, Ermutigung
- Lockerheit – spielerisches Üben – „sich Freispielen“
- Intuitives Üben – repetierendes Üben – mentales Üben
- Nützen der technischen Hilfsmittel (Üben in Loops, linke und rechte Hand mit
Hilfe der Mute-Funktion alleine üben etc.)
- Notentexte in Logic, Cubase etc. erstellen und bearbeiten
- Lerntechniken, Lernstrategien, Zeitmanagement
- Motokognition
- Imitation
- Improvisation in Gruppen
- Entwicklung des „inneren Lehrers“ (=Autodidaktik fördern)
- Entwickeln der inneren Vorstellungskraft (Voraushören) und der harmonischen
Vorstellungskraft
- Konzert-Auftritte, Wettbewerbe
Hilfsmittel:
- Metronom
- Play-along-CDs, Midifiles
9. Einbeziehung und Mitarbeit der Eltern
Die Wahl des Instruments hängt vom Unterrichtsziel ab (Solo, Band etc.) und sollte
unbedingt mit Eltern und SchülerInnen besprochen werden, wobei der Kauf qualitativ
hochwertiger Instrumente anzustreben ist.
Die Eltern sollten über Minimalvoraussetzungen (Instrument, Instrumentenpflege,
Übezeit etc.) ebenso informiert werden wie über die Wichtigkeit einer optimalen
räumlichen Situation.
Besonders bei jungen SchülerInnen und bei Krisen können Eltern eine große
Motivationsstütze sein.
Hausmusik und Musizieren in der Familie sollten gefördert werden.
10. Vorbereitung und Nachbereitung des Unterrichts
Die Anforderung an die Lehrkraft, „auf dem Laufenden zu sein und zu bleiben“, ist im
Fach Elektronische Tasteninstrumente besonders groß!
Die Lehrkraft muss viel Zeit dafür aufwenden, um sich mit dem aktuellen
Instrumentarium, neuen Stilen und neuen Produktionsmethoden vertraut zu machen,
bzw. vertraut zu bleiben:
- Die Lehrkraft muss sich auf die mitgebrachten Instrumente einstellen.
- Die Instrumente sind im technischen Aufbau und in der Bedienung ähnlich. Es gibt
wiederkehrende Muster, Aufbau und Bedienung sind aber nicht immer
selbsterklärend.
- Die Lehrkraft sollte über die aktuelle Entwicklung und Auswahl an Sounds
informiert sein.
Durch den unterschiedlichen Zugang ist das Finden der „richtigen“ Stücke schwierig.
Die Literatur sollte aktuell, pädagogisch und musikalisch sinnvoll sein und die
individuelle Orientierung der SchülerInnen berücksichtigen.
In der Vorbereitung sind oft Transkriptions- und Arrangement-Arbeiten notwendig
(Erstellen von eigenen Leadsheets, Bearbeitungen für Ensembles, Bands etc.).
Das eigene Üben und Vorspielen der Lehrkraft, aber auch Supervision und Reflexion
der eigenen Unterrichtstätigkeit sind wichtig. Besuche von Konzerten mit SchülerInnen
sind empfehlenswert.
11. Lernziele/Bildungsziele (nach Entwicklungsstufen/Leistungsstufen)
Die Lern- und Bildungsziele variieren je nach verwendetem Instrumentarium und
(oben beschriebenem) Unterrichtsangebot, wobei das Spannungsfeld „Lehrplan versus
Schülerwunsch“ bei den elektronischen Tasteninstrumenten besonders groß ist.
Das Spielen in Ensembles oder Bands sollte auf allen Ausbildungsebenen gepflegt
werden. Besondere Bedeutung hat das Handling des Equipments (vom PC bis zur PA),
ein Basiswissen über Mischpulte und Verkabelung sollte vermittelt werden.
Improvisation, Arrangement und Komposition werden möglichst früh in den
Unterricht miteinbezogen.
Allgemeine Lernziele für alle Stufen:
- Übetechniken, Fingersätze
- Links-Rechts-Koordination
- Koordination Hände-Füsse (Der Beat soll im Körper gespürt werden)
- „Vokabular“: melodische, rhythmische, harmonische, formale, klangliche
Möglichkeiten entdecken – Spontaneität fördern
- Transportieren von Gefühlen durch Improvisation
- Bewusstes (auch analytisches) Hören
- Solieren, Begleiten, Spielen in der Band
- Entwicklung eines Repertoires verschiedener Stilrichtungen
- JPR-Theorie, Transkription von Melodien und Harmonien
- Komponieren
Elementarstufe
Erarbeitung spieltechnischer Grundlagen am Instrument:
- Eroberung der Spielräume, begrenzte Tonräume
- Spiel nach Gehör, Geschichten vertonen etc.
- Freies Spiel und Improvisation, Frage-Antwort-Spiele
- Rhythmik – Melodik – Klang
- Ensemblespiel
- Notenlesen
- Parallelen zum Klavierlehrplan
- Play alongs (Midifiles oder CDs)
Unterstufe
Vertiefung und Ausbau des in der Elementarstufe Gelernten:
- Grundtechniken auf den Tasten (Bewegungsabläufe)
- Blattspiel, Auswendigspiel
- Einsatz verschiedener Pedale
- Timing
- Skalen und Dreiklänge (Dur und Moll)
- Transponieren (Lieblingsstücke)
- Ensemblespiel
- Hören – Analysieren – Nachvollziehen
- Erlernen der Grundlagen verschiedener Stilrichtungen aus JPR (wie z.B. Blues,
Swing , Latin, Funk oder HipHop)
- Begleitung und Bearbeitung von Songs und Stücken
- Melodik (vom Kinderlied bis zum Solo)
- Harmonik (Akkordsymbole, Voicings etc.)
- Rhythmik (Bodypercussion)
- Formenlehre (Leadsheets)
- Notation
Mittelstufe
In der Mittelstufe soll bereits ein hoher Grad an Selbstständigkeit erreicht werden:
- Repertoire der Unterstufe erweitern
- Technik und Umgang mit verschiedenen Sounds
- Selbstständiges Erarbeiten eines Werkes (differenzierte Soundvorstellung,
Stilprinzipien, überlegte Übetechniken, Fingersätze)
- Theorie:
Allgemeine Musiklehre (Tonleitern, Dreiklänge, Dominantseptakkord,
Stufen, Intervalle, Quintenzirkel, Notation etc.), Akkordsymbole, Skalen, Modi
(Kirchentonarten)
- Melodik:
Themengestaltung (auch rhythmisch), Phrasen entwerfen, Melodien über
Akkordverbindungen, „Zieltöne“, Mitsingen, Akkordzerlegungen
- Rhythmik:
Phrasierung, Swing, Patterns, Time
- Harmonik:
Vierklangserweiterung (Stufen von Dur- und harmonischer Moll-
Tonleiter), „guide-tones“, II-V-I-Verbindungen, Turnarounds, Terzenaufbau,
Tensions, Voicings
- Gehörschulung:
Nachsingen, Nachspielen, Dreiklänge, Intervalle, Melodien,
Vierklänge
- Musik-Hören:
Konzertbesuche, Vorbilder, Emotionalität („sinnliches
Musikempfinden“), Band-Gefüge, Aufgabenverteilung in Band und Ensemble
- Musikalische Persönlichkeitsentfaltung:
Nützen des Freiraums der Stilentwicklung
und des „eigenständigen Vokabulars“, Unabhängigkeit von der Lehrkraft
(Autodidaktik fördern), Transkribieren, Komponieren, formal-interpretatorischer
Gesamtüberblick (Aufbau, Bögen setzen, Dynamik etc.), freies Improvisieren
- Gestaltungselemente:
Aufbau, Pausen, Bögen, Dynamik, Höhepunkte, rhythmische
Gestaltung, Phrasierung, Interpretation, musikalische Aussage
- Elektronische Tasteninstrumente als Universal-Instrumente:
Übernehmen von
Aufgaben anderer Instrumente (Bass-Figuren, Gitarren-Riffs, Bläsersection,
Orchesterersatz etc.)
- Leadsheets lesen und umsetzen
Oberstufe
Der gesamte Stoff der Mittelstufe wird weitergeführt. Es werden nur die neu
hinzukommenden Bereiche angeführt:
- Theorie:
Skalen, Stück-Analyse, Arrangement (Instrumentenkenntnisse,
Reharmonisation, Satz-Techniken, Notation etc.), JPR- Geschichte
- Melodik:
Skalen, modales Spiel, Tongruppen, Pentatonik, „Untrennbarkeit von
Rhythmik und Melodik“, Inside-Outside
- Rhythmik:
Taktarten, Grooves, Notation, Unabhängigkeit der Hände, Vorstellung,
rhythmische Verschiebungen
- Harmonik:
Stufendenken, Skalen, modale Harmonik, Voicings, Lower- und Upper-
Structures, Transponieren, Inside-Outside
- Gehörschulung:
Rhythmen, Tensions, Stufen, Formen, verschiedene Instrumente,
Transkribieren
- Repertoire:
Erweiterung der Styles (Rock, Ballads, Salsa, Funk, Soul, Fusion etc.)
- Ensemblespiel:
Verschiedene Besetzungen, Interaktion, Play alongs etc.
- Umfassende Keyboardkenntnisse:
- Sounds (Vergleich der Stilrichtungen), Sound-Banks
- Midi
- Kenntnisse der „klassischen“ Keyboards (Analog- und Digitalsynthesizer, Hammond-Orgel, Fender Rhodes, Workstations, Moog, Wurlizer etc.)
- Umgang mit Masterkeyboard und PC oder Mac
- Umgang mit Sequenzer- und Notationsprogrammen
- Theorie und Praxis des Sampling
- Studio- und Liveeinsatz
12. Empfehlungen für Übertrittsprüfungen
In den Bundesländern gibt es bewährte Modelle zum Lernerfolgsnachweis, die sich an
den landestypischen Strukturen orientieren. Die folgenden Anmerkungen können als
Anregung dienen.
Übertrittsprüfungen sollten flexibel – eventuell nach einem Baustein- oder
Sammelpasssystem – gestaltet werden. Die unterschiedlichen Leistungsbausteine
können individuell erbracht werden.
Elementarprüfung
(von der Elementar- in die Unterstufe)
Diese kann – am besten in Form eines Vorspiels – am Ende der Elementarstufe stehen.
1. Übertrittsprüfung
(von der Unter- in die Mittelstufe)
Der Lernerfolgsnachweis auf diesem Lernniveau ist anhand eines Auftritts (auch mit
Ensemble oder Band) messbar. Die praktische Umsetzung erfordert das gesamte
instrumentenspezifische Können und das theoretische Wissen der JPR-Theorie I.
2. Übertrittsprüfung
(von der Mittel- in die Oberstufe)
- Praktischer Teil: Konzert, zumindest ein Teil davon im Ensemble mit eigener Band
- Schriftlicher Teil: Harmonische Analyse eines JPR-Stückes (JPR-Theorie II)
Abschlussprüfung
(am Ende der Oberstufe)
Theoretische oder praktische Projektarbeit zu einem gewählten Thema.
13. Besondere Hinweise zum „frühinstrumentalen Unterricht“ und zum Unterricht mit
„jugendlichen und erwachsenen AnfängerInnen“
Ein früher Beginn ist im Fach Elektronische Tasteninstrumente möglich, wobei auf
kreative Schulen, verstärktes Unterrichten ohne Noten etc. zu achten ist.
Bei Jugendlichen und erwachsenen AnfängerInnen ist das Eingehen auf deren
Wünsche („abholen“) besonders wichtig.
14. Hinweise zum Unterricht mit „Menschen mit Behinderungen“
Ein Unterricht mit Menschen mit Behinderung ist möglich. Die Lehrkraft sollte über
eine entsprechende Ausbildung verfügen oder/und durch SonderpädagogInnen oder
MusiktherapeutInnen unterstützt werden.
Eine begleitende Supervision ist von Vorteil.
15. Instrumentenkundliches (Sonderformen, Pflege, Kauf, ...)
Siehe Einleitung und die Punkte 4, 10 und 11
16. Fachspezifische Besonderheiten
Musikalische Praxis
Auftrittsmöglichkeiten einer Klasse sollten gemeinsam mit den SchülerInnen und der
Schule ausgearbeitet werden. Audio- und Videomaterial kann zur Aufarbeitung der
eigenen Probenarbeit und Konzerttätigkeit herangezogen werden. In Feedback-
Runden können die SchülerInnen – im Beisein (unter Moderation) der Lehrkraft –
einander Rückmeldungen geben.
Gemeinsame Konzertbesuche fördern die Kritikfähigkeit.
Auftrittscoaching
Die musikalische Kommunikation und Interaktion der MusikerInnen untereinander
und mit dem Publikum, ferner Wachsamkeit, Bühnenpräsenz, eine positive Einstellung
beim Auftritt und die psychologische Einstimmung auf das einmalige Erlebnis des
Auftritts sollten geübt werden.
Technisches Umfeld, Studiotechnik
Der sichere Umgang mit dem Equipment auf der Bühne, im Studio und Zuhause will
gelernt sein.
Kritikfähigkeit
Die (verbale) Kommunikation mit MitmusikerInnen ist für das gemeinsame
musikalische Erarbeiten von Inhalten in Bands unumgänglich. Fragen wie: „Wie kann
Kritik formuliert werden?“ bzw. „Wie kann Kritik verarbeitet werden?“ sind für das
selbstständige Arbeiten in Ensembles von großer Wichtigkeit.
Körpersprache
Die Wirkung auf der Bühne (das Zeigen der Freude am Spielen, das Ausstrahlen
innerer Offenheit, ein kreativer Umgang mit „Fehlern“ etc.) kann durch
Videoaufnahmen und Feedbackgespräche erlernt und verbessert werden.
Musik- und Selbstmanagement
Die folgenden Fragen können auch im Unterricht beantwortet werden:
- „Wie und wo finde ich passende MitmusikerInnen für eine Band?“
- „Was mache ich, wenn in der Band etwas musikalisch und/oder persönlich nicht
klappt?“
- „Wie mache ich eine eigene CD oder Demo-CD?“ ,
- „Wie bewerbe ich einen Auftritt?“