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Lehrplan
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Über diesen Lehrplan
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Fachspezifischer Teil - Fagott
 Lehrplan Fagott zum Download
1. Repertoire – inhaltliche Breite
Bereits 1638 verlegte Bartolomeo Selma y Salaverde das älteste uns heute bekannte Werk für Solofagott. Darauf folgten noch mehr als 12.000 Sonaten und 10.000 Konzerte für Fagott und Orchester aus allen Epochen. Darüber hinaus wurde das Fagott auch zu einem unersetzlichen Bestandteil in der Bläserkammermusik und im Orchester. Aber auch in die Blasmusik, im Jazz und in der Volksmusik fand das Instrument Eingang. Die SchülerInnen sollten im Laufe ihrer Ausbildung möglichst viele Musikstile kennenlernen.
>>> Literaturdatenbank
2. Musizierformen
Im kleineren Rahmen gibt es alle diese Besetzungsformen auch für Kontrafagott.
>>> Literaturdatenbank
3. Eignung, Lernvoraussetzungen
Zu den Grundvoraussetzungen des Fagottunterrichts gehören das Interesse und die Motivation der SchülerInnen sowie die Bereitschaft zum täglichen bzw. regelmäßigen Üben. Außerdem sollten die physischen und psychischen Voraussetzungen soweit gegeben sein, dass sich die Lehrkraft im Stande sieht, die SchülerInnen zu unterrichten.
(siehe auch Punkt 14)
Wichtige Parameter: Erleichternde Faktoren:
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> Literaturdatenbank
4. Ganzheitliche Pädagogik
Unter ganzheitlicher Pädagogik wird ein Lernen mit allen Sinnen verstanden, das Körper, Geist und Seele gleichermaßen anspricht. Die Förderung der Eigenständigkeit und Persönlichkeitsentwicklung der SchülerInnen steht im Vordergrund.
Musikalische Komponenten: Persönlichkeitsbezogene bzw. soziale Komponenten:
Die Auseinandersetzung mit einem Instrument ist immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit. Die Förderung der Gesamtpersönlichkeit steht daher genauso im Vordergrund wie die Vermittlung von sozialen und kommunikativen Kompetenzen.
Die Wahrnehmung und Einbeziehung der persönlichen, individuellen und sozialen Situation der SchülerInnen sollte im Unterricht berücksichtigt werden. Eine Hinführung der SchülerInnen zu Selbstständigkeit und Selbstreflexion ist zielführend.
Die emotionale Ausdrucksfähigkeit am Instrument sollte gefördert werden.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 4.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 5.
>>> Literaturdatenbank
5. Körper und Instrument, Technik
Das Erlernen eines Instrumentes erfolgt über das Erreichen vieler kleiner „Detailziele“ in den verschiedenen Bereichen oder Parametern, die zum Spiel des Instruments notwendig sind. Diese Parameter stehen in starkem Wechselspiel zueinander, laufen zum Großteil beim Spiel gleichzeitig ab und sind alle zum angemessenen Spiel eines Stückes notwendig.
  1. Atmung
  2. Ansatz
  3. Artikulation
  4. Klangempfinden
  5. Haltung und Technik (Motorik)
a. Atmung:
Vor allem am Anfang des Fagottlernens gilt es, richtiges Atmen zu erlernen oder besser: wiederzuerlernen. Ein natürlicher Atemfluss ist nicht nur für ein problemloses Spiel des Instruments unerlässlich sondern auch für die musikalische Gestaltung. Die Flankenatmung, im Wechselspiel mit der Bauchatmung („Stütze“) und eine genaue Dosierung der Luftmenge tragen zu einer sicheren Ansprache des Tones bei.
b. Ansatz:
Anfänglich gilt es mit Rücksicht auf die körperlichen Voraussetzungen der SchülerInnen eine kontrollierte, kräftige Lippenspannung zu entwickeln. c. Artikulation:
Artikulation ist ein Wechselspiel von Zunge, Atemführung und Formung des Mundinnenraumes. d. Klangempfinden:
Das Klangempfinden entsteht aus dem Wechselspiel von Atmung, Ansatz und Artikulation und sollte über die Lehrkraft (durch Vorspielen), CDs, Ensemblespiel bzw. Kammermusik und Orchester erlernt werden. e. Haltung und Technik (Motorik):
Am Beginn ist auf eine gute, natürliche und anatomiefreundliche Körperhaltung und Körperspannung (vom Kopf über den Rumpf bis zu den Armen und Händen) zu achten, denn nur dadurch ist ein leichtes Erlernen der Fingertechnik möglich.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 2.3.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 2.5.
>>> Literaturdatenbank
6. Kultur-, musikhistorisches und musikkundliches Wissen
Kulturhistorisches und musikkundliches Wissen helfen den SchülerInnen, die gespielte Musik zu reflektieren und stilistisch angemessen zu interpretieren. Die Entwicklung des Instrumentes und der historische Hintergrund sollten erklärt und anhand der spezifischen Literatur erfahrbar gemacht werden. (siehe auch Punkt 15)
>>> siehe auch: Punkt 16
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 5.3.
>>> Literaturdatenbank
7. Lebendiger Unterricht und vielfältige Unterrichtsformen
Einzel-, Partner-, Gruppen-, Ensemble- und Klassenunterricht
Methodische Flexibilität bezieht sich auch auf Unterrichtsformen – diese sind weder grundsätzlich gut noch schlecht, sondern lediglich danach zu beurteilen, ob sie in Bezug auf die definierten Intentionen und die anstehenden Inhalte zielführend sind.
Auch wenn zunehmend neue Unterrichtsformen den traditionellen Einzelunterricht ergänzen: Eine wichtige Quelle positiver persönlicher und musikalischer Entwicklung der SchülerInnen an einer Musikschule ist eine persönliche, vertrauensvolle und beständige Beziehung zu ihren LehrerInnen.
Einzelunterricht ist im Sinne einer individuellen Förderung am Instrument die traditionelle und beste Basis für eine fundierte Ausbildung. Der Gruppenunterricht kann diese Basis durch die Erreichung weiterer pädagogischer und musikalischer Ziele sinnvoll unterstützen. Alle anderen Unterrichtsformen sollten als Ergänzung dazu gesehen werden.
Ensemblespiel und Kammermusik in vielfältigen Besetzungen ist in allen Leistungsstufen ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts und eine wichtige Ergänzung der Ausbildung. Es gibt viele Möglichkeiten, sich den Unterrichtsthemen von verschiedenen Seiten anzunähern und so den Unterricht lebendig zu gestalten:
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 5.
>>> Literaturdatenbank
8. Übeformen/Übepraxis
Zentrale Fragen sind: Die LehrerInnen sollten bei der Auswahl der Übestrategien die individuellen Wahrnehmungskanäle der SchülerInnen berücksichtigen (auditiv, visuell, kinästhetisch).
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 6.
>>> Literaturdatenbank
9. Einbeziehung und Mitarbeit der Eltern
Wichtig ist die positive Einstellung, Aufmerksamkeit und Wertschätzung der Eltern und das aktive Interesse an den Lernfortschritten der Kinder. Im Vordergrund stehen das Interesse und die Motivation der SchülerInnen für das Instrument (nicht die der Eltern oder des Vereins) zu wecken und aufzubauen.
Die Lehr- und Lernziele des Fagottunterrichts sollten mit den Eltern besprochen werden. Bei sehr jungen SchülerInnen kann es von Vorteil sein, wenn die Eltern beim Unterricht anwesend sind. Möglichkeiten für das Vermitteln dieser Informationen bieten:
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 6.5.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 8.5.
>>> Literaturdatenbank
10. Vorbereitung und Nachbereitung des Unterrichts
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 8.
>>> Literaturdatenbank
11. Lernziele/Bildungsziele (nach Entwicklungsstufen/Leistungsstufen)
Das oberste Ziel des Unterrichts ist es, den SchülerInnen Freude an der Musik und alle Voraussetzungen zum selbstständigen Musizieren zu vermitteln. Die Eigenständigkeit der SchülerInnen ist zu fördern. Die SchülerInnen sind mit individuellen Voraussetzungen ausgestattet und haben unterschiedliche Probleme zu lösen. Das Unterrichtstempo richtet sich nach Fleiß, Talent und Aufnahmefähigkeit der SchülerInnen. Alle Stufen sind daher stark überlappend und der Inhalt der aufbauenden Stufen tritt zu den vorangegangenen hinzu.
Es ist für den Lernfortschritt wichtig, Kammermusik und Orchesterspiel zu unterstützen und zu ermöglichen. Außerdem sollen die SchülerInnen zu qualifizierten ZuhörerInnen herangebildet werden.
Elementarstufe
Diese Stufe nimmt im Fagottunterricht einen geringen Anteil ein, da die SchülerInnen meist von einem anderen Instrument zum Fagott überwechseln.
Unterstufe
Mittelstufe
Oberstufe
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 7.
>>> Literaturdatenbank
12. Empfehlungen für Übertrittsprüfungen
Es wird betont, dass das Folgende als Empfehlung zu verstehen ist, da Handhabung und Philosophie der Prüfungen sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden und die jeweiligen Statuten anzuwenden sind.
Das positive Erlebnis für die SchülerInnen muss oberste Priorität haben, deshalb sollte unbedingt für eine entspannte, gute Atmosphäre bei den Prüfungen gesorgt werden.
Die Prüfungen sollten in Form eines öffentlichen Auftritts abgehalten werden (z.B. Vortragsabend, Klassenabend), wobei jugendliche KorrepetitorInnen wünschenswert wären. Kreative Leistungen wie Eigenkompositionen und Improvisationen werden besonders bewertet, ebenso das Auswendigspiel.
Die SchülerInnen sollten in der Lage sein, das Programm ihrer Entwicklung und Persönlichkeit gemäß musikalisch zu gestalten.
Elementarprüfung
(von der Elementar- in die Unterstufe)
Am Ende der Elementarstufe kann eine kleine Prüfung im Rahmen eines Vorspielabends oder Konzerts stehen.
Bewertungskriterien:
1. Übertrittsprüfung
(von der Unter- in die Mittelstufe)
Allgemeines: Bewertungskriterien bzw. Prüfungsinhalte: Programm: Das Programm sollte einen langsamen Satz für den musikalischen Ausdruck und einen schnellen Satz für den motorischen Aspekt (Technik) enthalten, sowie Stücke aus zwei verschiedenen Stilepochen, darunter Originalkompositionen mit besonderer Berücksichtigung der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.
2. Übertrittsprüfung
(von der Mittel- in die Oberstufe)
Allgemeines: Bewertungskriterien bzw. Prüfungsinhalte: Programm: Das Programm sollte einen langsamen Satz für den musikalischen Ausdruck und einen schnellen Satz für den motorischen Aspekt (Technik) enthalten, sowie Stücke aus drei verschiedenen Stilepochen, darunter Originalkompositionen mit besonderer Berücksichtigung der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.
Abschlussprüfung
(am Ende der Oberstufe)
Allgemeines: Bewertungskriterien bzw. Prüfungsinhalte: Programm: Das Programm sollte einen langsamen Satz für den musikalischen Ausdruck und einen schnellen Satz für den motorischen Aspekt (Technik) enthalten, sowie Stücke aus drei verschiedenen Stilepochen, darunter Originalkompositionen mit besonderer Berücksichtigung der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 7.
>>> Literaturdatenbank
13. Besondere Hinweise zum „frühinstrumentalen Unterricht“ und zum Unterricht mit „jugendlichen und erwachsenen AnfängerInnen“
Frühinstrumentaler Unterricht
Ein Beginn mit dem Fagottunterricht ist ab ca. 6 Jahren möglich, wobei es sinnvoll ist, mit kindgerechten Instrumenten wie „Fagottinos“ (Quart-, Quint- und Oktavfagotte) einzusteigen.
Wenn Fagotte in Normalgröße mit kindgerechter Mechanik (zum Teil verlängerte Klappen) sowie ein geeignetes Tragesystem (Schultergurte etc.) vorhanden sind, kann schon früher auf diesen Instrumenten begonnen werden.
Folgende Punkte sind wichtig:
Unterricht mit jugendlichen AnfängerInnen
Die Lehrkraft sollte die Motivation der jugendlichen AnfängerInnen abklären und darauf eingehen. Dabei ist es besonders wichtig, deren Musikvorlieben zu beachten und in den Unterricht mit einzubeziehen (auch Pop, Musical, Volksmusik etc.).
Unterricht mit Erwachsenen
Die Lehrkraft sollte die Motivation und die Zielvorstellung der erwachsenen AnfängerInnen abklären und darauf eingehen. Hier gilt es vor allem, mitgebrachte Erwartungen und Hörgewohnheiten zu berücksichtigen und als Ausgangsbasis für die weitere musikalische Entwicklung zu verwenden.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> Literaturdatenbank
14. Hinweise zum Unterricht mit „Menschen mit Behinderungen“
Die Möglichkeit des Unterrichts ist hier individuell zu entscheiden und dieser sollte nur von speziell ausgebildeten Lehrkräften mit entsprechenden Erfahrungen erfolgen.
(siehe auch Punkt 3)
Die baulichen Voraussetzungen des Musikschulgebäudes müssen gegebenenfalls vorhanden sein und die LehrerInnen sollen ein Mitspracherecht bei der Aufnahme haben.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> Literaturdatenbank
15. Instrumentenkundliches (Sonderformen, Pflege, Kauf, ...)
Zur Fagottfamilie gehören: Oktav-, Quint-, Quartfagott, Kontrafagott
Da die Anschaffung eines Fagotts sehr kostspielig ist, sollte den SchülerInnen – wenn notwendig – ein Instrument von der Musikschule zur Verfügung gestellt werden. Dies trifft vor allem auch auf die weiteren Instrumente der Fagottfamilie zu (z.B. Kontrafagott).
>>> Literaturdatenbank
16. Fachspezifische Besonderheiten
Der Umgang mit dem Rohr und dem Rohrbau sollte von den SchülerInnen erlernt werden (z.B. in einer monatlichen Stunde für Rohrbau). Nochmals sei auf die besondere zeitliche und finanzielle Belastung der DoppelrohrbläserInnen hingewiesen.
(siehe auch Punkt 10)
Aufgrund der hohen Kosten des Instruments ist Sponsoring (in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Blasmusikverband oder örtlichen Musikeinrichtungen) bezüglich des Ankaufs von Leihinstrumenten zu empfehlen.
>>> Literaturdatenbank
 KOMU - Konferenz der österreichischen Musikschulwerke
VESCON Systemtechnik GmbH