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Lehrplan
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Fachspezifischer Teil - Gesang und Stimme
 Lehrplan Gesang/Stimme zum Download
1. Repertoire – inhaltliche Breite
1.1 Gesang
Entsprechend der stilistischen, musikkulturellen und gattungsmäßigen Bandbreite des Repertoires für Gesang sollen die SchülerInnen von ihren LehrerInnen ein möglichst breites Spektrum (Vielfalt) erfahren. Dieses sollte dem Alter, dem Körper, der stimmlichen Belastbarkeit, der Gestaltungs- und Interpretationsfähigkeit angepasst sein. Sowohl Literaturwünsche der SchülerInnen als auch Vorlieben und stilistische Schwerpunktsetzungen der Lehrkraft sollten nach Möglichkeit Berücksichtigung finden. Augenmerk soll auch auf den Bereich der zeitgenössischen Musik gelegt werden. Kooperationen (Teamteaching) zwischen den Lehrkräften des Bereiches Gesang und Stimme wird empfohlen.
1.1.1 Jazz/Pop/Rock
Jazz/Pop/Rock (im Folgenden kurz JPR genannt) und seine verwandten Gattungen sind relativ junge Musikstile mit schnell fortschreitender Entwicklungstendenz in verschiedenste Richtungen. Es gilt daher bei der Auswahl des Repertoires die entwicklungsgeschichtliche Relevanz, aber auch aktuelle Tendenzen zu berücksichtigen. Die Wahl der Stücke sollte, besonders hinsichtlich der textlichen Inhalte, auf den persönlichen Entwicklungsstand der SchülerInnen abgestimmt werden.

1.2 Kinder- und Jugendstimme
Der Inhalt des Liedguts sollte vielfältig sein in Art und Stil, wobei qualitätsvolle Literatur mit für Kinder und Jugendliche nachvollziehbaren Liedinhalten aller Stilrichtungen und Epochen individuell auf die SchülerInnen bzw. die Gruppe abzustimmen sind. Die unter Punkt 1.1 genannten Repertoireempfehlungen werden ergänzt durch:

1.3 Vokalensemble/Chor
Auch im Bereich Vokalensemble/Chor sollen die SängerInnen ein möglichst breites Spektrum – auch an fremdsprachiger Literatur – kennenlernen, mit einem Schwerpunkt auf a cappella Literatur.

1.4 Sprechen
Es werden Texte und Lyrik aus den verschiedenen Kulturepochen interpretiert und besprochen. Literatur aus verschiedenen Kulturkreisen wird ebenso eingesetzt wie eigene Texte der SchülerInnen. Gebrauchstexte aus dem Alltag werden in ihrer Vielfalt erforscht und gestaltet.
>>> Literaturdatenbank
2. Musizierformen
2. Musizierformen eines lebendigen Unterrichts
2.1 Gesang
Neben der unerlässlichen Heranbildung der Stimme – und dem damit verbundenen Befassen der SchülerInnen mit der vielfältigen Literatur für den Bereich Gesang und Stimme – stellen Formen wie das solistisch besetzte Singen (Duette etc.) bis hin zum Vokalensemble und dem Bereich Musiktheater wesentliche Bausteine des Unterrichts dar.
Die SchülerInnen sollten so früh als möglich zu musikalischen Partnerschaften geführt werden, sodass einerseits Kammermusik in kleinen Besetzungen – auch mit Freunden – regelmäßig stattfinden kann und andererseits der Bereich Korrepetition in den Musikschulen entlastet wird.
Zu Beginn ist die freie Improvisation gerade in der Gruppe sehr sinnvoll, da eventuelle Hemmungen im Kollektiv meist besser überwunden werden können. Die Improvisation kann auch Wegbereiterin für kompositorische Aktivitäten sein. Die SchülerInnen lernen dabei auf spielerische Weise musikalische Strukturen kennen und erfahren so, wie man ein Musikstück aufbaut.
Das Singen im Chor sollte gefördert werden, da Singen und Musizieren in der Gemeinschaft für die soziale und musikalische Entwicklung wesentlich ist.
2.1.1 Jazz/Pop/Rock

2.2 Kinder- und Jugendstimme
Lieder mit Tanz:
Lieder in Verbindung mit Tanz werden meist sehr lustvoll erlebt. Diese Kombination kann beitragen, Verspannungen zu lösen, das Gemeinschaftsgefühl zu fördern und den Rhythmus zu unterstützen.
Geeignet sind alle Lieder, die zum Tanzen animieren, wie alpenländische und internationale Tanzlieder, Spiellieder, Lieder mit Swing, Lieder mit Stilelementen von Tänzen wie Cha Cha, Polka, Tango etc.
Lieder mit Bodypercussion:
Im alpenländischen Bereich meist paarweise, Lieder aus Afrika usw.
Lieder mit Instrumentalbegleitung:
Dem Charakter des Liedes entsprechende Begleitung mit Orff-Instrumentarium oder anderen Instrumenten
Sololied (mit Klavierbegleitung):
Für den Einzel- oder Gruppenunterricht
Musiktheater:
Als Verbindung von Chorgesang, solistischem Singen, Sprechen, darstellendem Spiel, Tanz, Instrumentalmusik und bildender Kunst
Offenes Singen:
Als gemeinsames Singen und Musizieren der SchülerInnen mit dem Publikum (Eltern etc.)

2.3 Vokalensemble/Chor
Um eine lebendige Chorsituation zu schaffen, in der sowohl die Gemeinschaft (a) als auch die musikalische Eigenverantwortlichkeit (b) gefördert wird, sind folgende Musizierformen möglich:
a)
b)

2.4 Sprechen
Klassische Vortragstechniken (Vorlesen, auswendig Vortragen, mit Medien arbeiten, Theater spielen) kommen genauso zum Einsatz wie kreative „neue“ Einsatzformen (Theatersport, Scratching mit eigenen Aufnahmen, digitale Verfremdung etc.)
>>> Literaturdatenbank
3. Eignung, Lernvoraussetzungen
3.1 Gesang
Allen SchülerInnen sollte ein individuelles Beratungsgespräch (Eignungsberatung) durch die Lehrkraft angeboten werden. Im Bedarfsfall wird die Kontaktaufnahme mit HNO-Arzt/Ärztin, PhoniaterInnen oder LogopädInnen empfohlen. Folgende Lernvoraussetzungen sollten idealerweise gegeben sein:

3.2 Kinder- und Jugendstimme
Der Beginn der Kinderstimmbildung kann bereits während oder als Fortsetzung der EMP empfohlen werden. Es ist keine spezielle stimmliche Eignung, jedoch persönliches Interesse des Kindes sowie Gruppenfähigkeit und ein entsprechendes Sozialverhalten notwendig.

3.3 Vokalensemble/Chor
Im fachlichen Beratungsgespräch soll über die allgemeine Eignung hinaus auch geklärt werden, ob die Erwartungen und Fähigkeiten dem spezifischen Anforderungsprofil des Vokalensembles/Chores entsprechen. Folgende Grundvoraussetzungen sollen „für die weitere Teilnahme“ gegeben sein:

3.4 Sprechen
Sprechtechnik/Stimmentwicklung ist grundsätzlich für alle InteressentInnen möglich. Sprechtechnik schult die gesunde Stimme für verschiedene Einsatzzwecke. In manchen Fällen ist eine klare Abgrenzung zur Logopädie oder zur Sprachheilpädagogik notwendig.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> Literaturdatenbank
4. Ganzheitliche Pädagogik
4.1 Gesang
Die zwischenmenschliche Ebene nimmt in der Gesangsausbildung eine besondere Stellung ein. Musik kann als Kommunikation nur in einer entspannten, stimmigen Atmosphäre erlernt und wiedergegeben werden. Stimme und Persönlichkeit sind nicht voneinander zu trennen und beeinflussen einander. Singen umfasst den Menschen als Ganzes.
Zur Förderung der sängerischen Gesamtpersönlichkeit sind im Sinne eines ganzheitlichen Unterrichts folgende Bereiche wesentlich:
4.1.1 Jazz/Pop/Rock
Einen Song a capella zu singen und über seine Form zu improvisieren, eröffnet den SchülerInnen mehr Freiheit und Sicherheit in Gestaltung und Interpretation. Notensatz- und multifunktionale Musikprogramme können wesentlich zu Effizienz und Flexibilität im modernen Unterricht beitragen und ermöglichen den LehrerInnen eine den SchülerInnen individuell angepasste Unterrichtsgestaltung. Im JPR-Bereich sind im Speziellen Elemente des Unterrichts, die nicht auf die instrumentenspezifische Ebene reduziert sind, von großer Bedeutung. Sie ermöglichen die individuelle Förderung der Persönlichkeiten der SchülerInnen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen im Verlauf ihrer Entwicklung hin zur Eigenständigkeit. Diese sind beispielsweise:
Da der Großteil der Texte fremdsprachig ist (englisch, portugiesisch etc.), sollten entsprechende Sprachkenntnisse bei den LehrerInnen vorhanden sein und bei den SchülerInnen gefördert werden.
Der LehrerInnen sollten den SchülerInnen bei der Entwicklung eines ausgeprägten musikalischen Differenzierungsvermögens, vor allem auch in Bezug auf Modeströmungen, zur Seite stehen. Dazu können im Unterricht Stücke analysiert und besprochen werden:

4.2 Kinder- und Jugendstimme
Ergänzend zu den unter 4.1 erwähnten Punkten sind im Bereich Kinder- und Jugendstimme folgende Aspekte von Bedeutung:
Singen fördert die Bildung der Persönlichkeit durch:

4.3 Vokalensemble/Chor
In der Ensemblearbeit stärken sowohl die Selbsterfahrung der/des Einzelnen (Körperwahrnehmung, Gehörschulung) als auch die Interaktion zwischen LeiterIn und SängerInnen sowie zwischen den SängerInnen untereinander die Persönlichkeitsentwicklung und das soziale Empfinden. Zu fördern ist die Bereitschaft, sich in die Gruppe einzubringen, musikalische und organisatorische Verantwortung zu übernehmen, sich auszudrücken, aber auch die Fähigkeit, auf andere einzugehen, aufeinander zu hören, sich in den Dienst eines gemeinsamen Zieles zu stellen. Die Offenheit gegenüber Neuem soll von den LehrerInnen nicht nur gefordert, sondern auch praktisch vorgelebt werden.

4.4 Sprechen
Sprechtechnik bezieht den ganzen Menschen in seiner Persönlichkeit ein und schult den sinngebundenen, sprecherisch-sprachlichen Gesamtausdruck. Ziel ist die Anwendung der technischen Fertigkeiten in der sprecherischen Praxis (sowohl im Beruf wie im Alltag). Arbeit an der Stimme ist immer auch Arbeit an der Persönlichkeit. Die Entwicklung der Stimme wird immer auch alle Sinne, die Tiefe des Empfindens, die Phantasie und die seelische Ausdrucksmöglichkeit fördern.
Darüber hinaus werden die SchülerInnen zu einem eigenen sprach-künstlerischen Ausdruck geführt (Schreibworkshop, Songwriting-Workshop)
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 4.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 5.
>>> Literaturdatenbank
5. Körper und Instrument, Technik
5.1 Gesang
Eine wesentliche Voraussetzung für eine positive Entwicklung der Gesangsstimme ist das Wissen der Lehrkraft über die Funktionen des Stimmorgans, ihre Zusammenhänge und die daraus resultierenden Tonbildungsprozesse sowie über die psychischen und physischen Prozesse beim Singen und die Möglichkeiten ihrer Vermittlung. Ausgehend von den stimmlichen Teilfunktionen in Kehlkopf (Tonhöhe, Tonstärke, Tonqualität), Ansatzrohr (Artikulation, Resonanz, Offenheit) und Atemapparat (Energiefluss, Haltung, Eutonus) kann das Instrument Stimme in seiner Gesamtheit entwickelt werden.
Dabei dürfen StimmbildnerInnen und GesangslehrInnen davon ausgehen, dass die Stimme ein organisches System ist, in dem alle notwendigen stimmlichen Qualitäten bereits vorhanden sind, und ihre Arbeit das Aufschließen dieser Qualitäten betrifft, wobei der Weg vom Hören zum Wissen führen sollte und nicht umgekehrt. In diesem Zusammenhang sei vor Dogmen und manchen „Lehren“ gewarnt, da über viele technische Aspekte sowohl in Fachkreisen als auch in der Fachliteratur unterschiedlichste Meinungen zu finden sind.
Nur durch das vielfältige Ansprechen der einzelnen Bereiche, die für eine solide Gesangstechnik benötigt werden, kann die menschliche Stimme optimal gefördert und entwickelt werden.
Diese sind:
Die LehrerInnen sollten den SchülerInnen helfen, einen guten, sorgsamen und bewussten Umgang mit dem eigenen Körper, der eigenen Stimme und dem persönlichen Energiehaushalt zu entwickeln und auszubauen.
5.1.1 Jazz/Pop/Rock
Grundsätzlich gelten die in 5.1 angeführten Richtlinien. Im JPR gibt es kein einheitliches Stimmideal. Die SchülerInnen sollten einen eigenständigen, natürlichen, gesunden Sound entwickeln und verschiedene Farbqualitäten der Stimme einsetzen können.

5.2 Kinder- und Jugendstimme
Im Umgang mit der Kinder- und Jugendstimme sind Spürsinn und Intuition der LehrerInnen gefordert, um den heranwachsenden SchülerInnen die jeweils individuell richtige Dosierung an gesangstechnischen Anweisungen zu geben. Dadurch kann die Natürlichkeit und Leichtigkeit der Kinder- und Jugendstimme geweckt und erhalten werden.
Es gibt in der Physiologie der Kinder- und Jugendstimme keine grundlegenden Unterschiede zu 5.1, doch sollten die GesangslehrerInnen über anatomische Grundkenntnisse zum kindlichen Körperbau verfügen und die körperlichen Veränderungsprozesse während des Wachstums und der Pubertät berücksichtigen. Die Kinder- und Jugendstimme sollte stets weich einsetzen können und in einem kindgerechten bzw. altersentsprechenden Tonumfang gefördert werden. Daher sind die stimmbildnerischen Augenmerke auf die Ausbildung der Kopfresonanz, den natürlichen Einsatz des Körpers und des Körperklanges und das Entdecken der richtigen Artikulationswerkzeuge zu lenken.

5.3 Vokalensemble/Chor
Um einen homogenen, ausdrucksfähigen Ensembleklang/Chorklang zu erzielen, sollen die SängerInnen lernen, eine gemeinsame Tonvorstellung zu entwickeln. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei dem Aufeinander Hören und Reagieren zu (Vokale, Intonation, Obertöne, Dynamik, rhythmische Abläufe, Artikulation).

5.4 Sprechen
5.4.1 Atmung – Haltung – Körper
5.4.2 Stimmentechnik und Artikulation
5.4.3 Sprechtechnik
5.4.4 Darstellendes Spiel
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 2.3.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 2.5.
>>> Literaturdatenbank
6. Kultur-, musikhistorisches und musikkundliches Wissen
6.1 Gesang
Zusätzlich zur Arbeit an der Stimme sollen den SchülerInnen auch Informationen zu Werk (Formenlehre, Analyse, Text) und Entstehungszeit (Musikgeschichte, Musiksoziologie) gegeben werden. Vor allem die Bereiche Stilkunde, Aufführungspraxis und Harmonielehre können über ergänzende Unterrichtsfächer hinaus anhand konkreter Unterrichtsliteratur (die auch zum Klingen kommt) effizient vermittelt werden.
Um das Wissen der GesangsschülerInnen zu erweitern sollten diese immer wieder angehalten werden, selbstständig nach Literatur zu suchen. Ebenso wichtig ist die Animation zu Konzert- und Theaterbesuchen und zum Hören von Tonträgern, um zu einem umfassenden Kunstinteresse und Kunstverständnis der SchülerInnen beizutragen.
6.1.1 Jazz/Pop/Rock
Die Vermittlung von musikhistorischen Inhalten ist aufgrund des reichhaltigen Angebotes an originalen Film- und Tondokumentationen sehr gut möglich. Das Veranschaulichen der Unterrichtsinhalte durch dieses Material untermauert die praktische Relevanz dessen, was vermittelt wird.
Jazz/Pop/Rock sind Musikstile, die einem ständigen Wandel unterliegen. Ein möglichst praxisnaher, begleitender Theorieunterricht wird empfohlen.

6.2 Kinder- und Jugendstimme
Elementares kulturkundliches Wissen
Elementares musikhistorisches Wissen
Elementares musikkundliches Wissen
>>> siehe auch: Punkt 16
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 5.3.
>>> Literaturdatenbank
7. Lebendiger Unterricht und vielfältige Unterrichtsformen
Einzel-, Partner-, Gruppen-, Ensemble- und Klassenunterricht
Methodische Flexibilität bezieht sich auch auf die Unterrichtsformen – diese sind weder grundsätzlich gut noch schlecht, sondern lediglich danach zu beurteilen, ob sie in Bezug auf die definierten Intentionen und die anstehenden Inhalte zielführend sind. Auch wenn zunehmend neue Unterrichtsformen den traditionellen Einzelunterricht ergänzen: Eine wichtige Quelle positiver persönlicher und musikalischer Entwicklung der SchülerInnen an einer Musikschule ist eine persönliche, vertrauensvolle und beständige Beziehung zu ihren LehrerInnen.

7.1 Gesang
Der Einzelunterricht stellt die effizienteste Unterrichtsform für eine positive stimmliche Entwicklung dar.
Dazu sollen verschiedene Formen des Gruppenunterrichts als Ergänzung zum Einzelunterricht und im Sinne der Förderung des mehrstimmigen Singens und des gemeinschaftlichen Musizierens besucht werden. Ebenso sollen regelmäßige Korrepetition (mit und ohne HauptfachlehrerIn), Klassenstunden und Werkstattkonzerte (interne Vorsingen) stattfinden. Zudem sind musikalische Partnerschaften mit InstrumentalistInnen – besonders PianistInnen – zu fördern. Diese Vielfalt der Unterrichtsformen stellt eine Bereicherung und Belebung des Gesangsunterrichts dar, in dessen Zentrum aber immer die persönliche und individuelle Betreuung der SängerInnen im Einzelunterricht stehen soll. Die Berücksichtigung neuer und flexibler Unterrichtsformen wie Simultanunterricht, Teamteaching und Kombiunterricht wird, nach Ermessen der Lehrkraft, empfohlen.
Ebenso trägt ein erweitertes Unterrichtsangebot für die SchülerInnen in Form von Workshops (auch mit GastreferentInnen) zu einer vielseitigen Unterrichtsgestaltung bei.
Einzelunterricht:
Partnerunterricht:
Gruppenunterricht:
Ensemble:
Klassenunterricht:
7.1.1 Jazz/Pop/Rock
Die SchülerInnen sollten so bald wie möglich (schon ab der Unterstufe!) in Ensembles eingebunden werden, um ihnen eine Band-Erfahrung (Duo mit Piano, Gitarre, Trio, Quartett etc.) und die damit verbundene soziale Komponente des Musizierens vermitteln zu können.
Daher muss im JPR-Bereich ein breitgefächertes Angebot von JPR-Ensembles, Bands und Big-Bands auf allen Ausbildungsniveaus ergänzend zu anderen Unterrichtsformen angeboten werden.

7.2 Kinder- und Jugendstimme
Die Gestaltung des Unterrichts soll möglichst kindgerecht, abwechslungsreich und lebendig sein (z.B. durch Bewegung, Platzveränderungen, unterschiedliche Lerninhalte, Singen in verschiedenen Besetzungen, Bodypercussion, Einsatz von Orff- Instrumenten etc.). Für Kinder ideal ist das Singen in einem altersentsprechenden Kinder- oder Jugendchor in Kombination mit chorischer Stimmbildung, Gruppenstimmbildung oder Einzelunterricht. Speziell in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird die Möglichkeit flexibler Unterrichtsformen empfohlen. Veranstaltungen außerhalb der Musikschule, Freundschaftskonzerte mit Kinder- und Jugendchören, Chorwochenenden und Chorwettbewerbe motivieren die jungen SängerInnen und fördern das soziale Erleben.

7.3 Vokalensemble/Chor
In der gemeinsamen Chorprobe ist auf eine abwechslungsreiche Methodik wert zu legen. Die ständige Einbeziehung aller Mitwirkenden auch in Phasen spezifischer Detailarbeit mit einzelnen Stimmen ist hierbei genauso wichtig wie ein fließender Wechsel zwischen Detailarbeit und größeren Zusammenhängen. Die Probenarbeit soll stets fordernd, fördernd und motivierend sein. Ein angemessener Wechsel von Hochkonzentrations- und Entspannungsphasen sowie eine breite methodische Palette, die sowohl stimmbildnerische als auch motorische, allgemein musikalische, inhaltliche und interpretatorische Ansätze beinhaltet, sind anzustreben.
Sinnvolle Ergänzungen zur „normalen“ Probenarbeit sind:
Varianten in der Choraufstellung:
Verbindung von Musik und Bewegung:
Verteilung von Sonderaufgaben:

7.4 Sprechen
Der Einzel-, Partner-, Gruppen-, Ensemble- und Klassenunterricht kann durch Elemente des Superlearnings, Phantasiereisen, Unsichtbares Theater im Alltag u.ä. ergänzt werden.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 5.
>>> Literaturdatenbank
8. Übeformen/Übepraxis

8.1 Gesang
Das regelmäßige Üben sollte durch genaue Zielvorgaben (schriftliche Aufgabenstellung), die im Unterricht durch individuell abgestimmte Übeformen und Übesequenzen erläutert und erarbeitet werden, möglich sein. Gerade die Entwicklung der menschlichen Stimme bedarf aufgrund des hohen körperlich-muskulären Anteils (Körper = Instrument) des regelmäßigen Trainings. Zeitaufzeichnungen („Übetagebuch“) der SchülerInnen über ihre Übegewohnheiten werden sehr empfohlen und dienen den LehrerInnen und SchülerInnen als wichtige Informationsquelle.
Die SchülerInnen sollten animiert werden, ihre Stimme über den regulären Musikschulunterricht hinaus (Chor- und Ensemblesingen, Sprechberufe, tägliches Üben etc.) möglichst ökonomisch, die stimmtechnische Entwicklung fördernd und ihr Umfeld (Übeort, Übezeit etc.) selbst gestaltend, gebrauchen zu lernen.
Ziel des Unterrichts ist es, die SchülerInnen zum selbstständig dosierten Üben zu befähigen und einen Notentext mit Hilfe eines Instrumentes (idealerweise Klavier) oder einer Stimmgabel erarbeiten zu können. Ergänzend zu instrumentalen Übehilfen sollten gymnastische Hilfsmittel (Gymnastikband oder -ball, Matte, Balancierbrett, Partnerarbeit etc.) im Unterricht und zu Hause zur Verfügung stehen. Ton- oder Bildaufnahmen, sowohl von Unterrichts- oder Übesequenzen als auch von öffentlichen Auftritten sind wichtige Informationsquellen zur Reflexion und ermöglichen es, den Gesangsfortschritt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
8.1.1 Jazz/Pop/Rock
Das Spüren eines inneren Pulses bzw. das Erleben von musikalischen Formen und Perioden ist im JPR essentiell. Als mögliche technische Hilfsmittel stehen dafür Metronom, Play alongs und Midifiles zur Verfügung.
Die Imitation der Lehrkraft oder wichtiger musikalischer Vorbilder (Vor- und Nachspiel, „call-response“, Transkription, Transposition) können für die SchülerInnen stilprägend sein. Das Verstehen und die Interpretation der Songtexte nehmen dabei einen großen Stellenwert ein.
Das Auswendiglernen von Texten, Themen, Formen sowie Akkordprogressionen sollten dabei eine Selbstverständlichkeit sein, da dadurch mehr Freiheit in der Interpretation möglich ist.

8.2 Kinder- und Jugendstimme
Praxis
Die Übeanleitung soll altersgerecht und fantasievoll sein (z.B. spielerisches Arbeiten an Körperhaltung, Atmung und Stimme in Form von lustigen Geschichten, Stimmbildung am Lied). Um die Freude an einzelnen Liedern zu erhalten ist ein variantenreiches, abwechslungsreiches Wiederholen wichtig.
Vertiefen durch:
Zu Hause
Im Unterricht sollen Impulse für das Singen zu Hause gegeben werden:

8.3 Vokalensemble/Chor
Der Erfolg und das Weiterkommen der SchülerInnen hängen maßgeblich von der Qualität und Effizienz des Probens, aber auch des Übens zuhause ab. Ohne regelmäßiges Wiederholen können sich Inhalte wie die Erarbeitung der Klangvorstellung oder die Entwicklung des Muskelsinnes nicht richtig weiterentwickeln.
Die LehrerInnen sollten Anleitungen geben, die es den SchülerInnen ermöglichen, wichtige Voraussetzungen für das Chor- und Ensemblesingen selbst zu erlernen:
Die Freude am Musizieren soll bei diesen Lernprozessen immer der treibende Motor sein.

8.4 Sprechen
Am Beginn des Unterrichtes soll das Augenmerk auf körperlichen Übungen liegen, welche ca. 10 bis 20 Minuten täglich beanspruchen – über das Atmen zur Haltung und zur Artikulation. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, da auch hier der jeweilige Muskel nur durch die Routine der Bewegungswiederholung „lernt“. Sprechen bedeutet den ganzen Körper zu trainieren. Das kann zusätzlich zu den aufgegebenen Übungen auch in die Alltagsroutine integriert werden (z.B. Atemübungen beim Spazierengehen, mit einer Radiosendung synchron mitsprechen oder einen gelesenen Zeitungsartikel mit spontanen eigenen Worten wiedergeben).
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 6.
>>> Literaturdatenbank
9. Einbeziehung und Mitarbeit der Eltern
9.1 Gesang
Die Akzeptanz und Wertschätzung der Familie (Familienmitglieder und LebenspartnerInnen) ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass die SchülerInnen mit Freude und Leidenschaft ihre Stimmen ausbilden lassen.
Vortragsabende bieten sich besonders dafür an, die Angehörigen der SchülerInnen kennen zu lernen. Darüber hinaus sollten diese eingeladen werden, dem Unterricht gelegentlich beizuwohnen und ermuntert werden, selbst mitzusingen. Damit steigt die Identifikation, was in weiterer Folge die Akzeptanz und Wertschätzung für die Leistung der SchülerInnen steigert.
Zu empfehlen sind auch informelle Gespräche, in denen über die Rahmenbedingungen für gutes und effizientes Üben zu Hause gesprochen werden kann, im Speziellen auch darüber, wie Angehörige die SchülerInnen zum Üben animieren können, z.B. durch gemeinsames Singen und Musizieren in der Familie!

9.2 Kinder- und Jugendstimme
Um das Interesse der Eltern am Singen ihrer Kinder zu gewinnen, ist es nicht nur wichtig, die Unterrichtsergebnisse durch Auftritte zu präsentieren, sondern auch, die Eltern in den Unterricht mit einzubeziehen. In Mitmachstunden soll zum gemeinsamen Singen und Musizieren innerhalb der Familie angeregt werden.
In regelmäßigen Elterngesprächsrunden, Info-Abenden (z.B. zu Schulbeginn oder vor größeren Projekten) oder Elternbriefen kann:

9.3 Sprechen
Sinnvoll sind gemeinsame Vorlesestunden innerhalb der Familie (Eltern lesen Kindern vor und umgekehrt) und Besuche von Theateraufführungen, Lesungen, Kabaretts und Theatersportveranstaltungen. Ein kritischer Umgang mit und eine konstruktive Nutzung von Medien sind zu fördern.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 6.5.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 8.5.
>>> Literaturdatenbank
10. Vorbereitung und Nachbereitung des Unterrichts
10.1 Gesang
Die kurzfristige Unterrichtsplanung dient den LehrerInnen dazu, geeignete Unterrichtsliteratur (Stimmlage, Tonumfang, Transposition in die optimale Tonart, Arrangements und die Einrichtung von Stücken, technische Schwerpunkte, Vorlieben der SchülerInnen, diverse Stilepochen) und stimmtechnische Übungen auszuwählen und eine umfassende inhaltliche Auseinandersetzung mit den Werken vorzubereiten. Die mittel- und langfristige Planung setzt sich mit den Lern- und Bildungszielen auseinander, bezieht die Organisation von öffentlichen Auftritten und die Auswahl geeigneter Unterrichtsformen für die SchülerInnen mit ein.
Die Nachbereitung dient zur Überprüfung der Effektivität des Unterrichts und soll durch kontinuierliche Reflexion und auch unter Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel (Ton- und Bildaufnahmen) die Möglichkeit zur Veränderung der Lernziele geben.

10.2 Kinder- und Jugendstimme
Die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts ist ein wesentlicher Bestandteil für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dazu gehören das Erstellen der Jahresplanung, von Stundenbildern und Unterrichtsmaterialien, die Suche nach entsprechender themenbezogener Literatur, die Auswahl geeigneter stimmtechnischer Übungen, die Vorbereitung von Projekten (Veranstaltungsplanung und Organisation), die Vorbereitung des Unterrichtsraumes (Bereitstellung von Instrumenten und Materialien), die Gruppeneinteilung und die Betreuung des Klassenkataloges.
Idealerweise werden neugewonnene Ideen schriftlich festgehalten (Katalog besonders bewährter, effektiver und beliebter Übungs- und Spielformen). Fortbildung durch Kurse und Fachliteratur sowie Erfahrungsaustausch mit FachkollegInnen sollen neue Impulse für die Unterrichtsarbeit geben.

10.3 Vokalensemble/Chor
Eine gut geplante Chorstunde sollte ablaufen wie ein gelungenes Theaterstück: mit Einleitung/Einstimmung, Spannungsaufbau, gut verteilten Höhepunkten und einem befriedigenden Abschluss.
In ständiger Reflexion der Voraussetzungen des Chores sind Nah- und Fernziele zu formulieren:
Die konkrete Vorbereitung beinhaltet:
In der Nachbereitung muss festgehalten werden, welche von den gesteckten Zielen erreicht wurden und wo andere Ansätze erforderlich sind. Von den ChorleiterInnen ist auch die soziale Befindlichkeit des Chores zu beobachten, entsprechend darauf zu reagieren und eine positive Gesamtatmosphäre zu fördern.

10.4 Sprechen
In der Vorbereitung liegt das Augenmerk in der Auswahl von geeigneten Übungen und Texten für die einzelnen SchülerInnen und dem Aufgreifen von aktuellen (Stimm)Problemen und Fragestellungen. In der Nachbereitung werden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der im Unterricht vorgeschlagenen Interpretation ausgearbeitet.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 8.
>>> Literaturdatenbank
11. Lernziele/Bildungsziele (nach Entwicklungsstufen/Leistungsstufen)
11.1 Gesang
Vokalausbildung ist neben der altersgemäßen Vermittlung von musikalischer und technischer Fertigkeit immer auch Persönlichkeits- und Charakterbildung, die zur eigenständigen Künstlerpersönlichkeit hinführen soll und kann. In diesem Sinne wird das Bewusstsein für eine gesunde Sprech- und Singstimme, die Freude am ein- und mehrstimmigen Singen, Selbstwahrnehmung, emotionale Ausdrucksfähigkeit, Darstellungs- und Kommunikationslust, Fantasie und Offenheit und die Entwicklung des Gehörs (Intonation, Tonvorstellung, Aktives Hören etc.) gefördert.
Durch den Bereich der freien Improvisation wird Kreativität in ihrer ursprünglichsten Form freigesetzt, wobei ein Gefühl des „im Fluss Seins“ entsteht und das Spielen mit der (Eigen)Energie möglich wird. Diese Erfahrungen und Musizieransätze können auf jegliche andere Musik übertragen werden. Dazu kommen die Selbstständigkeit in der Erarbeitung eines Stückes, sowie das Wecken des Interesses für stilistisch unterschiedliche Literatur.
Entsprechend der Voraussetzungen, welche die SchülerInnen mitbringen, werden von den LehrerInnen Lernziele (Lernabschnitte, Anforderungen für Übertrittsprüfungen etc.) – auch im Sinne einer Vereinbarung mit den SchülerInnen – festgesetzt und einer regelmäßigen gemeinsamen Reflexion unterzogen. Der Gesangsunterricht ist zugleich auch Stimmbildungsunterricht, dessen Ziel u.a. ein effizienter und gesunder Umgang mit der Stimme in Alltag und Beruf sein soll. Hierfür ist die Entwicklung einer für die SchülerInnen verständlichen Sprache über Gesangstechnik von wesentlicher Bedeutung.
Auftrittsmöglichkeiten sollen von Beginn an geboten werden, da Musikschulen für die Ausbildung des Nachwuchses an SängerInnen für ein fruchtbares und niveauvolles Musikleben (z.B. in Gesangsvereinen, Kirchen- und Konzertchören) ebenso sorgen wie für die stimmliche Schulung von Personen, die pädagogisch tätig sind (im Besonderen von KindergärtnerInnen und VolksschullehrerInnen).Auch wenn es nicht ihre Hauptaufgabe ist, so gehört doch die Vorbereitung auf ein mögliches Berufsstudium zu den wesentlichen Lernzielen an Musikschulen.
Elementarstufe
Die Elementarstufe wird im Bereich "Gesang und Stimme" als "Kinder- und Jugendstimme" geführt (siehe Punkte 1.2, 2.2 etc.)
Unterstufe
Mittelstufe
Oberstufe
11.1.1 Jazz/Pop/Rock
Es wird auch auf die Empfehlungen im Bereich der Lernziele/Bildungsziele im Text „JPR allgemein" verwiesen.
Von einem allgemein gültigen Stimmideal wird im JPR-Gesang nicht ausgegangen, da jeder Mensch einen individuell einzigartigen Stimmcharakter besitzt. Das Ziel des Unterrichts ist es, diesen Klang herauszubilden, gesund zu festigen und zu fördern. Dazu dienen stimmtechnische Übungen sowie die Erarbeitung stilistisch verschiedenster Gesangsliteratur aus dem facettenreichen Repertoire der JPR-Musik.

11.2 Kinder- und Jugendstimme
Singen kann in den Entwicklungsjahren eine große Hilfe bei der Bewältigung körperlicher und seelischer Veränderungsprozesse sein und insgesamt zu einer gesunden und harmonischen Persönlichkeitsbildung beitragen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Selbstwahrnehmung und äußeren Einflüssen kann durch den Gesangsunterricht schon früh gefördert werden. Folgende Lehrinhalte sollten im Gesangsunterricht mit Kindern und Jugendlichen grundlegend vermittelt werden:
Im Bereich der Kinder- und Jugendstimme wird keine Unterteilung in Leistungsstufen vorgenommen. Der gesamte Bereich wird als Elementarstufe geführt. Es wird allerdings empfohlen, öffentliche Auftritte und Beratungsgespräche mit einem Fachgremium zu ermöglichen. Dadurch wird das Selbstbewusstsein der jungen SängerInnen gestärkt und die Bedeutung der Ausbildung der Kinder- und Jugendstimme hervorgehoben.
Nach der Elementarstufe (nach Abschluss der Mutation) kann der Unterricht in der Unterstufe des Bereiches Gesang weitergeführt werden.

11.3 Vokalensemble/Chor
Die Arbeit mit Ensemble/Chor beinhaltet die Erweiterung des stimmlichen und musikalischen Horizonts und das Aufbringen von Verständnis für viele musikalische Stilrichtungen als Grundlage für ein erweitertes Kulturverständnis. Durch ein vielgestaltiges Anlegen des Unterrichts sollen Berührungsängste mit fremden Kulturen abgelegt und Interesse an Neuem geweckt werden. Das Interesse für Konzerte und andere kulturelle Einrichtungen kann so gefördert werden.
Das Singen in der Gruppe erfordert ein sorgfältiges Zuhören, die Auseinandersetzung mit den Persönlichkeiten der Chormitglieder und das soziale Verständnis. Neben der Arbeit am Stimmapparat (kontinuierliche Erweiterung des Stimmumfangs, Behebungen von Fehlstellungen und -verhalten) kann durch regelmäßiges Einfließen von musikalischen Grundkenntnissen wie Gehörschulung, Blattsingen und Intonation während der Chorarbeit eine Qualitätssteigerung der Gruppe erreicht werden. Zudem kann so die Freude an der Musik und dem gemeinsamen Musizieren gefördert werden.

11.4 Sprechen
Gedanken und Gefühle verbal und nonverbal zum Ausdruck zu bringen, ist eine wesentliche Lebensform der Menschen. Den SchülerInnen wird Gelegenheit gegeben, eigene Gestaltungserfahrungen zu machen. Dabei eröffnet sich die Chance, individuelle Fähigkeiten zu entdecken und zu nutzen und sich mit den Ausdrucksformen der MitschülerInnen auseinander zu setzen. Die kreativ-gestaltende Arbeit soll im Spannungsfeld von Selbstverwirklichung und sozialer Verantwortung als individuell bereichernd und gemeinschaftsstiftend erlebt werden.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 7.
>>> Literaturdatenbank
12. Empfehlungen für Übertrittsprüfungen
12.1 Gesang
Die Vorbereitung auf eine Prüfung bietet den SchülerInnen neben Konzerten und Wettbewerben die Möglichkeit, auf ein Ziel hinzuarbeiten. Die Prüfung selbst sollte den SchülerInnen Gelegenheit bieten, ihr bereits erworbenes Können einer breiteren Öffentlichkeit unter Beweis zu stellen. Es ist dabei darauf zu achten, dass Prüfungen die individuelle Schülerpersönlichkeit in den Mittelpunkt stellen und nicht nach einem schablonenhaften Verfahren ablaufen. Daher sollten Prüfungen idealerweise in Form von kleineren Konzerten durchgeführt werden. Die Programmauswahl sollte stets mit den SchülerInnen gemeinsam erfolgen und ihnen Gelegenheit bieten, sich optimal zu präsentieren. Die Zusammenstellung eines Programmheftes und eine entsprechende Präsentation des Auftritts obliegen den SchülerInnen.
Elementarprüfung
(von der Elementar- in die Unterstufe)
Da die Elementarstufe als "Kinder- und Jugendstimme" geführt wird, ist eine Übertrittsprüfung in die Unterstufe "Gesang" nicht vorgesehen.
1. Übertrittsprüfung
3 Werke unterschiedlicher Stilepochen. Davon:
Mindestens 1 Werk ist auswendig vorzutragen.
2. Übertrittsprüfung
5 Werke aus mindestens 3 unterschiedlichen Stilepochen. Davon:
Alle Stücke, ausgenommen Oratorien und Kammermusik, sind auswendig vorzutragen.
Abschlussprüfung
Die SchülerInnen sollen gemeinsam mit ihrer Lehrkraft die Möglichkeit haben, entsprechend ihrer musikalischen Vorlieben ein Programm von mindestens 30 Minuten zusammenzustellen.
Die Abschlussprüfung wird in Form eines öffentlichen Auftritts präsentiert (beinhaltet auch die solistische Mitwirkung in einer öffentlichen Opernaufführung, einem Oratorium, einem Musical etc.). Alle Stücke, ausgenommen Oratorien und Kammermusik, sind auswendig vorzutragen.
12.1.1 Jazz/Pop/Rock
Es wird auch auf die Empfehlungen im Bereich Übertrittsprüfungen im Text „JPR allgemein" verwiesen.

12.2 Sprechen
Übertrittsprüfungen sind auch für Sprechtechnik/Stimmentwicklung empfehlenswert, da viele SchülerInnen mit konkreten Ausbildungswünschen für verschiedene Sprechberufe an die Musikschule kommen. So können genauere Lernziele und eine größere Professionalität erreicht werden.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 7.
>>> Literaturdatenbank
13. Besondere Hinweise zum „frühinstrumentalen Unterricht“ und zum Unterricht mit „jugendlichen und erwachsenen AnfängerInnen“
13.1 Gesang
Säuglinge/Kleinkinder/Vorschulkinder:
Das frühkindliche Singen vor dem 3. Lebensjahr kann im Rahmen der EMP in Eltern- Kind-Gruppen begonnen werden. Für Kinder von 3 bis 6 Jahren ist eine EMP mit stimmbildnerischem Schwerpunkt in verschiedenen Alterstufen sehr empfehlenswert.
Schulkinder:
Schulkinder können in jahrgangsübergreifenden Gruppen und als Ergänzung dazu im Einzelunterricht unterrichtet werden. Talentierte Kinder sind unabhängig vom Alter zu fördern. Am Anfang empfiehlt sich ein sorgsamer Umgang mit dem Singen nach Noten. Vielmehr sollte das spielerische Vertrautwerden mit der Stimme im Vordergrund stehen. Die Liedauswahl orientiert sich an der Leistungsfähigkeit der Kinder, wobei Überforderungen insbesondere in stimmlicher Hinsicht zu vermeiden sind und auf kindgemäße Textinhalte und die geschmacksbildende Funktion der Lieder geachtet werden soll.
Durch die Offenheit der meist noch unverbildeten Kinderstimme kann von vornherein eventuellen Fehlentwicklungen oder sogar ernsthaften Schäden (Haltung, Atmung etc.) vorgebeugt werden. Außerdem kann von Anfang an ein unverkrampftes und spielerisches Selbstbewusstsein in Aufführungssituationen eingeübt werden.
Jugendliche im Stimmwechsel:
Besonderer Aufmerksamkeit bedarf die Betreuung von Mutanten, insbesondere hinsichtlich Belastbarkeit der Stimme, psychischer und physischer Entwicklung und der Literaturauswahl. Die GesangslehrerInnen sollten ganz individuell entscheiden, ob der mutierende Schüler eine Stimmpause benötigt. Oft ist das „Nichtsingen“ während der Mutation schlechter als ein vorsichtiges Erfahren der „neuen“ Sprech- und Singstimme. Sehr hilfreich ist es, eine Mutantengruppe anzubieten. Jugendliche InteressentInnen ohne stimmliche Vorbildung, die sich in der Mutation befinden, aber eine stimmliche Ausbildung wünschen, sollten beraten und der Anfang des Gesangsunterrichts auf einen geeigneten Zeitpunkt verschoben werden. Die stimmliche Arbeit von erfahrenen GesangslehrerInnen mit Mutanten und jungen Männerstimmen ist eine wichtige Aufgabe im Hinblick auf den Nachwuchs im solistischen und chorischen Bereich.
Es muss auch erwähnt werden, dass der Stimmwechsel bei Mädchen in der Stimmbildung einer großen Sorgfalt bedarf und die GesangslehrerInnen die Schülerinnen bei dem sehr individuellen Übergang von der kindlichen Mädchenstimme zur Frauenstimme begleiten müssen.
In all diesen Bereichen, ob es sich nun um frühkindlichen Unterricht oder um junge SchülerInnen im oder nach dem Stimmwechsel handelt, muss der spezielle und individuelle Ton- und Stimmumfang beachtet werden und die Literatur entsprechend ausgewählt werden.
Eine Aufnahme von jungen GesangsschülerInnen würde eine Verjüngung der Gesangsklassen an Musikschulen mit sich ziehen und dadurch den inländischen Sängernachwuchs nachhaltig fördern.
Erwachsene AnfängerInnen:
Die prägenden Entwicklungsschritte in Bezug auf Musikalität und Tonvorstellung finden im Kindesalter statt. Daher muss bei der Aufnahme von erwachsenen SchülerInnen darauf geachtet werden, ob sie neben einer gesunden Sing- und Sprechstimme auch eine Grundbasis an musikalischem Rüstzeug bereits durch Instrumentalunterricht, Schulunterricht oder Chorgesang erworben haben.
SeniorInnen:
Da bei SeniorInnen primär das positive Erleben und nicht die stimmliche Entwicklung im Vordergrund steht, sind im Besonderen bei der Literaturauswahl deren Wünsche zu berücksichtigen.

13.2 Sprechen
Jugendliche und Erwachsene stellen bei Sprechtechnik/Stimmentwicklung eine besonders große Interessentengruppe mit meist schon sehr konkreten Zielen dar. Nach Gruppen geordnet gibt es:
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> Literaturdatenbank
14. Hinweise zum Unterricht mit „Menschen mit Behinderungen“
Da der Körper das Instrument der SängerInnen ist, hängt es vom Grad der Beeinträchtigung ab, inwieweit Gesangsunterricht möglich ist, wobei die Aufnahme von Menschen mit Behinderungen – mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten und/oder ärztlichem Einverständnis (Attest) – grundsätzlich zu fördern ist. Für die
Aufnahme gelten die unter Punkt 3 genannten Anforderungskriterien, eine Zusatzqualifikation der Lehrkraft wäre wünschenswert. Festzuhalten ist, dass dieser Unterricht nicht mit Musiktherapie gleichgesetzt werden kann. Positiv ist zu bemerken, dass die Integration von Menschen mit Behinderungen in einen Ensemble- oder Chorunterricht das soziale Gefüge und das Verständnis für Menschen mit anderen Stärken bzw. Schwächen fördern kann.
Sprechtechnischer Unterricht kann bei vielen Behinderungsformen eingesetzt werden.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> Literaturdatenbank
15. Instrumentenkundliches (Sonderformen, Pflege, Kauf, ...)
Singende und Sprechende tragen für die Gesunderhaltung ihrer Stimme Verantwortung. Sie sollten im Rahmen des Unterrichtes beraten werden über die Schwächung und Schädigung der Stimme durch das (aktive und passive) Rauchen, übermäßigen Alkoholkonsum, Suchtmittel, Medikamentenmissbrauch und ungünstige Sprechgewohnheiten. Der Einfluss von Medikamenten auf die Stimme sollte beachtet werden.
Eine gesunde Lebensführung (Ernährung, Schlaf etc.) und Sportarten, welche der Gesamtkonstitution förderlich sind wie Schwimmen, Laufen – möglichst in frischer Luft – können die Gesunderhaltung des Körpers und der Stimme fördern. Die im Gesangsunterricht durch Körperschulung erworbenen Fähigkeiten (Haltung, Atmung, Bewegung) fließen in den Alltag ein und fördern somit positive Lebensgewohnheiten. Bei Stimmanomalien, -erkrankungen, -auffälligkeiten sollte von der Gesangslehrkraft eine fachärztliche Untersuchung (HNO-Arzt/Ärztin, PhoniaterIn, LogopädInnen) angeregt werden, bei schwerwiegenden Stimmstörungen ist sie unumgänglich. Im Krankheitsfall darf nur mit ärztlichem Einverständnis stimmlich weitergearbeitet werden. Besonders sei darauf hingewiesen, dass es bei Kindern während des Wachstums zu Stimmveränderungen kommen kann, die bei längerer Belastung auch zu schwerwiegenden Stimmstörungen werden können.
Auch bei einer normalen Stimmentwicklung ist die Kooperation mit PhoniaterInnen sinnvoll, sobald die SchülerInnen Interesse an den anatomischen Zusammenhängen ihrer Stimme zeigen. Mit Hilfe geeigneter Geräte (Bildschirm etc.) können Stimmbandfunktionen, Aussehen der Stimmbänder/Stimmlippen etc. sichtbar und damit besser begreifbar gemacht werden.
Die Sprecherziehung ist eine ideale Ergänzung zum Gesangsunterricht, da der richtige Umgang mit der Stimme im täglichen Sprachgebrauch eine gute Ausgangsbasis für das Singen bildet.
>>> Literaturdatenbank
16. Fachspezifische Besonderheiten
16.1 Gesang
Im Laufe der gesangspädagogischen Tätigkeit eröffnet sich den LehrerInnen durch Beobachtung und Einfühlung die Persönlichkeit der SchülerInnen. Über das Anhören der Stimme ist es den LehrerInnen möglich, Lebendigkeit, Potentiale und eventuelle Blockaden wahrzunehmen und den SchülerInnen darüber Feedback zu geben. Durch die intensive Arbeit mit dem Körper als Instrument bestimmt die Gesangslehrkraft somit wie keine andere Musiklehrkraft die persönliche Entwicklung der SchülerInnen mit und trägt daher besondere Verantwortung.
Im Gegensatz zu den InstrumentalistInnen, die ein technisches Hilfsmittel zur Erzeugung von Tönen verwenden, müssen GesangsschülerInnen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass ihr Instrument den ganzen Körper umfasst. Die Anforderungen an das Körperbewusstsein und die Anfälligkeit für Störungen aller Art (körperliche Befindlichkeit, Stress, seelische Konstitution etc.) verlangen sowohl von den SchülerInnen als auch von den LehrerInnen eine besonders differenzierte Körperwahrnehmung. Wichtig in diesem Zusammenhang ist jedoch die Abgrenzung zur Psychotherapie!
Beim Gesang eröffnet die Textinterpretation ein weiteres Feld von Anforderungen. Da am Entstehen eines Gesangsstückes üblicherweise zwei KünstlerInnen beteiligt waren, schiebt sich eine weitere Aufgabenstellung ein. Aus der Interpretation eines Gedichtes und dessen Vertonung ein eigenes Ganzes werden zu lassen, verlangt besondere Sensibilität für Wort und Musik!
Die regelmäßige Zusammenarbeit mit denselben BegleiterInnen ermöglicht es SängerInnen, eine persönliche, differenzierte Interpretation zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen BegleiterInnen jedoch eröffnet eine Ebene der Interaktion, die kreative Ideen zur Folge haben kann. Dabei sollten neben dem Klavier auch andere Begleitinstrumente in Erwägung gezogen werden. Eine Einbeziehung fortgeschrittener SchülerInnen z.B. aus Klavierklassen oder die Kooperation mit höheren Ausbildungsstätten wäre wünschens- und anstrebenswert. KlavierstudentInnen könnten während ihrer Ausbildung im Rahmen eines „Praktikums“ als KorrepetitorInnen beispielsweise für ein Semester an einer Musikschule arbeiten.
16.1.1 Jazz/Pop/Rock
s Ein nachhaltiger, von gutem Stilverständnis getragener Lernerfolg lässt sich nur in Verbindung mit aktivem Anhören, Analysieren, Imitieren und bestenfalls Transkribieren stilbildender VokalistInnen und InstrumentalistInnen erzielen. Der Literaturbegriff im JPR-Bereich beschränkt sich nicht nur auf geschriebenes Notenmaterial, sondern sollte Tonaufnahmen mit einbeziehen. Oft müssen LehrerInnen selbst Arrangements schreiben und die Stücke individuell anpassen. Der Gebrauch des Mikrophons, der Umgang mit Verstärkeranlagen sowie ein gut ausgebildetes relatives Gehör sind im JPR-Gesang von besonderer Bedeutung, Konzertbesuche können eine große Motivation sein, deren Reflexion mit der Lehrkraft fördert das analytische Hören und die Kritikfähigkeit.
Die Kommunikation mit den MitmusikerInnen ist für das gemeinsame musikalische Erarbeiten von Inhalten in Bands unumgänglich. Fragen wie: „Wie leite ich eine Band?“, „Wie mache ich mich anderen MusikerInnen verständlich?“, „Wie kann Kritik formuliert werden?“ oder „Wie kann Kritik verarbeitet werden?“ sind für das selbstständige Arbeiten in Ensembles von großer Wichtigkeit. Die Nutzung von Audio- und Videomaterial zur Aufarbeitung der Probenarbeit und Konzerttätigkeit hilft ebenso wie Feedbackrunden, in denen sich die SchülerInnen – unter Moderation von PädagogInnen – gegenseitig Rückmeldungen geben können, eine richtige Selbsteinschätzung zu entwickeln. Die musikalische Kommunikation und Interaktion mit den MitmusikerInnen und dem Publikum und eine positive Einstellung beim Auftritt sollten auch im kleinen Rahmen (Vortragsabende) geübt werden.
Im Unterricht sollte für Fragen wie z.B.: „Wie und wo finde ich passende MitmusikerInnen für eine Band?“, „Was mache ich, wenn in der Band etwas musikalisch oder persönlich nicht klappt?“, „Wie produziere ich eine (Demo-)CD?“, „Wie bewerbe ich einen Auftritt?“ etc. Platz sein.

16.2 Kinder- und Jugendstimme
Eine Besonderheit im Bereich Kinder- und Jugendstimme ist die Arbeit mit Ensembles (Singschulklassen, Kinder- und Jugendchöre), die einen Mehraufwand an Organisation von Unterricht und Auftritten, Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und Elternarbeit mit sich bringt. Dabei werden Schwerpunkte in den Bereichen Stimmbildung und Vokalmusik gesetzt, wobei der Ansatz ganzheitlich ist. Das Singen ermöglicht nicht nur die Verknüpfung vieler Bereiche der Musik, sondern auch die Förderung eines ausgewogenen Sozialverhaltens (soziales Lernen und soziale Kompetenz).

16.3 Vokalensemble/Chor
Die Arbeit mit einem größeren Ensemble bedeutet auch einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Hierzu zählen u.a. folgende Bereiche:
>>> Literaturdatenbank
 KOMU - Konferenz der österreichischen Musikschulwerke
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