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Lehrplan
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Über diesen Lehrplan
Visionärer Wegweiser
Allgemeiner Teil
Fachspezifischer Teil
Literaturteil
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Fachspezifischer Teil - Klavier mit JPR-Klavier
 Lehrplan Klavier zum Download
Vorbemerkung: Im folgenden Lehrplan wurden "Klavier" und "Jazz-Pop-Rock-Klavier" aufgrund ihrer fachspezifischen Besonderheiten getrennt angeführt. Die vielen Gemeinsam-keiten in den Formulierungen untermauern jedoch, dass Klavier „klassisch“ und Klavier „JPR“ sich grundsätzlich nicht widersprechen, sondern vielmehr gegenseitig bereichern. Beide Fächer werden auch oft parallel ausgeübt.
1. Musikrepertoire – inhaltliche Breite
1.1 Klavier
Ausgehend von einem freien Zugang zum Klavierspiel sollen die SchülerInnen mit vielfältigen Stilepochen, Strömungen und Gattungen vertraut gemacht werden. Bei der Werkauswahl gilt es, eine inhaltliche Balance zwischen allen didaktischen Kriterien und den musikalischen Neigungen der SchülerInnen zu wahren. Im Sinne einer abwechslungsreichen Unterrichtsgestaltung sollten neben traditionellen Formen auch folgende Inhalte in unterschiedlichen Besetzungen vermittelt werden:
1.2 Jazz Pop Rock Klavier
Jazz/Pop/Rock (im Folgenden kurz JPR genannt) und seine verwandten Gattungen sind relativ junge Musikstile mit schnell fortschreitender Entwicklung in verschiedene Richtungen. Es gilt daher bei der Auswahl des Repertoires die entwicklungsgeschichtliche Relevanz einerseits sowie aktuelle Tendenzen andererseits zu berücksichtigen. Das Vermitteln eines möglichst weiten musikalischen Horizonts – eines breiten Angebots an Stilen und Spieltechniken historischer und zeitgemäßer Musik des JPR-Klaviers – sollte zentrales Grundanliegen sein. Sowohl Literaturwünsche der Schüler-Innen als auch Vorlieben und stilistische Schwerpunktsetzungen der LehrerInnen sollten nach Möglichkeit Berücksichtigung finden.
Ein wichtiger Ansatz ist die Beschäftigung mit stilbildenden Persönlichkeiten aus dem JPR Bereich.
>>> Literaturdatenbank
2. Musizierformen
2.1 Klavier
Neben dem solistischen Spiel ist gemeinsames Musizieren ein integrierter Bestandteil des Unterrichts für die gesamte Dauer der Ausbildung. Besonderes Augenmerk erfahren alle kammermusikalischen Musizierformen, die von Anfang an in den Unterricht eingebunden werden, was zu einer Förderung interaktiver musikalischer Fähigkeiten und des Hörvermögens führt.
Musizierformen sind unter anderem:
2.2 Jazz Pop Rock Klavier
Um eine bestmögliche musikalische Entwicklung zu ermöglichen, sollten die SchülerInnen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt der Instrumentalausbildung in eine Ensemblesituation eingebunden werden. Es gilt als eine spezielle Qualität im JPR, dass die Stücke mittels einfacher Arrangementtechniken an den Entwicklungsstand von SchülerInnen angepasst werden. Die Improvisation ist in den unterschiedlichsten Spielformen ein zentrales Gestaltungselement.
>>> Literaturdatenbank
3. Eignung, Lernvoraussetzungen
3.1 Klavier
Es wird empfohlen, dass die Fachlehrkraft in einem Beratungsgespräch über die Voraussetzungen des Unterrichts informiert. Dabei sollen die Eltern über die notwendigen Rahmenbedingungen für den Lernprozess aufgeklärt werden. Entwicklungspotentiale können erst nach einem längeren Unterrichtszeitraum festgestellt werden.
Diese sind unter anderem:
Um die im Unterricht vermittelten Lehrinhalte umsetzen zu können, sind folgende Parameter zu beachten:
Instrumente
Übemöglichkeiten
Das Vorhandensein eines Instrumentes zu Hause ist Voraussetzung. Der passende Standort des Klaviers in der Wohnung ist für ein ungestörtes, effizientes Üben von hoher Wichtigkeit.
Zeitfaktor
Es müssen genügend zeitliche Ressourcen zur täglichen, regelmäßigen Beschäftigung mit dem Instrument gegeben sein.
3.2 Jazz Pop Rock Klavier
Eignung und Lernvoraussetzungen für Klavier im JPR-Bereich entsprechen den allgemeinen Kriterien zum Erlernen eines Tasteninstruments. Zusätzlich sind wichtig:
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> Literaturdatenbank
4.Ganzheitliche Pädagogik
4.1 Klavier
Polyästhetische Inhalte sind in den Unterricht einzubeziehen. Musikalisches Lernen findet auf verschiedenen Ebenen statt: emotional, sinnlich-motorisch, physisch, visuell, auditiv und musikalisch-analytisch. Die Lehrkraft sollte auf die unterschiedlichen Wahrnehmungstypen eingehen. In ihrem musikalischen Werdegang, der untrennbar mit ihrer allgemeinen Entwicklung verknüpft ist, sind die SchülerInnen zur Selbstständigkeit zu ermutigen.
Die Vorbildfunktion der Lehrkraft und eine gute Kommunikation sind Voraussetzungen für einen gelungenen Unterricht. Fachspezifische Lern- und Lehrinhalte sind auf einen weiten musikalischen Horizont auszurichten:
4.2 Jazz Pop Rock Klavier
Einen Song in verschiedenen Tonarten zu spielen und über seine Form zu improvisieren fördert das Denken in harmonischen Stufen. Das Experimentieren anhand von Songs mit verschiedenen Grooves und verschiedenen Tempi verbessert die rhythmische Wachsamkeit und Beweglichkeit.
Notensatz- und multifunktionale Musikprogramme können wesentlich zu Effizienz und Flexibilität im modernen Unterricht beitragen und ermöglichen den LehrerInnen eine den SchülerInnen individuell angepasste Unterrichtsgestaltung.
Es sollten alle Sinne angesprochen (Augen, Ohren, Körperbewusstsein) und auf verschiedenste Wahrnehmungstypen eingegangen werden.
Ganzheitliche Pädagogik bedeutet im JRP-Bereich das Einbeziehen von nicht unmittelbar instrumentenbezogenen Elementen in den Unterricht wie:
Diese nicht auf die instrumentenspezifische Ebene reduzierten Elemente ermöglichen die individuelle Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der SchülerInnen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen auf dem Weg zur Eigenständigkeit. Sie geben behutsam Hilfestellungen bei der Entwicklung eines ausgeprägten musikalischen Differenzierungsvermögens – vor allem auch in Bezug auf Modeströmungen und Fragen wie:
Die musikalischen Sprachen und „Codes“ der Popularmusik tradieren sich primär auditiv über Aufnahmen und Live-Konzerte und erst in zweiter Linie durch Notation. Ein nachhaltiger, von gutem Stilverständnis getragener Lernerfolg am Instrument lässt sich daher für die SchülerInnen nur in Verbindung mit aktivem Anhören, Analysieren, Imitieren und bestenfalls Transkribieren stilbildender InstrumentalistInnen erzielen.
Weitere Aspekte:
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 4.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 5.
>>> Literaturdatenbank
5. Körper und Instrument, Technik
5.1 Klavier
Körperarbeit und -schulung ist durch unterstützende Übungen in den Unterricht einzubeziehen. Ein körperbewusstes, „ökonomisches“ Spiel dient der Vorbeugung von Überbelastungen und Spielschäden:
Die Grundlage musikalischer Ausdrucksfähigkeit ist eine fundierte Technik. Künstlerischer Klavierunterricht vermittelt technische Fertigkeiten, die zum Ziel haben, Tongebung, Klangkultur und musikalische Gestaltungskraft zu fördern.
5.2. Jazz Pop Rock Klavier
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 2.3.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 2.5.
>>> Literaturdatenbank
6. Kultur-, musikhistorisches und musikkundliches Wissen
6.1 Klavier
Durch die Einbindung von musikhistorischem und musikkundlichem Wissen sowie allgemeinem Kulturwissen wird der Anspruch der Musikschulen, musikalische Bildung zu vermitteln, vervollständigt. Für das künstlerische Gestalten und die musikalische Ausdrucksfähigkeit ist – basierend auf einem tieferen Verständnis der gespielten Werke – der geschichtliche Kontext wichtig. Im Unterricht sind vergleichende theoretische Kenntnisse und Grundlagen der jeweiligen Epoche im praktischen Musizieren zu erarbeiten und anzuwenden. Das Spiel auf Originalinstrumenten macht Instrumentenkunde und historische Aufführungspraxis hör- und begreifbar. Dieses Wissen kann unter anderem wie folgt vermittelt werden:
In diesem Zusammenhang ist auf die Notwendigkeit von Ergänzungsfächern, Workshops, Projekten und Exkursionen hinzuweisen.
6.2 Jazz Pop Rock Klavier
Die Vermittlung von musikhistorischen Inhalten ist aufgrund des reichhaltigen Angebotes an qualitativ hochwertigen Dokumentationen JPR-geschichtlicher Ereignisse (international gültige Referenzaufnahmen und Meisterwerke stilbildender MusikerInnen) sehr gut möglich. Dies bezieht sich auch auf die Spezifika der verschiedenen Stilistiken in unterschiedlichen kulturellen und regionalen Kontexten zu verschiedenen Zeiten.
Musikkundliches Wissen
Es wird ein begleitender Theorieunterricht empfohlen, der möglichst breit gefächert und praxisnah sein soll. Gleichzeitig sollte den SchülerInnen ein Einblick in das gesamte musikalische Universum jenseits aller stilistischen Grenzen eröffnet werden und sie ermuntert werden, musikalisch offen zu denken und möglichst viel unterschiedliche Musik zu hören. Ziel sollte die Bildung eines Bewusstseins für Ästhetik, Geschmacksbildung und eine Horizonterweiterung sein.
>>> siehe auch: Punkt 16
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 5.3.
>>> Literaturdatenbank
7. Unterrichtsformen – Lebendiger Unterricht
Einzel-, Partner-, Gruppen, Ensemble- und Klassenunterricht
7.1 Klavier
Methodische Flexibilität bezieht sich auch auf Unterrichtsformen – diese sind weder grundsätzlich gut oder schlecht, sondern lediglich danach zu beurteilen, ob sie in Bezug auf die definierten Intentionen und die anstehenden Inhalte zielführend sind.
Auch wenn zunehmend neue Unterrichtsformen den traditionellen Einzelunterricht ergänzen: Eine wichtige Quelle positiver persönlicher und musikalischer Entwicklung der SchülerInnen an einer Musikschule ist eine persönliche, vertrauensvolle und beständige Beziehung zu ihren LehrerInnen.
Mit dem Ziel einer optimalen Förderung der SchülerInnen sollte die Wahl der Unterrichtsform in der Verantwortung der betreffenden Lehrkraft liegen.
Das Ziel der Klavierausbildung an Musikschulen als qualitätsorientierte und nachhaltige Instrumentalausbildung ist eine individuelle, künstlerische Persönlichkeitsausbildung der SchülerInnen und macht daher den Einzelunterricht zur zentralen Unterrichtsform. Zur umsichtigen Verfolgung breitgefächerter, musikalischer und individueller Lernziele können Partner- oder Gruppenunterricht pädagogisch sinnvoll integriert und flexibel angewandt werden. Diese Unterrichtsformen sollen zusätzlich zum Einzelunterricht in Betracht gezogen werden.
Ergänzende Unterrichtsformen sind:
7.2 Jazz Pop Rock Klavier
Prinzipiell stellt der Einzelunterricht am Instrument die effizienteste Unterrichtsform für die Vielfalt der zu vermittelnden instrumentaltechnischen Inhalte dar. Darüber hinaus sollen die SchülerInnen so bald wie möglich – schon ab der Elementar- und Unterstufe – in Ensembles eingebunden werden, um ihnen eine Band-Erfahrung und die damit verbundene soziale Komponente des Musizierens zu vermitteln. Zuhören lernen, den Blick für das „musikalische Ganze“ entwickeln und Kritikfähigkeit zu erwerben sind Qualitäten, die in der Ensemblearbeit gebildet werden.
Spezifika der einzelnen Unterrichtsformen:
Einzelunterricht:
Partnerunterricht:
Gruppenunterricht:
Ensemble (als Ergänzung zu den anderen Unterrichtsformen):
Workshops mit Inhalten, die in den anderen Unterrichtsformen nicht bzw. nur begrenzt vermittelbar sind:
Diese Workshops eignen sich auch für die schulübergreifende Zusammenarbeit und den Einsatz von GastdozentInnen.
Weitere Ergänzungen zum Einzelunterricht:
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 5.
>>> Literaturdatenbank
8. Übeformen und Übepraxis
8.1 Klavier
Zielorientiertes Üben ist wichtig und muss durch eine konkrete Aufgabenstellung klar und vom Umfang her verwirklichbar und kontrollierbar sein. Die äußeren Rahmenbedingungen – wie die häusliche Übesituation und das Zeitbudget (siehe Punkt 3) – sind unter Einbeziehung der Eltern abzuklären. Die Motivation zur selbstständigen häuslichen Arbeit kann durch das gemeinsame exemplarische Musizieren im Unterricht unterstützt werden. Unter Verwendung schülerorientierter Interessensgebiete wird die Spielfreude geweckt.
Das Üben muss geübt werden. Kritikfähigkeit und Selbstreflexion werden durch die Entwicklung des „inneren Lehrers“ gefördert. Die Entwicklung von individuellen Übestrategien ist auf die Persönlichkeit der SchülerInnen, deren Übeverhalten und Übepraxis abzustimmen.
Vielfältige Lösungsangebote für musikalische und technische Probleme können das Üben interessant und kreativ werden lassen:
8.2 Jazz Pop Rock Klavier
Es gilt, die SchülerInnen zu einem effizienten, spannenden und motivierenden Üben hinzuführen.
Das regelmäßige Üben sollte durch Zielvorgaben (schriftliche Aufgabenstellung), die im Unterricht durch individuell abgestimmte Übeformen und Übesequenzen erläutert und erarbeitet werden, möglich sein. Das gemeinsame Erstellen eines individuellen Übeplans stellt einen wesentlichen Unterrichtsinhalt dar. Aufzeichnungen ("Übetagebücher") der SchülerInnen über ihre Übegewohnheiten werden empfohlen und dienen den LehrerInnen und SchülerInnen als wichtige Informationsquelle über das Überverhalten.
In der Übepraxis gelten als wichtige technische Hilfsmittel, um zu einem inneren Puls und zu einem inneren Erleben von musikalischen Formen und Perioden hinzuführen:
Durch Imitation der Lehrkraft und wichtiger musikalischer Vorbilder, durch Vor- und Nachspiel, „call-response“, Transkription, Transposition sowie die Beschäftigung mit Texten (auch bei Instrumentalmusik) werden auf der nonverbalen Ebene zentrale, für die JPR-Musik wichtige Fähigkeiten der SchülerInnen ausgebildet. Das Auswendiglernen von Themen, Songformen, Etüden, Akkordprogressionen sowie Patterns sollte dabei eine Selbstverständlichkeit sein. Mit Hilfe von mentalem Training können bestimmte Aufgabenstellungen ökonomischer bewältigt werden.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 6.
>>> Literaturdatenbank
9. Einbeziehung und Mitarbeit der Eltern
9.1 Klavier
Die Eltern sollen in die vielfältigen Aktivitäten der Musikschule einbezogen werden. Elternmitarbeit ist von den individuellen Bedürfnissen der einzelnen SchülerInnen abhängig. Reine Elterninformationen sind von aktiver Einbindung zu unterscheiden. Es gilt, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schulinteressen und Elternaktivitäten zu schaffen und damit eine Hilfestellung zur Selbstständigkeit der SchülerInnen zu leisten.
Die Bereitschaft der Eltern zur Mitarbeit kann für folgende Bereiche genutzt werden:
Ideal sind Möglichkeiten zur Hausmusik und zum Musizieren in der Familie.
9.2 Jazz Pop Rock Klavier
Die Anteilnahme der Eltern am Lernprozess der SchülerInnen ist für die Beschäftigung mit Musik von großer Bedeutung. Eltern sollten in einem regelmäßigen persönlichen Kontakt zur Musikschule über deren Aktivitäten informiert werden. Bereits im Elternhaus kann durch das regelmäßige Hören von Musik aus dem JPR-Bereich ein wichtiges Fundament für angehende JPR-PianistInnen geschaffen werden. In den Hilfestellungen für die Eltern, die sich Zuhause mit ihren Kindern mit Musik (Hausmusik, Musizieren in der Familie) beschäftigen können, steckt ein großes Potential um den Unterricht effizienter zu gestalten.
Die Wahl des Instrumentes sollte mit den Eltern besprochen werden, wobei Verständnis für ein gutes („teures“) Instrument und die entsprechende Instrumentenpflege (Wartung, Stimmung) geschaffen werden muss. Ebenso sollte zu Hause eine optimale räumliche Situation vorhanden sein.
In Lernkrisen können Eltern eine große Motivationsstütze sein.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 6.5.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 8.5.
>>> Literaturdatenbank
10. Vor- und Nachbereitung des Unterrichts
10.1 Klavier
Eine gezielte Planung hilft wertvolle Unterrichtszeit zu sparen. Die Mitwirkung von SchülerInnen bei musikalischen Projekten und speziellen Aufgaben ist dabei besonders planungsaufwendig.
Die Zielsetzungen sind regelmäßig zu überprüfen (Reflexion / Supervision), wobei Erfahrungsaustausch und Unterrichtsbesuche unter KollegInnen (mit Nachbesprechung und Perspektivenwechsel) eine wesentliche Rolle spielen können.
Im Sinne eines permanenten Qualitätsmanagements müssen die Rahmenbedingungen für den Unterricht laufend überprüft und gegebenenfalls eingefordert werden. Eine ansprechende Raumgestaltung kann wesentlich zum angenehmen Lernklima beitragen (siehe Punkt 16). Fallweise sind zuständige Servicestellen (wie FachgruppenleiterInnen, FachreferentInnen u.a.) zu Rate zu ziehen.
LehrerInnen dürfen das eigene Musizieren bzw. Konzertieren nicht vernachlässigen, da sie eine wichtige Vorbildwirkung ausüben.
Wege und Möglichkeiten der allgemeinen Unterrichtsvorbereitung:
Beispiele zur spezielleren Unterrichtsvorbereitung:
Beispiele zur wöchentlichen bzw. monatlichen Vorbereitung:
Beispiele zur wöchentlichen bzw. monatlichen Nachbereitung:
10.2 Jazz Pop Rock Klavier
In der langfristigen Planung setzen sich die LehrerInnen mit den grundsätzlichen Lernzielen auseinander, die sich im Detail auf die Vereinbarung mit den SchülerInnen gründen. In der kurzfristigen Unterrichtsplanung wird die Lehrkraft auf aktuelle Bedürfnisse und Erfordernisse (Spektrum mit neuesten Stilen erweitern, mit den SchülerInnen "am Ball bleiben", individuelle Orientierung) Rücksicht nehmen und situationsbezogen reagieren.
Durch die Nachbereitung hat die Lehrkraft die Möglichkeit, den Entwicklungsverlauf zu verfolgen. Eine gute Dokumentation wirkt sich positiv auf die weitere Planung des Unterrichts aus.
In diesem Zusammenhang sind auch das eigene Üben und Vorspielen der Lehrkraft sowie Supervision und Reflexion von Bedeutung.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 8.
>>> Literaturdatenbank
11. Lernziele / Bildungsziele (nach Entwicklungsstufen / Leistungsstufen)
11.1 Klavier
Ziele
Die hier angeführten Ziele sind als Mindestanforderungen zu verstehen und lassen je nach Bundesland spezifische Ausformungen zu.
Stufen
LehrerInnen und SchülerInnen besitzen Freiräume bei der inhaltlichen und zeitlichen Umsetzung dieser Mindestanforderungen. Aufgrund schülerbezogener Bedingungen (Alter, Reife, Vorbildung, Lerntyp) kann die Dauer der Elementarstufe verlängert werden. Aufgrund schulorganisatorischer Umstände (Unterrichtsformen, Unterrichtsdichte, Wochenstunden) kann es ebenfalls zu Verschiebungen der Stufen kommen. Jede Stufe ist begrenzt verlängerbar.
Stufeninhalte:
Dauer
Die Festlegung der Stufendauer ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt.
11.2 Jazz Pop Rock Klavier
Die SchülerInnen sollen durch ein stilistisch und historisch breit gefächertes Bildungsangebot mit der Musik des JPR umfassend vertraut gemacht werden. Oberstes Ziel ist die Erlangung von Eigenständigkeit in der Erarbeitung von ausgewählten Stücken und Programmen unterschiedlicher Stile. Dies setzt umfassende Kenntnisse der angewandten Musiktheorie in Verbindung mit einem persönlich ausgeprägten ästhetischen Sinn und das Sensorium zur stilistischen Differenzierung ebenso voraus wie die Aneignung der entsprechenden klaviertechnischen Fertigkeiten. Um diesem Anspruch in einem größtmöglichen Ausmaß gerecht zu werden, sollte den SchülerInnen genügend Zeit in ihrer Ausbildung eingeräumt werden.
Beim Entwickeln von Fähigkeiten in der Improvisation in den unterschiedlichen Stilistiken des JPR-Bereichs bedient man sich einer gemeinsamen Sprache über das Material, mit dem gearbeitet und gestaltet wird. Die angewandte Musiktheorie ist ein Anspruch an die Hauptfachlehrkräfte, die diese Inhalte in die instrumental-pädagogische Arbeit integrieren sollten. Im Ergänzungsfach JPR-Theorie kann durch ein im Instrumentalunterricht herangebildetes Wissen effizienter gearbeitet werden. Zusammenhänge von Theorie und Musik können deutlicher aufgezeigt und erkannt werden.
Im Besonderen soll erreicht werden:
Die Lern- und Bildungsziele sind in den Bundesländern unterschiedlich definiert. Dies ist auch bedingt durch die unterschiedlichen Strukturen der Landesmusikschulwerke und wie JPR-Unterricht bis jetzt positioniert wurde. Auch in den Schülerstrukturen unterscheiden sich die Bundesländer teilweise sehr deutlich.
Die folgenden Bildungsziele für die Elementar-, Unter-, Mittel und Oberstufe können als Orientierung dienen.
Allgemeine Bildungs- und Lernziele:
11.3 Leistungsstufen Klavier
11.3.1 Elementarstufe
In der Elementarstufe sollen musikalische Grundfertigkeiten und Basiswissen vermittelt werden.
Nach Möglichkeit soll der Instrumentalunterricht bereits in dieser Stufe durch einen elementaren Musiklehrekurs ergänzt werden.
11.3.2 Unterstufe
In der Unterstufe werden die allgemein-musikalischen und klaviertechnischen Fähigkeiten und Fertigkeiten gefestigt.
11.3.3 Mittelstufe
In der Mittelstufe werden die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgeformt und erweitert. Die Gestaltung größerer Werke gewinnt an Bedeutung.
11.3.4 Oberstufe
In der Oberstufe wird exemplarisch an repräsentativen Werken aller Epochen gearbeitet. Diese höchste Stufe des Ausbildungsmodells kann auf eine musikorientierte Berufsausbildung vorbereiten. Das Niveau einer Aufnahmeprüfung für Konservatorien, Hochschulen und Universitäten sollte erreichbar sein.
11.4 Leistungsstufen Jazz Pop Rock Klavier
11.4.1 Elementar- und Unterstufe
Die Bildungsziele decken sich in diesen Bereichen weitgehend mit jenen des „klassischen“ Klaviers und werden durch angewandte Musiktheorie ergänzt.
11.4.2 Mittelstufe (AnfängerInnen bzw. UmsteigerInnen vom „klassischen“ Klavier)
Die folgenden Bereiche werden den Vorkenntnissen der SchülerInnen angepasst:
11.4.3. Oberstufe (Fortgeschrittene)
Die gesamten Lerninhalte der Mittelstufe werden weitergeführt. Hier werden nur die neu hinzukommenden Bereiche angeführt.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 7.
>>> Literaturdatenbank
12. Empfehlungen für Übertrittsprüfungen
12.1 Klavier
Die spezifischen Prüfungsmodalitäten sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Übertrittsprüfungen sind Qualifikationen, welche das Erreichen der Lern- und Bildungsziele dokumentieren sollen.
Folgende Kriterien sollten bei einer Qualifikation berücksichtigt werden:
Als mögliche Formen kommen in Frage:
Entwicklungs- bzw. Lernstufen dienen als Grundlage für die Auswahl und Überprüfung der Ausbildungsziele.
12.1.1 Elementarprüfung (von der Elementarstufe zur Unterstufe – Grundqualifikation)
Vorspiel von zwei Stücken unterschiedlichen Stils unter Einbezug von Dynamik und Artikulation.
12.1.2 Erste Übertrittsprüfung (Unterstufe zu Mittelstufe – Qualifikation 1)
Vorspiel (ca. 10 Minuten) von drei Stücken freier Wahl unterschiedlicher Stilrichtungen, wobei klaviertechnische und klavierklangliche Aspekte sowie polyphones Spiel präsentiert werden sollen.
12.1.3 Zweite Übertrittsprüfung (Mittelstufe zu Oberstufe – Qualifikation 2)
Vorspiel (ca. 15 bis 20 Minuten) von vier Stücken freier Wahl unterschiedlichen Stils.
12.1.4 Abschlußprüfung (am Ende der Oberstufe – Qualifikation 3)
Vorspiel (ca. 25 bis 30 Minuten) eines künstlerischen Programms als Querschnitt des bisherigen musikalischen Werdegangs.
Studienanwärter orientieren sich an den Anforderungen von Aufnahmeprüfungen an weiterführenden Institutionen.
12.2 Jazz Pop Rock Klavier
Es gibt in den Bundesländern bereist bewährte Modelle zum Lernerfolgsnachweis, die sich an den landestypischen Strukturen orientieren. Das hier angeführte Modell hat Beispielcharakter.
12.2.1 Elementarprüfung und
12.2.2. Erste Übertrittsprüfung JPR I (=Unterstufe)

Der Lernerfolgsnachweis auf diesen Lernniveaus ist anhand eines Auftritts messbar. Die praktische Umsetzung erfordert das gesamte instrumentenspezifisch relevante, theoretische Wissen der JPR-Theorie I.
12.2.3 Zweite Übertrittsprüfung JPR II (=Mittelsrufe)
Praktischer Teil: Konzert, zumindest ein Teil davon im Ensemble mit eigener Band.
Schriftlicher Teil: Harmonische Analyse eines Jazz Standards.
12.2.4 Abschlussprüfung JPR III (=Oberstufe)
Theoretische oder praktische Projektarbeit zum gewählten Thema.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 7.
>>> Literaturdatenbank
13. Besondere Hinweise zum „Frühinstrumentalen Unterricht“ und zum Unterricht mit „jugendlichen und erwachsenen AnfängerInnen“
13.1 Klavier
13.1.1 Aspekte des frühinstrumentalen Unterrichts
Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist besonders wichtig. Die Lehrkraft soll auf die Experimentierfreude des Kindes eingehen. Musizieren ist Erfinden, Gestalten, schöpferisch sein. Verschiedene Zugänge zum Klavier sind zu nutzen (Klangexperimente, Improvisation, Solmisation, graphische Notation).
13.1.2 Jugendliche AnfängerInnen
Die Unterstützung des Elternhauses ist gegebenenfalls einzufordern. Die Vorbildwirkung anderer Jugendlicher muss genutzt werden und in Form des Gemeinschaftsmusizierens Eingang in den Unterricht finden. Besonders wichtig ist die Einbeziehung aktueller Musiktrends.
13.1.3 Erwachsene AnfängerInnen
Erwachsene SchülerInnen sollten aktiv in die Unterrichtsplanung einbezogen werden. Durch den Berufsalltag kann das mögliche Arbeitspensum verringert sein, weshalb sich Erwachsene vielfach zu hohe Eigenansprüche stellen (beispielsweise bei der Literaturauswahl). Trotz unabdingbarer elementarer Aspekte kann im Unterricht ein komplexeres Musikverständnis erwartet werden (z.B. Rhythmustraining, Bodypercussion, Improvisation, Musiktheorie, Musikgeschichte, Stilvielfalt, Verbindung von Musiktheorie, -geschichte und -praxis). Spezielle Kommunikations- und Auftrittsformen sind in der Erwachsenenbildung nötig.
13.2 Jazz Pop Rock Klavier
13.2.1 Aspekte des frühinstrumentalen Unterrichts
Die Arbeit hin zu der Erlangung einer Vorstellung von Musik ist im frühinstrumentalen Unterricht ein wichtiges Kriterium. Der Unterricht sollte seitens der PädagogInnen in einer inhaltlichen Breite und möglichst praxisorientiert – durch das Tun (kreative Schulen, Unterrichten ohne Noten) – und abwechslungsreich gehalten werden. Die Vorzüge der Gruppenarbeit sind in der Arbeit mit Kindern verstärkt zu nutzen.
13.2.2 Jugendliche AnfängerInnen und 13.2.3 Erwachsene AnfängerInnen
Unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Vorlieben sollten Jugendliche und Erwachsene pädagogische Begleitung (Coaching) vorfinden, mittels derer sie ihren musikalischen Horizont erweitern können.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> Literaturdatenbank
14. Hinweise zum Unterricht mit „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“
Für den Unterricht sollten spezielle Ausbildungsangebote angenommen werden.
Die Lehrkraft muss den behinderten Menschen – wie alle anderen SchülerInnen auch – individuell nach seinen Möglichkeiten fördern. Es besteht keine Lehrplanbindung.
>>> siehe auch: Allgemeiner Teil 3.
>>> Literaturdatenbank
15. Instrumentenkundliches
15.1 Klavier
Das Kennenlernen von artverwandten und historischen Instrumenten (Cembalo, Orgel, Hammerklavier etc.) ist für das Verständnis musikalischer Aufführungspraxis notwendig. Der Umgang mit elektronischen Instrumenten (z.B. Digitalpiano, Keyboard, Diskklavier, Computerflügel; in Verbindung mit Computern, MIDI) wäre wünschenswert.
Besuche bei KlavierbauerInnen, in Klavierwerkstätten und Instrumentenmuseen sind (z.B. in Form von Projekten) empfehlenswert.
Die Eltern müssen über die Notwendigkeit des regelmäßigen Stimmens des eigenen Instrumentes informiert werden.
15.2 Jazz Pop Rock Klavier
Ein geeignetes Instrument soll sowohl im Unterricht als auch Zuhause zur Verfügung stehen.
Im Unterricht und in der Elternarbeit sollte außerdem vermittelt werden:
>>> Literaturdatenbank
16. Fachspezifische Besonderheiten
16.1 Klavier
Als Unterrichtsinstrument ist ein Flügel zu empfehlen. Zusätzlich sollte der Unterrichtsraum mit einem zweiten mechanischen Instrument ausgestattet sein.
16.2 Jazz Pop Rock Klavier
Musikalische Praxis
Umgang mit unterschiedlichen Tastaturen (Digitalklavier)
Auftrittsmöglichkeiten einer Klasse sollten gemeinsam mit den SchülerInnen und der Schule ausgearbeitet werden. Audio- und Videomaterial kann zu Aufarbeitung der eigenen Probenarbeit und Konzerttätigkeit herangezogen werden. In Feedback-Runden können die SchülerInnen – im Beisein (unter Moderation) der Lehrkraft – einander Rückmeldungen geben.
Gemeinsame Konzertbesuche fördern die Kritikfähigkeit.
Auftrittscoaching
Die musikalische Kommunikation und Interaktion der MusikerInnen untereinander und mit dem Publikum, ferner Wachsamkeit, Bühnenpräsenz, eine positive Einstellung beim Auftritt und die psychologische Einstimmung auf das einmalige Erlebnis des Auftritts sollten geübt werden.
Technisches Umfeld, Studiotechnik
Der sichere Umgang mit dem Equipment auf der Bühne, im Studio und Zuhause will gelernt sein.
Kritikfähigkeit
Die (verbale) Kommunikation mit MitmusikerInnen ist für das gemeinsame musikalische Erarbeiten von Inhalten in Bands unumgänglich. Fragen wie: „Wie kann Kritik formuliert werden?“ bzw. „Wie kann Kritik verarbeitet werden?“ sind für das selbstständige Arbeiten in Ensembles von großer Wichtigkeit.
Körpersprache
Die Wirkung auf der Bühne (das Zeigen der Freude am Spielen, das Ausstrahlen innerer Offenheit, ein kreativer Umgang mit „Fehlern“ etc.) kann durch Videoaufnahmen und Feedbackgespräche erlernt und verbessert werden.
Musik- und Selbstmanagement
Die folgenden Fragen können auch im Unterricht beantwortet werden:
>>> Literaturdatenbank
 KOMU - Konferenz der österreichischen Musikschulwerke
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